Spieletest

„The Division 2“ im Test: Bildschöne Apokalypse

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„The Division 2“ glänzt mit toller Grafik, weitläufigen Arealen und fiesen Gegnern, die uns das Leben zur Hölle machen wollen. 

Nachdem wir in „The Division 1“ im verschneiten New York ums Überleben kämpften, geht es jetzt ins sommerliche Washington. Wie schlägt sich die Neuauflage des Loot-Shooters von Ubisoft?

Das war es dann wieder einmal mit dem Agentendasein im Verborgenen. Eigentlich sollen die „The Division“-Agenten ein ganz normales Leben führen und alles, bloß nicht auffallen. Bis zu dem Moment, in dem die Not so groß wird, dass sie alarmiert werden. Das geschieht über einen schicken orangefarbenen Ring an der Armbanduhr. Und „The Division 2“ von Ubisoft fängt genau wie sein Vorgänger damit an, dass besagter Ring auf unserer Uhr aufleuchtet und Koordinaten erscheinen.

Wenig später wird klar, um welche GPS-Koordinaten es sich handelt. Da stehen wir einige hundert Meter vor dem Weißen Haus und sehen, wie Horden wilder Banden versuchen, die letzte Bastion von Recht und Ordnung in einem postapokalyptischen Washington zu stürmen. Doch da haben sie die Rechnung ohne uns, die tapferen „Division“-Agenten gemacht. Schnell greifen wir zur Schnellfeuerwaffe und - beißen umgehend ins Gras.

„The Division 2“ im Test: Normalo statt Supermensch

Wer von „Destiny“ und „Anthem“ zum nächsten großen Loot-Shooter „The Division 2“ wechselt, muss sich umstellen. Wir übernehmen dort zwar die Steuerung eines gut ausgebildeten und bestens trainierten Agenten - Supermenschen in futuristischer Rüstung sind wir aber nicht. Sondern - gerade am Anfang - ganz normale Typen in Jeans und mit einer löchrigen schusssicheren Weste. Das bedeutet, dass wir auch nicht wie bei den eingangs genannten Konkurrenzspielen wie die Halbgötter durch die Gegnermassen fräsen. Nein, wir pirschen uns von Deckung zu Deckung, versuchen, unsere Gegner zu flankieren und müssen schlauen Gebrauch von unseren Spezialfähigkeiten machen, ansonsten ist schnell Feierabend und wir müssen vom letzten Checkpoint aus starten. Schnell wird klar, dass „The Division 2“ für Solospieler bockschwer ist. Kaum hat man eine vermeintlich sichere Deckung gefunden und nimmt die Gegner unter Feuer fliegen die ersten Granaten, die uns zum Deckungswechsel zwingen. Dazu kommen immer wieder Kamikaze-Gegner, die auf uns zugestürmt kommen, um uns im Nahkampf zuzusetzen.

„The Division 2“ im Test: Zu zweit macht es viel mehr Spaß

Das alles wird deutlich besser, wenn wir im Team unterwegs sind. Man kann auch wildfremde Spieler einladen, seiner Gruppe beizutreten, richtig gut wird es aber erst, wenn man gemeinsam mit Freunden spielt und sich über das Headset abspricht. Dann gewinnt „The Division 2“ eine taktische Tiefe wie kaum ein anderer Loot-Shooter. Da wird der Einsatz von Spezialfähigkeiten genau getimed, hilft man sich, wenn der andere ins Gras zu beißen droht, flankiert die Gegner, während der andere Sperrfeuer gibt. „The Division 2“ wird im Koop ein gänzlich anderes, viel besseres Spiel.

In seinem Kern ist und bleibt es eine Loot-Shooter mit durchaus starken Rollenspiel-Mechaniken. Will meinen, dass man immer auf der Jagd nach neuer, besserer Ausrüstung ist, indem man zahllose Aufträge erfüllt, zahllose Gegner plattmacht und nach und nach weitere Teile von Washington befreit.

„The Division 2“ im Test: Stress mit jeder Menge fieser Typen

Denn nach dem verheerenden Ausbruch der so genannten „Dollar-Grippe“ ist das öffentliche System in der amerikanischen Hauptstadt - genau wie im New York des ersten Teils - komplett zusammengebrochen. Statt dessen haben marodierende Banden, die von Warlords geführt werden, die Herrschaft über weite Teile der Stadt übernommen. Ob nun gewalttätige Gangs, religiöse Extremisten oder rechtsradikale Gewalttäter - wir bekommen es im Laufe der Story mit reichlich unangenehmen Typen zu tun. 

Nun mag man beklagen, dass der einzige Weg zur Konfliktlösung in „The Division 2“ wieder einmal der Griff zur Waffe ist - aber alles andere würde bei einem Loot-Shooter auch keinen Sinn ergeben. Zumindest betreiben wir auch ziemlich intensiven Basenbau, um Menschen, die in unseren Stützpunkten Sicherheit suchen, ein besseres Leben zu ermöglichen.

„The Division 2“ im Test: Grafische Augenweide mit stabilem Technikunterbau

Rein technisch gesehen ist „The Division 2“ - getestet wurde auf einer PS4 Pro - ein Sahnestückchen. War „Anthem“, das ein paar Wochen vorher erschien, ein Bugfestival, läuft „The Division 2“ ziemlich sauber und stabil. Das sommerliche und postapokalyptische Washington sieht phänomenal aus, zahllose kleine Details zeigen, wie schnell die gesamte Zivilisation den Bach heruntergehen könnte. Wetterwechsel, perfekter Sound - rein technisch liefert Ubisoft mit jedem Spiel beste Qualität ab, reizt die mittlerweile betagte Konsolengeneration bis zum Limit aus.

Rein technisch geht Ubisoft mit „The Division 2“ an die Grenzen des Machbaren auf der aktuellen Konsolengeneration. 

Spielerisch sind die Missionen jetzt nicht atemberaubend abwechslungsreich. In der Regel geht es darum, sich den Weg durch ein Areal zu bahnen, bis man am Ende auf einen besonders dicken Boss mit fettem gelben Lebensbalken stößt. Den pumpt man dann - hier sieht man die Logikgrenzen der Rollenspielmechanik - dann gemeinschaftlich minutenlang mit all dem Blei voll, dass sich im Inventar findet. Dann sammelt man seine Beute auf und ballert sich den Weg zurück. Ende, Erfahrungspunkte, Levelaufstieg.

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Ebenso zweckmäßig wie das Leveldesign ist die Geschichte, die erzählt wird. Im Verlauf treffen wir zahlreiche Akteure - wirklich atemberaubendes hat aber keiner zu berichten. Am Ende bringt uns die Story aber solide von Schauplatz zu Schauplatz und bleibt spannend genug, dass wir auch wissen möchten, wie es ausgeht.

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Wem die paar Dutzend Stunden nicht ausreichen, die die Story in Anspruch nimmt, der kann sich im Anschluss mit Spezialaufträgen, im PvP und in den so genannten Dark Zones noch einmal über hunderte Stunden auf die Jagd nach besserer Ausrüstung begeben.

Fazit

War „The Division 1“ insbesondere zu Beginn noch ein recht sperriger Spaß, merkt man „The Division 2“ an, dass hier all das, was im Vorgänger falsch gemacht worden ist, verbessert wurde. Herausgekommen ist ein wunderschöner, spannender, stellenweise bockschwerer Loot-Shooter, bei dem man, wenn man mit dem Spielegenre und dem Setting klarkommt, zum Preis eines Spieles hunderte Stunden Spielspaß haben kann. 

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