Er rät zu praxistauglichen Strategien

Nicht nur gegen Masern: Ärztepräsident Montgomery fordert umfassende Impfpflicht

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Der Ärztepräsident Montgomery hat sich für eine Impfpflicht gegen mehrere Krankheiten ausgesprochen. Ärztetag

Die Debatte um eine Impfpflicht gegen Masern hat in den letzten Wochen heftige Diskussionen ausgelöst. Ärztepräsident Montgomery hat sich nun für eine Impfpflicht gegen mehrere Krankheiten ausgesprochen. 

Berlin - Kinder sollten aus Sicht von Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery nicht nur gegen Masern, sondern auch gegen weitere Krankheiten verpflichtend geimpft werden. „Eine Impfpflicht auf einzelne Krankheiten zu begrenzen, ist schon deshalb problematisch, weil heute in der Regel Mehrfachimpfstoffe verwendet werden und Präparate gegen einzelne Krankheiten gar nicht mehr zur Verfügung stehen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstag).

Ärztepräsident Montgomery: Alle empfohlene Impfungen sollten verpflichtet werden

Die Impfpflicht sollte daher ausgeweitet werden. „Alle Impfungen, die die Ständige Impfkommission heute für Kinder empfiehlt, sollten verpflichtend sein“, forderte Montgomery. „Nur wenn jeder geimpft wird, haben wir die Chance, diese Krankheiten endlich auszurotten.“

Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts empfiehlt für Kinder derzeit unter anderem einen Vierfach-Impfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken sowie einen Sechsfach-Impfstoff gegen Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung, Keuchhusten, Haemophilus influenzae Typ b sowie Hepatitis B. Ein einzelner Impfstoff gegen Masern ist dem Bericht zufolge in Deutschland nicht verfügbar und müsste importiert werden.

Umfassende Impfpflicht: Schul-Verbot für nicht geimpfte Kinder?

Montgomery sagte, auch aus medizinischer Sicht spreche alles für eine umfassende Impfpflicht, um die gesamte Bevölkerung dauerhaft vor zum Teil lebensbedrohlichen Krankheiten zu schützen. Nötig seien praxistaugliche Strategien. In Frage komme ein Verbot des Besuchs von Gemeinschaftseinrichtungen wie Kita oder Schule für Kinder, die nicht geimpft seien.

Die Bundesregierung bereitet Vorschläge für eine Impfpflicht vor, die Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Mai vorlegen will. Er hatte sich grundsätzlich für verpflichtende Masern-Impfungen für Kinder in Kitas und Schulen ausgesprochen. Auch die SPD unterstützt das. 

Ein Kinderarzt befürwortet, dass sich Menschen gegen Masern impfen lassen, ist aber gegen eine Pflicht. Warum, erklärt er im Interview.

dpa

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