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Russland setzt Bombenwelle wohl fort – Putins offizielle Truppen jetzt auf Anwerbetour im Gefängnis?

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Von: Bettina Menzel, Bedrettin Bölükbasi, Stephanie Munk

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Im Ukraine-Krieg bombardiert Russland in der Nacht eine ukrainische Großstadt. Und: Am AKW Saporischschja gibt es offenbar einen Stromausfall. Der News-Ticker.

Update vom 12. Oktober, 13.38 Uhr: Die russischen Streitkräfte haben am Mittwoch offenbar einen Raketenangriff auf die Stadt Adviika in der Region Donezk ausgeführt. Wie das ukrainische Portal Kyiv Independet berichtet, sollen bei den Angriffen sieben Zivilisten ums Leben gekommen sein. Acht weitere wurden verletzt. Der Angriff sei demnach auf den zentralen Marktplatz der Stadt erfolgt sein.

„Es gab keine militärische Logik in diesem Angriff“, erklärte Pavlo Kyrylenko, der Gouverneur des Oblast Donezk. „Nur ein ungestilltes Verlangen, so viele unsere Bürger zu töten wie möglich und anderen Angst einzujagen.“ Die Informationen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Schon seit dem Beginn der Woche führt Russland immer wieder heftige Luftangriffe auf diverse ukrainische Großstädte aus.

Ukraine-News: Russland nimmt Energieinfrastruktur „auf dramatische Weise ins Visier“

Update vom 12. Oktober, 12.55 Uhr: Die Ukraine teilt mit, dass die russischen Luftangriffe seit Montag rund 30 Prozent der ukrainischen Energieinfrastruktur getroffen hätten. Das erste Mal seit Beginn des Ukraine-Krieges habe Russland die Energieinfrastruktur „auf dramatische Weise ins Visier genommen“, sagte der ukrainische Energieminister Herman Haluschtschenko dem US-Sender CNN.

Russland greife die ukrainische Energieinfrastruktur an, weil ukrainische Stromexporte den europäischen Ländern helfen würden, weniger russisches Gas und Kohle zu nutzen, vermutet der Minister. Das ukrainische Energiesystem sei aber „immer noch stabil“.

Ukraine-News: Putins offizielle Truppen jetzt auf Anwerbetour im Gefängnis?

Update vom 12. Oktober, 11.13 Uhr: Dass private russische Söldnertruppen wie die Wagner-Gruppe ihre Kämpfer wohl teils in Gefängnissen rekrutieren, ist schon länger bekannt. Laut russischen Bürgerrechtlern und Medien hält nun auch die reguläre russische Armee diese Methode offenbar für vertretbar: Sie soll jetzt auch Soldaten für den Ukraine-Krieg in Gefängnissen anwerben.

„Seit Ende September hat das Verteidigungsministerium mit der Anwerbung von Verurteilten begonnen“, schreibt das Internetportal Waschnyje Istorii. Das kremlkritische Medium berichtet von Besuchen der Militärs in Strafkolonien im Gebiet Rjasan bei Moskau und in Stawropol im Nordkaukasus. Zuvor hatten bereits Bürgerrechtler von Gulagu.net über Abwerbungsversuche im Gebiet Nischni Nowgorod berichtet.

Laut Waschnyje Istorii versprechen die Generäle den Gefangenen nach dem Einsatz ihre Freilassung. Sie sollen in einer Spezialeinheit, genannt „Sturm“ zum Einsatz kommen. Das Verteidigungsministerium rekrutiere gezielt unter Häftlingen, die früher in den Sicherheitsorganen gedient haben und womöglich über Kampferfahrung verfügen.

Update vom 12. Oktober, 11.05 Uhr: Deutschland hat das erste Luftabwehrsystem vom Typ Iris-T-SLM an die Ukraine geliefert. Dort soll es zu Verteidigung ganzer Städte genutzt werden. Doch was kann das neue System? Details zu dem von der Ukraine jubelnd in Empfang genommenen Luftabwehrsystem lesen Sie hier.

Ukraine-News: Lage an AKW Saporischschja wieder „sehr besorgniserregend“

Update vom 12. Oktober, 10.08 Uhr: Offenbar ist es am Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine, das seit Monaten von der russischen Armee besetzt ist, am Morgen zu einem Stromausfall gekommen. Das AKW hängt nun angeblich an Backup-Diesel-Generatoren. Darüber berichtet Rafael Grossi, Chef der Internationalen Atomenergie-Behörde, auf Twitter. Es sei bereits der zweite Stromausfall innerhalb von fünf Tagen, dies sei eine „sehr besorgniserregende Entwicklung“. Eine Sicherheitszone um das AKW sei dringend erforderlich.

Grossi hatte sich am Dienstag mit Putin in St. Petersburg getroffen, um über die Sicherheit des Atomkraftwerks zu sprechen. Putin hatte dabei gesagt, er sei „offen für einen Dialog“. Grossi hatte bei dem vom russischen Staatsfernsehen übertragenen Treffen betont, die Lage werde angesichts der häufigen Angriffe „immer gefährlicher“. Die Zeit dränge, es stehe „viel auf dem Spiel“.

Russland setzt Bombenwelle in der Südukraine offenbar fort

Update vom 12. Oktober, 9.47 Uhr: Russland hat offenbar in der Nacht die ukrainische Großstadt Nikopol im Süden des Landes massiv bombardiert. Laut dem Gouverneur der Region, Valentyn Reznichenko, gingen rund 100 russische Geschosse auf die Stadt nieder.

Eine Sechsjährige und ihre Mutter seien verletzt worden, als eine Granate direkt in ein Privathaus geflogen sei, schreibt der Gouverneur auf Telegram. Die russischen Bomben hätten mehr als 30 Hochhäuser und Privathäuser getroffen, außerdem zwei Kindergärten, eine Schule, mehrere Geschäfte, ein Gasleitungsnetz und Stromleitungen. Die Angaben sind nicht unabhängig überprüft.

Auch die ukrainische Botschaft in Finnland berichtet via Twitter über die Bombardierung von Nikopol und hat dazu Bilder veröffentlicht.

Ukraine-News: Russland vermeldet Festnahmen nach Explosion auf Krim-Brücke

Update vom 12. Oktober, 8.10 Uhr: Russland hat nach Behördenangaben wegen der Explosion auf der Krim-Brücke acht Personen festgenommen. „Zum derzeitigen Zeitpunkt sind im Zusammenhang mit dem Strafverfahren fünf russische Staatsbürger und drei Staatsbürger aus der Ukraine und Armenien festgenommen worden“, teilte der Pressedienst des russischen Geheimdienstes FSB der Nachrichtenagentur Interfax zufolge mit. Der Anschlag sei vom ukrainischen Militärgeheimdienst organisiert worden, berichtete der FSB weiter. Namentlich wird dessen Chef Kyrylo Budanow als Organisator genannt.

Ukraine-Krieg - Krim-Brücke
Die Krim-Brücke wurde bei einer Explosion schwer beschädigt. © Uncredited/AP/dpa

Update vom 11. Oktober, 19.58 Uhr: Nach der Explosion auf einer wichtigen Krim-Verbindung reagiert Russland mit massivem Raketenbeschuss auf die Ukraine, der offenbar mehrere Tote und Verletzte zur Folge hatte. Ist diese Offensive das Resultat einer neuen Vorgehensweise unter Präsident Wladimir Putin? Und welche Rolle spielt die Neubesetzung eines strategisch wertvollen Postens beim russischen Militär?

Update vom 11. Oktober, 19.31 Uhr: Kurz nach den eigenen heftigen Angriffen auf die Ukraine hat Russland im Gegenzug einen Angriff auf eine russische Stromanlage in Grenznähe vorgeworfen. „Ukrainische Streitkräfte haben ein Umspannwerk in Schebekino beschossen“, schrieb der Gouverneur der Region Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, bei Telegram. Von der Stromversorgung abgeschnitten seien daraufhin mehr als 2000 Menschen in der westrussischen Region gewesen. Gladkow veröffentlichte auch ein Foto, das ein großes Feuer und dichten Rauch zeigt. Aus Kiew gab es zunächst keine Reaktion auf den Vorwurf.

Deutschland liefert Luftabwehrsystem Iris-T an Ukraine

Update vom 11. Oktober, 18.18 Uhr: Offenbar hat Deutschland das erste von vier zugesagten Luftverteidigungssystemen an die Ukraine übergeben. Laut Spiegel erfolgte die Lieferung des als hochmodern geltenden Systems Iris-T SLM am Dienstag nahe der polnisch-ukrainischen Grenze. Es kann anfliegende Raketen in einer Höhe bis zu 20 Kilometern und in einer Entfernung von bis 40 Kilometern abwehren.

Bundeskanzler Olaf Scholz hatte das System, welches ihm zufolge „eine ganze Großstadt vor russischen Luftangriffen“ schützen kann, bereits Anfang Juni zugesichert. Die Bundeswehr selbst verfügt nicht über dieses Abwehrsystem, Iris-T SLM wird direkt vom deutschen Rüstungskonzern Diehl Defence geliefert.

Ukraine wirft Russland die Entführung von Atomkraftwerk-Mitarbeiter vor

Update vom 11. Oktober, 17.14 Uhr: Die Ukraine hat Russland die Entführung eines weiteren hochrangigen Mitarbeiters des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja vorgeworfen. Am Montag hätten Entführungen“ den Vize-Generaldirektor für Personalwesen, Waleri Martynjuk, „entführt“, teilte der staatliche ukrainische AKW-Betreiber Energoatom mit.

Martynjuk werde „an einem unbekannten Ort“ festgehalten, hieß es in der Erklärung. Den „russischen Terroristen“ warf die Behörde vor, „wahrscheinlich die für sie typischen Folter- und Einschüchterungsmethoden“ anzuwenden.

Ein russischer Soldat schiebt Wache vor einem Reaktorblock des Atomkraftwerks Saporischschja in der Ostukraine (Mai 2022).
Europas größtes Atomkraftwerk im ukrainischen Saporischschja ist seit Anfang März von russischen Truppen besetzt. © Andrey Borodulin/afp

Energoatom forderte den Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Rafael Grossi, auf, sich für Martynjuks Freilassung einzusetzen. Grossi wollte am Dienstag Putin in St. Petersburg treffen. Der Direktor des Akw, Ihor Muraschow, war bereits Anfang Oktober von Russland gekidnappt und über zwei Tage lang festgehalten worden, bevor er wieder freigelassen wurde.

Ukraine: Russland nimmt Energie-Infrastruktur mit Raketen ins Visier

Update vom 11. Oktober, 15.58 Uhr: Die ukrainische Regierung hat die Bevölkerung erneut zum Stromsparen aufgerufen. „Wir bitten Sie heute, den Stromverbrauch einzuschränken“, schrieb der ukrainische Regierungschef Denys Schmyhal auf Telegram. Zwischen 17 Uhr und 23 Uhr sollten keine energieintensiven Geräte eingeschaltet werden. Grund sind die schweren Angriffe Russlands auf die Energie-Infrastruktur in der Ukraine.

Update vom 11. Oktober, 14.20 Uhr: Putin lässt weiter Bomben auf die Ukraine regnen: Am Dienstag beschoss Russland mehrere Regionen des Landes mit Raketen und Kampfdrohnen. Die Behörden in Saporischschja meldeten Angriffe. Nahe Kiew und im Gebiet Chmelnyzkyj habe es Explosionen gegeben, die Luftabwehr sei zum Einsatz gekommen, teilten offizielle Stellen mit. Die Behörden riefen die Menschen auf, in Kellern und Bunkern Schutz zu suchen. Auch in Kiew selbst gab es Luftalarm.

Die Gebiete Dnipropetrowsk, Wynyzja, Mykolajiw und Riwne wurden ebenfalls beschossen. Im Gebiet Wynyzja südwestlich von Kiew wurde ein Heizkraftwerk mit Kampfdrohnen attackiert. Dabei seien Anlagen zerstört worden. Glücklicherweise habe es keine Opfer gegeben, teilte die Pressestelle des Kraftwerks mit.

Eine russische Haubitze feuert auf ukrainische Militäreinrichtungen. Das Bild veröffentlichten das russische Verteidigungsministerium am 11. Oktober 2022.
Eine russische Haubitze feuert auf ukrainische Militäreinrichtungen. Das Bild veröffentlichte das russische Verteidigungsministerium am 11. Oktober 2022. © Russian Defense Ministry/Imago

Kremlnahe russische Militärblogger bestätigten den massiven Beschuss der Ukraine mit Raketen. Ukrainische Medien berichteten, am Dienstagmorgen seien 20 Raketen eingeschlagen. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte Schläge gegen Objekte der Militärverwaltung und des Energiesystems in der Ukraine. „Das Ziel des (Militär-)Schlags ist erreicht“, sagte Sprecher Igor Konaschenkow.

Russische Bombenwelle geht weiter: Putins Ministerium bestätigt „massive Angriffe“

Update vom 11. Oktober, 13.05 Uhr: Einen Tag nach dem Bombenhagel auf ukrainische Städte greift die russische Armee am Dienstag erneut Ziele in der Ukraine an - das bestätigt jetzt auch das russische Verteidigungsministerium. Die „massiven Angriffe“ mit Präzisionswaffen von großer Reichweite richteten sich gegen militärische Ziele und Einrichtungen zur Stromversorgung der Ukraine, gibt Sprecher Igor Konaschenkow bekannt. Die Waffen seien vom Boden und von Marine-Stellungen abgefeuert worden; alle anvisierten Ziele seien getroffen worden.

Explosion nach einem Bombeneinschlag in der Region Luhansk.
Explosion nach einem Bombeneinschlag in der Region Luhansk. © SNA/Imago

Update vom 11. Oktober, 12.58 Uhr: Krankt die russische Armee unter anderem an Diebstahl und Korruption in den eigenen Reihen? Offenbar fehlt den Truppen Ausrüstung von Millionen Euro. Das Nachbarland Belarus soll nun angeblich helfen.

Russische Bombenwelle geht weiter: Raketenangriffe unterbrechen Strom- und Wasserversorgung

Update vom 11. Oktober, 12.15 Uhr: Russland hat heute offenbar in der Ukraine wieder Raketenangriffe gestartet - und zwar in der Stadt Lwiw in der Westukraine. Darüber berichtet Andriy Sadovji, der Bürgermeister der Stadt, Dienstagmittag via Telegram. „Raketenangriff auf eine kritische Infrastruktureinrichtung in Lwiw“, schreibt er. Rund ein Drittel der Stadt sei ohne Strom, in einigen Bezirken komme es zu Unterbrechungen der Wasserversorgung. „Jeder wird gebeten, sich einen kleinen Vorrat an Wasser anzulegen“, so sein Rat. Wie der Spiegel berichtet, waren in Lwiw laut Angaben der Nachrichtenagentur Reuters drei Explosionen zu hören.

Update vom 11. Oktober, 11.56 Uhr: Putin wollte mit seinem Bombenregen auf die Ukraine am Montag offensichtlich ein Zeichen setzen - doch weitere ähnliche Schläge sind vorerst wohl nicht zu befürchten. Allerdings aus Sicht von Russland unfreiwillig: Der russischen Armee fehlt laut der Meinung von Experten schlicht die Munition und Ausrüstung dafür. Welche Gründe dies hat und wie teuer der Angriff wohl für Russland war, ist hier zu lesen.

Ukraine-News: Infolge der russischen Bombenangriffe 98 Bergleute unter Tage gefangen

Update vom 11. Oktober, 10.55 Uhr: Infolge der russischen Raketenangriffe ist in tausenden ukrainischen Orten der Strom ausgefallen - auch in der ostukrainischen Stadt Krywyj Rih, offenbar mit verheerenden Folgen. Wie der örtliche Militärchef Olaksandr Wilkul auf seinem Telegram-Kanal mitteilte, sind wegen des Stromausfalls 89 Bergleute unter Tage eingeschlossen.

Insgesamt seien nach den Angriffen sogar 854 Kumpels in den vier Minen des örtlichen Bergwerks eingeschlossen gewesen, so der Militärchef. 752 hätten bereits am Montagabend gerettet werden können, durch „eine aufwendige Rettungsaktion mit Einsatz von Kränen, Gegengewichten, Handwinden“, wie Wilkul schreibt. Nun versuche man noch die übrigen Bergarbeiter zu befreien. „Wir wissen, was zu tun ist, die Arbeit läuft gut“, so der Militärchef optimistisch.

Ukraine-News: Russische Bombenwelle - Selenska zeigt berührendes Bunker-Video

Update vom 11. Oktober, 10.17 Uhr: Mit dem russischen Bombenhagel auf ukrainische Städte vom Montag sind die Metro-Stationen der Hauptstadt Kiew wieder zu provisorischen Luftschutzbunkern geworden. Olena Selenska, die Frau des ukrainischen Präsidenten, veröffentlichte auf Facebook ein Video einer überfüllten Metrostation, in der die Menschen gemeinsam singen.

Dazu schreibt sie: „Ukrainer singen in einem Luftschutzbunker, in den sich die U-Bahn von Kiew wieder verwandelt hat. Nach all den Torturen von heute Morgen. Nach dem barbarischen russischen Beschuss der Hauptstadt (...) Aber - Ukrainer singen.“

Bereits kurz nach Beginn des Ukraine-Kriegs, als sie russische Armee ebenfalls Kiew mit Raketen attackierte, hatten die Bewohner der Hauptstadt Zuflucht in den Metro-Tunneln unter der Erde gesucht.

Ukraine-News: Russische Bombenwelle - Wieder Alarm in der ganzen Ukraine

Update vom 11. Oktober, 9.12 Uhr: In der gesamten Ukraine soll es erneut Luftalarm geben. Das berichtet der Nachrichtensender ntv/RTL unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters. Die Zahl der Todesopfer nach dem schweren russischen Raketenangriff vom Montagmorgen ist nach Behördenangaben auf 19 gestiegen. Zuvor war von 14 Opfern die Rede. Es handelt sich laut Angaben bisher um vorherige Zahlen.

Die ukrainische Zivilschutzbehörde teilt unterdessen mit, dass neben der ukrainischen Hauptstadt Kiew zwölf weitere Gebiete von Putins Bombenhagel am Montag betroffen waren. Noch etwa 300 Ortschaften seien ohne Strom, hieß es in einer Bilanz am Dienstagmorgen. In mehr als 3500 Ortschaften sei die Versorgung mittlerweile wieder hergestellt. Hunderte Einsatzkräfte seien landesweit dabei, die Folgen der russischen Angriffe zu beseitigen.

Nach den Raketenangriffen auf Kiew am 10. Oktober klafft neben einem Spielplatz in Kiew ein Bombenkrater.
Nach den Raketenangriffen auf Kiew am 10. Oktober klafft neben einem Spielplatz in Kiew ein Bombenkrater. © Kyodo News/Imago

Selenskyj filmt auf offener Straße in Kiew: Ukrainer sollen Strom sparen

Update vom 11. Oktober, 6.40 Uhr: Nach den schweren russischen Raketenangriffen auf viele Großstädte der Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj den Widerstandswillen seines Landes betont. „Die Ukraine lässt sich nicht einschüchtern, sie lässt sich nur noch mehr vereinen“, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache am Montag in Kiew. Bei den Angriffen wurden nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums vom Abend landesweit 14 Menschen getötet und fast 100 verletzt.

„Die Besatzer können uns auf dem Schlachtfeld nicht entgegentreten und deshalb greifen sie zu diesem Terror“, sagte Selenskyj zu den Angriffen. Sein abendliches Video wurde nicht, wie sonst üblich, im Präsidialamt aufgezeichnet. Der Staatschef stand nach eigenen Angaben an einer beschädigten Straßenkreuzung nahe der Universität von Kiew. Hinter ihm waren Bagger, Lastwagen und anderes Räumgerät zu sehen.

In vielen Städten seien die kommunalen Dienste dabei, die unterbrochene Strom- und Wasserversorgung zu reparieren, sagte Selenskyj. Er rief die Bevölkerung auf, möglichst keine Geräte mit großem Verbrauch zu nutzen. „Je mehr Ukrainer Strom sparen, desto stabiler funktioniert das Netz.“ In der Hauptstadt fiel der Verbrauch nach Angaben des Versorgers Ukrenergo tatsächlich um gut ein Viertel niedriger aus als sonst an einem Herbstabend. Die Kiewer Polizei verstärkte in der Nacht zum Dienstag ihre Patrouillen.

Russische Bombenangriffe auf Energieanlagen und Wohnhäuser – Ukrainische Gegenoffensive fortgesetzt

Update vom 10. Oktober, 22.20 Uhr: Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba sagte dem US-Fernsehsender CNN am Montagabend, die Ukraine werde trotz der russischen Raketenangriffe am Montag die Gegenoffensive fortsetzen. „Was auch immer er [Putin] tut, wir werden unser Territorium weiter befreien“, so Kuleba.

In dem Krieg ginge es „um die Existenz der Ukraine, [...] um die Existenz des Völkerrechts und die regelbasierte Ordnung“, so der Außenminister weiter. „Wir werden weiter kämpfen und wir werden gewinnen.“ Die „große Mehrheit“ der Ziele des russischen Angriffs am Montag seien Energieanlagen gewesen. Kuleba fügte hinzu, dass ihm „keine größeren militärischen Einrichtungen bekannt sind, die angegriffen wurden. Es waren nur Energieanlagen und Zivilhäuser, Wohnhäuser.“

Auf die Frage, ob die Ukraine Verantwortung für die Explosion an der Krim-Brücke trage, sagte der Außenminister, er wisse nicht „wer die Brücke gesprengt hat.“ Gleichzeitig deutete er aber an, dass russische Kräfte beteiligt gewesen sein könnten, „weil diese Brücke von allen Seiten so stark geschützt ist“, so Kuleba zu CNN.

Ukrainischer Generalstab meldet weitere russische Angriffe in der Region Donezk im Osten der Ukraine

Update vom 10. Oktober, 20.23 Uhr: Der ukrainische Generalstab meldete am Montagabend weitere russische Angriffe in Richtung Bachmut und Awdijiwka in der Region Donezk im Osten der Ukraine. Die Streitkräfte der Ukraine hätten die Angriffe jedoch in der Nähe der Ortschaften Bachmut, Bachmutske, Maiorsk, Soledar und Perwomajske zurückgeschlagen, hieß es. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig verifizieren.

Am Montag hatte mehr als 80 russische Raketen Ziele überall in der Ukraine getroffen. Erstmals seit Monaten wurde beispielsweise auch wieder die ukrainische Hauptstadt Kiew bombardiert, sowie das westukrainische Lwiw. Die Angriffe dauerten mehrere Stunden, wie es in der Sendung Brennpunkt der ARD am Montagabend hieß. Es bestünde die Möglichkeit, dass sich solche Angriffe auf zivile Ziele und die kritische Infrastruktur wiederholen könnten und Städte damit teilweise im Winter unbewohnbar würden.

Russland attackiert offenbar Energieversorgung der Ukraine

Update vom 10. Oktober, 15.45 Uhr: Moskau hat mit seinen Angriffen auf die Ukraine am Montag offenbar auch die Energieversorgung ins Visier genommen. Das russische Verteidigungsministerium bezeichnet die Raketenangriffe auf Kiew und weitere Metropolen als Erfolg. „Das Ziel des Schlags wurde erreicht. Alle benannten Ziele wurden getroffen“, erklärte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Bei diesen Zielen soll es sich offenbar auch um die ukrainische Energieinfrastruktur gehandelt haben. In Kiew wurde unter anderem das Wärmekraftwerk beschossen, auch aus anderen Regionen wurde der gezielte Beschuss von Kraft- und Umspannwerken gemeldet.

Deswegen hat die ukrainische Führung die Bevölkerung von Kiew nun zum Energiesparen aufgerufen. „Wegen des heutigen Beschusses bitten wir alle inständig, nach Möglichkeit zwischen 17 und 22 Uhr den Energieverbrauch zu beschränken“, schrieb der stellvertretende Chef des Präsidialbüros, Kyrylo Tymoschenko, am Montag auf seinem Telegram-Kanal. Nur so lasse sich die Spitzenbelastungszeit ohne weitere Abschaltungen überstehen.

Auch der Vertreter des ukrainischen Präsidenten im Parlament, Andrij Herus, warnte vor einem „der schwersten Abende“ für die ukrainische Energieversorgung. In einigen Regionen werde es gar keinen Strom geben, in anderen werde nach Plan für eine gewisse Zeit der Strom abgestellt.

Ukraine-Krieg: Moskau soll iranische Drohnen für Angriffe auf die Ukraine genutzt haben

Update vom 10. Oktober, 13.45 Uhr: Die ukrainische Armee hat Russland vorgeworfen, bei der großangelegten Angriffsserie am Montag auch vom Nachbarland Belarus aus iranische Angriffsdrohnen gestartet zu haben. „Der Feind hat bei den Angriffen iranische Drohnen vom Typ Shahed-136 eingesetzt, die vom Territorium von Belarus“ und der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim gestartet worden seien, erklärte der ukrainische Generalstab im Online-Netzwerk Facebook. Neun dieser Drohnen seien zerstört worden.

Belarus ist enger Verbündeter Russlands. Bereits zu Beginn der russischen Offensive in der Ukraine Ende Februar hatte das Nachbarland sein Gebiet für russische Truppen zur Verfügung gestellt. Bisher sind belarussische Soldaten aber nicht direkt im Ukraine-Konflikt im Einsatz.

Putin droht mit weiteren Angriffen auf Kiew - „können nicht unbeantwortet lassen“

Update vom 10. Oktober, 12.30 Uhr: Nach den schweren Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew drohte Russlands Machthaber Wladimir Putin mit einer Fortsetzung der Attacken. In den Morgenstunden sei ein „massiver Angriff mit hochpräzisen Waffen auf Energie-, Militärkommando- und Kommunikationseinrichtungen“ in der Ukraine verübt worden, sagte Putin während eines Treffens des russischen Sicherheitsrats laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. „Das Kiewer Regime wendet seit langem terroristische Methoden an“, betonte der Kreml-Chef außerdem mit Blick auf die Explosion der Krimbrücke.

Darauf folgten lauter Vorwürfe gegen die Ukraine. So soll Kiew Putin zufolge das russische Atomkraftwerk Kursk in der Nähe der ukrainischen Grenze beschossen sowie versucht haben, die TurkStream-Pipeline zu bombardieren. Bei der Pipeline handelt es sich um eine Gasleitung zwischen Russland und der Türkei, die durch das Schwarze Meer läuft. Auch soll Kiew das Atomkraftwerk in Saporischschja angegriffen und somit „Atomterrorismus“ begangen haben, so Russlands Präsident. Daher sei es unmöglich gewesen, die Aktionen der Ukraine unbeantwortet zu lassen. Putin warnte: „Falls die Versuche von Terrorangriffen auf unserem Territorium andauern, dann wird die Antwort Russlands hart sein und mit dem Niveau der Bedrohung für die Russische Föderation korrespondieren.“

Gebäude der deutschen Botschaft beschossen - Experte teilt Fotos von Rauchwolken

Update vom 10. Oktober, 11.35 Uhr: Beim russischen Beschuss der ukrainischen Hauptstadt Kiew wurde offenbar auch ein Gebäude der deutschen Botschaft getroffen. Dem Osteuropa-Experten Sergej Sumlenny zufolge handelt es sich dabei um die Visastelle der Botschaft. Sumlenny veröffentlichte Fotos auf Twitter, die Rauchwolken direkt neben dem Gebäude zeigen. Dazu teilte er auch die entsprechende Adresse der Visastelle zur Bestätigung.

„Irgendwelche Reaktionen?“, fragte der Experte und markierte dabei Bundeskanzler Olaf Scholz, Bundesaußenministerin Annalena Baerbock sowie die Bundeswehr. „Vielleicht kann man Leopards entsenden, um die Situation auf dem Feld zu überprüfen“, ergänzte er. Die Ukraine fordert immer wieder Leopard-Panzer von Deutschland. Bislang wurden jedoch keine geliefert.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes bestätigte in Berlin Beschädigungen an dem Gebäude, in dem die deutsche Visa-Stelle untergebracht ist. Allerdings gebe es dort seit Monaten „keinen Dienstbetrieb“, sagte der Sprecher. Während der russischen Raketenangriffe waren seinen Angaben zufolge daher auch keine Mitarbeiter anwesend.

Ukraine-Krieg: Selenskyj mit Appell an Bevölkerung - Angriffe auf mehrere Städte

Update vom 10. Oktober, 10.10 Uhr: Bei russischen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind ersten Informationen zufolge acht Menschen gestorben, wobei 24 weitere verletzt wurden. Dies teilte der Berater des ukrainischen Innenministeriums, Rostislaw Smirnow, laut der ukrainischen Nachrichtenagentur Unian mit.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wendete sich mit einer Botschaft im Kurznachrichtendienst Telegram an die ukrainische Bevölkerung. „Der Morgen ist schwierig, wir haben es mit Terroristen zu tun“, so Selenskyj. Dutzende Raketen sowie iranische Kamikazedrohnen des Typs „Shaheed“ hätten Kiew angegriffen. Energieanlagen in der gesamten Ukraine seien ins Visier geraten. Der Staatschef sprach von Angriffen auf Chmelnyzkyj, Lwiw, Dnipro, Winnyzja, Frankiw, Saporischschja, Sumy, Charkiw, Schytormyr sowie Kirowohrad.

„Sie wollen Panik und Chaos, sie wollen unser Energiesystem zerstören. Sie sind hoffnungslos“, hieß es weiter vom ukrainischen Staatschef. Die Zeit und Ziele der Angriffe seien bewusst gewählt worden, „um so viel Schaden wie möglich anzurichten“. Selenskyj appellierte: „Bleiben Sie heute in Notunterkünften. Befolgen Sie immer die Sicherheitsregeln.“

Ukraine-Krieg: Touristische Brücke in Kiew wurde ebenfalls von russischen Raketen beschossen

Update vom 10. Oktober, 9.50 Uhr: Während den jüngsten Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew haben russische Truppen offenbar auch eine Brücke mit dem Namen „Glass Bridge“ beschossen. Die Brücke ist ein beliebter Ort bei Touristen, die Kiew besuchen. Sicherheitskameras haben den Einschlag einer russischen Rakete direkt neben der Brücke aufgenommen. Eine weitere Aufnahme aus einem anderen Winkel zeigte, wie sich gerade ein Mann auf der Brücke befand und dem Einschlag nur knapp entkommen konnte.

Ukraine-Krieg: Wladimir Klitschko äußert sich zu Kiew-Beschuss — „unendliches Leiden“

Update vom 10. Oktober, 9.15 Uhr: Die ukrainische Hauptstadt ist heute Morgen unter schweren Raketenbeschuss geraten. Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj bestätigte Tote und Verletzte. Über die Zahl machte er allerdings keine Angaben. Ex-Schwergewichts-Boxweltmeister und Bruder des Bürgermeisters von Kiew, Wladimir Klitschko, betonte gegenüber dem Sender „Bild TV“, es sei noch schwer, etwas über die genaue Zahl der toten und verletzten Zivilisten zu sagen. Fest stehe, dass russische Raketen im Stadtzentrum eingeschlagen seien, meldete Klitschko.

Auf die Frage, ob dieser Angriff als ein Racheakt für die Explosion der Krimbrücke zu werten ist, erwiderte der Ex-Boxer, unabhängig davon, ob dies der Fall ist oder nicht, gebe es in der Ukraine seit Kriegsbeginn Ende Februar „unendliches Leiden“. Mit den jüngsten Angriffen gehe es nun weiter. Zudem verbreiteten sich in den sozialen Medien Gerüchte, dass das Büro von Selenskyj getroffen worden sei. Diese Berichte wollte Klitschko nicht kommentieren. Er sei nicht der Bürgermeister von Kiew, sondern lediglich sein Bruder, sagte er. Bürgermeister Witali Klitschko meldete indes auf Telegram „mehrere Treffer auf die kritische Infrastruktur der Stadt”.

Selenskyj meldet Luftalarm in der gesamten Ukraine - sein Berater fordert mehr Waffen

Update vom 10. Oktober, 9 Uhr: Während in mehreren ukrainischen Städten Explosionen zu hören sind, meldete sich nun auch Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj zu Wort. „Der Luftalarm lässt in der gesamten Ukraine nicht nach“, schrieb Selenskyj im Kurznachrichtendienst Telegram und teilte mit, dass es Tote und Verwundete gebe. Er rief die Bürger dazu auf, Notunterkünfte nicht zu verlassen. „Passen Sie auf sich und Ihre Lieben auf. Lasst uns durchhalten und stark sein“, so der Präsident.

Sein Berater Mikhailo Podolyak äußerte sich auf Twitter zu den jüngsten Angriffen. Die Angriffe auf Kiew, Saporischschja und Dnipro würden die „terroristische Unzulänglichkeit“ von Russland zeigen. Moskau könne zwar Zivilisten töten, sei aber nicht dazu fähig, auf dem Schlachtfeld zu kämpfen. „Statt Gesprächen brauchen wir Luftverteidigungssysteme, Mehrfachraketenwerfer und Projektile mit größerer Reichweite“, so Podolyak.

Ukraine-Krieg: Klitschko bestätigt Angriff auf Kiew - offenbar auch Angriffe auf andere Städte

Update vom 10. Oktober, 8.45 Uhr: In der ukrainischen Hauptstadt Kiew kam es nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP zu zwei weiteren schweren Explosionen. Bürgermeister Witali Klitschko rief die Bevölkerung dazu auf, angesichts des russischen Raketenbeschusses Schutz zu suchen. Die dramatische Aufnahme einer jungen Frau aus Kiew zeigt, wie eine Rakete unmittelbar in ihrer Nähe einschlägt, während sie eine Videobotschaft filmt.

Indes meldete das ukrainische Präsidialamt, es gebe Angriffe auf „viele“ ukrainische Städte. Ukrainische Quellen melden übereinstimmend ebenfalls Angriffe auf die Stadt Lwiw/Lemberg im Westen des Landes.

Via Telegram schrieb Klitschko: „Die Hauptstadt wird von russischen Terroristen angegriffen! Die Raketen trafen Objekte im Stadtzentrum (im Bezirk Schewtschenkiw) und im Bezirk Solomjan. Der Luftalarm und damit die Bedrohung gehen weiter.“

Klitschko appellierte an die Bewohner Kiews in ihren Notunterkünften zu bleiben und nicht in die Innenstadt zu gehen - auch die Bewohner der Vororte warnte er. „Die zentralen Straßen von Kiew wurden von Ordnungskräften blockiert, Rettungsdienste arbeiten“, heißt es am Ende der Mitteilung.

Update vom 10. Oktober, 8.10 Uhr: Nach mehreren schweren Explosionen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew gibt es offenbar Tote und Verletzte. Dies teilte die Sprecherin des Staatlichen Notfalldienstes der Ukraine, Svetlana Wodolaga, gegenüber dem ukrainischen Internetsender „Hromadske“ mit. Durch den Beschuss beschädigte Autos würden auf den Straßen brennen, hieß es zudem, wobei Aufnahmen aus der Stadt die Information bestätigen.

Wie es aussieht, beschränkt sich der Beschuss nicht nur auf die Hauptstadt. Auch in weiteren Städten wie Dnipro berichten ukrainische Quellen von Explosionen durch den Einschlag von russischen Raketen.

Explosionen in Kiew - Bürgermeister Klitschko bestätigt Beschuss von Hauptstadt

Update vom 10. Oktober, 7.30 Uhr: Schwere Explosionen erschüttern aktuell die ukrainische Hauptstadt Kiew. In der Stadt kam es zu mindestens drei Explosionen, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Bürgermeister Witali Klitschko sprach im Kurznachrichtendienst Telegram von „mehreren Explosionen im Bezirk Shevchenkiv im Zentrum der Hauptstadt“. Auf Videos in sozialen Medien waren aufsteigende Rauchwolken zu sehen.

Ukraine-Krieg: Explosion auf der Krimbrücke — Putin macht Ukraine-Geheimdienst verantwortlich

Update vom 9. Oktober, 19.51 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat den ukrainischen Geheimdienst SBU für die schwere Explosion auf der Krim-Brücke verantwortlich gemacht. „Es gibt keine Zweifel. Das ist ein Terrorakt, der auf die Zerstörung kritischer ziviler Infrastruktur der Russischen Föderation ausgerichtet war“, sagte Putin am Sonntagabend.

Ukraine-Krieg: Russland wirft der Ukraine über 100 Angriffe auf seinem Gebiet vor

Update vom 9. Oktober, 18.54 Uhr: Rund siebeneinhalb Monate nach Kriegsbeginn hat Russlands Inlandsgeheimdienst FSB der Ukraine mehr als 100 Angriffe auf russisches Staatsgebiet vorgeworfen - alleine seit Anfang Oktober. Insgesamt seien in den vergangenen Tagen 32 Ortschaften in den an die Ukraine grenzenden Gebieten Brjansk, Kursk und Belgorod beschossen worden, teilte der FSB am Sonntag mit. Damit habe die Zahl der Angriffe zuletzt deutlich zugenommen. Unabhängig überprüft werden konnte das nicht. Bei den Angriffen seien ein Mensch getötet und fünf weitere verletzt worden, hieß es aus Moskau weiter.

Ukraine-Krieg: Deutscher Militär warnt davor, Russlands Drohungen zu unterschätzen

Update vom 9. Oktober, 15.25 Uhr: Der Bundeswehr-General Carsten Breuer forderte die Bürger Deutschlands auf, ihr Verhalten zu ändern. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine habe gezeigt, dass Krieg in Europa wieder möglich sei, sagte er gegenüber der Bild am Sonntag. Darauf müsse sich jeder mental einstellen. Auch riet er zur Anpassung der Vorratshaltung im Haushalt und zur Anschaffung einer Taschenlampe und genügend Batterien.

Im Ernstfall könne sich Deutschland aber verteidigen, sagte Breuer weiter. „Militärisch haben wir einen Schritt nach vorne gemacht. Den Einflussnahmen, denen wir derzeit ausgesetzt sind, können wir jedenfalls sehr viel entgegensetzen.“ Zugleich warnte er davor, die nuklearen Drohungen aus Russland zu unterschätzen. „Unsere Lebensweise, unsere Werte, unsere gesamte Gesellschaft“ seien bedroht.

Erstmeldung vom 9. Oktober: München — Im Ukraine-Krieg hat Russlands Machthaber Wladimir Putin vier ukrainische Regionen im Osten des Landes annektiert. Neben Donezk und Luhansk sowie Cherson gehört auch Saporischschja zu diesen Regionen. Geht es nach Moskau, so ist auch die Stadt Saporischschja nun Teil der Russischer Föderation. So verstärken russische Truppen ihre Angriffe auf das Gebiet, um vorzustoßen. Bei einem erneuten Angriff wurden zum wiederholten Male zivile Wohngebiete ins Visier genommen.

Ukraine-Krieg: Neuer russischer Angriff auf Saporischschja — mehrere Menschen wurden getötet

Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sind durch Raketen-Beschuss zwölf Menschen ums Leben gekommen. 49 Zivilisten seien zudem verletzt worden, teilte Selenskyj im Kurznachrichtendienst Telegram mit. Der staatliche ukrainische Notdienst sprach auf Telegram sogar von 17 Toten. Laut Selenskyj befinden sich auch sechs Kinder unter den Verletzten.

„Erneut Saporischschja. Erneut erbarmungslose Angriffe auf Zivilisten“, betonte der Staatschef in seiner Botschaft und fügte hinzu: „Absolutes Böse, Unmenschen und Terroristen.“ Zudem versicherte er, die Ukraine werde vom Befehlsgeber bis zum Täter jeden mit Beteiligung am Angriff zur Rechenschaft ziehen. Moskau hat zwar die Annexion des gesamten Oblast Saporischschja verkündet, allerdings befindet sich die gleichnamige Hauptstadt anders als ein Teil der Region weiterhin unter der Kontrolle des ukrainischen Militärs. Russische Truppen konnten die Stadt Saporischschja bislang nicht einnehmen.

EU will Ukrainer ausbilden — Trainingskurse sollen auch in Deutschland stattfinden

Indes will die Europäische Union offenbar mehr Anstrengungen zur Ausbildung von ukrainischen Soldaten unternehmen. Dies geht aus einem Bericht der Welt-Zeitung hervor. Demnach sollen im kommenden Winter bis zu 15.000 Ukrainer in EU-Staaten ausgebildet werden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf hochrangige EU-Diplomaten und entsprechende Beschlüsse. Die beiden Einsatz-Hauptquartiere sollen in Deutschland und Polen sein.

Die zuständigen EU-Botschafter verabschiedeten dem Bericht zufolge im Rahmen des „Politischen und Sicherheitspoltischen Komitees“ (PSK) einen Beschluss, wonach die entsprechenden Module und Strukturen schnell errichtet werden sollen. Wie die Zeitung unter Berufung auf Diplomatenkreise schreibt, soll in Polen ein multinationales Trainingskommando auf operativer Ebene errichtet werden.

Dabei sollen ukrainische Soldaten etwa in der Abwehr chemischer, biologischer und nuklearer Waffen, im Sanitätswesen und im Umgang mit Cyberangriffen ausgebildet werden. Auch die Ausbildung in militärischer Logistik, in der Instandsetzung von Waffen, im Häuserkampf und in Fragen der Luftverteidigung sowie des Artillerieeinsatzes gehörten dazu. In dem zweiten Trainingskommando werde Deutschland in größerem Umfang spezielle Ausbildungseinheiten anbieten, beispielsweise Minenräumung oder Taktikschulungen. Es solle aber auch Lehrgänge in anderen EU-Ländern geben. (bb/dpa)

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