CDU-Politiker zu Ambitionen

Merz als Bundeskanzler? Lobende Worte für Merkel - aber einer Frage nach Söder weicht er aus

CDU-Politiker Friedrich Merz
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Friedrich Merz hat im Kampf um die Merkel-Nachfolge harte Konkurrenz.

Über die Merkel-Nachfolge gibt der CDU-Parteitag im Dezember ersten Aufschluss. Merz strebt den Vorsitz an - doch auch aus der Schwesterpartei droht Konkurrenz. 

  • Der Kampf um die Nachfolge der scheidenden Kanzlerin Angela Merkel geht in die heiße Phase.
  • Friedrich Merz positioniert sich vor dem CDU-Parteitag im Dezember und lobt die Regierungschefin.
  • Doch Umfragewerte sehen einen Merz-Konkurrenten klar vorne.

Berlin – Die Bundestagswahl 2021 wirft ihre Schatten voraus. Die SPD* hat mit Olaf Scholz bereits vor Wochen ihren Kanzlerkandidaten gekürt.

Bei den Christdemokraten muss man diesen Schritt noch vollziehen. In knapp drei Monaten fällt eine erste Entscheidung über die Nachfolge von Bundeskanzlerin* Angela Merkel*. Auf dem CDU-Parteitag bewerben sich Friedrich Merz*, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet* und Norbert Röttgen* um den Parteivorsitz.

Friedrich Merz (CDU): Teamlösung mit Laschet und Röttgen „hervorragende Idee“

Merz sieht sich in der Lage, beide Posten ausfüllen zu können. „Ein Vorsitzender der CDU* muss grundsätzlich Bundeskanzler können und wollen“, zeigte er sich im interview mit der Bild am Sonntag selbstbewusst. Der frühere CDU-Fraktionsvorsitzende hält auch eine künftige Teamlösung mit seinen Kontrahenten Laschet und Röttgen, wie sie Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther vorgeschlagen hatte, für möglich.

Doch die genaue Rollenverteilung sei Aufgabe der Delegierten. „Eine hervorragende Idee“, befand Merz, „deshalb wird der Parteitag ja auch entscheiden, wer dieses Team führen soll. Diese Entscheidung ist das Königsrecht des Parteitags.“

Dass eine Wahl zum CDU-Vorsitzenden allerdings nicht gleichbedeutend mit der Kanzlerkandidatur ist, weiß Merz. CSU-Chef Markus Söder* hat eigene Ambitionen bislang nicht klar kommuniziert, der bayerische Ministerpräsident gilt aber als aussichtsreicher Kandidat.

Auf die Frage, ob Merz dem Kollegen von der Schwesterpartei den Vortritt lassen würde, wich er aus. „Die Union muss für die Bundestagswahl 2021 strategisch, inhaltlich und personell optimal aufgestellt sein. Und darüber sprechen wir selbstverständlich mit der CSU* nach dem Bundesparteitag der CDU“, so der 64-Jährige.

Friedrich Merz (CDU): Lob für Kanzlerin Merkel - Umfragewerte sprechen für CSU-Chef Söder

In der Wählerschaft hat Söder offenbar trotz mehrerer Pannen bei den Corona-Tests in Bayern weiterhin gute Karten. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar für die BamS trauen 31 Prozent dem bayerischen Landesvater Söder den Posten des Bundeskanzlers zu. Merz kommt unter den Befragten auf gerade 13 Prozent - knapp hinter Gesundheitsminister Jens Spahn* (14), aber deutlich vor Laschet (8).

Doch bevor Merz sich mit dem Thema Kanzlerkandidatur befassen kann, muss er die CDU-Mitglieder auf dem Parteitag am 4. und 5. Dezember in Stuttgart hinter sich bringen. Für die aktuelle Kanzlerin hat er derweil nur Lob übrig. An Merkel bewunder er „ihre Nervenstärke. Ihr Durchhaltevermögen. Und die Fähigkeit, das Land in einer Krise mit ruhiger Hand zu steuern“, betonte Merz. (kh) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

Video: CDU-Vorsitz - Team Laschet-Spahn gegen Merz gegen Röttgen

Friedrich Merz ist mit der Suche nach einer europäischen Lösung der Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria* nicht einverstanden. Es mache keinen Sinn, so der CDU-Politiker.

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