Ministerpräsident wird emotional

Söder schockt auf Parteitag mit Hass-Botschaften - „Am nächsten Baum aufgehängt werden“

Markus Söder sitzt beim virtuellen Parteitag vor seiner Rede in seinem Büro in der CSU-Landesleitung
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Ernste Worte zum Thema Rechtsextremismus: Söder beim CSU Parteitag.

Beim virtuellen CSU-Parteitag findet Bayerns Ministerpräsident Söder sehr klare Worte gegen Rechtsextremismus und kündigt weitere Schritte an.

  • Beim CSU-Parteitag schlägt Ministerpräsident Söder ernste Töne an.
  • In seiner Grundsatzrede spricht er sich auch klar gegen Rechtsextremismus aus.
  • Außerdem schildert er persönliche Beleidigungen, die ihn erreichen.

München - Nachdem der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Freitagmorgen in München bereits im Gedenken an die Opfer des rechtsextremistischen Oktoberfestattentats von 1980 gesprochen hat, widmet er dem Thema Rechtsextremismus auch in seiner Rede beim CSU-Parteitag einige Aufmerksamkeit. Bei der virtuellen Zusammenkunft seiner Partei warnt Söder, dass Rechtsextreme versuchten, die Unsicherheit, die durch Corona entstanden sei, zu kapern.

Jeder habe ein Recht auf Skepsis und Demonstration, aber Rechtsextreme versuchten momentan eine Art „Corona-Pegida“ zu etablieren. Man dürfe Nazis dieses Spiel nicht erlauben. Vor allem kritisiert er „offene und verdeckte“ Neonazis, die unter dem Vorwand des Kampfes gegen Corona die Demokratie angriffen. Der CSU-Vorsitzende betont beim digitalen Parteitag: „Unser und mein Leitmaßstab heißt Vernunft statt Verschwörung.“

Söder beim CSU-Parteitag: Er kündigt Verbot der Reichskriegsflagge für Bayern an

In diesem Zusammenhang kündigt Markus Söder* auch an, die Reichskriegsflagge, die bei solchen Demonstrationen aktuell oft geschwenkt wird, in Bayern verbieten zu lassen. Über ein Verbot der Flagge läuft aktuell eine bundesweite Debatte. Die Bremer Innenbehörde hatte bereits vergangene Woche beschlossen aus der Öffentlichkeit zu verbannen.

„Mit einer solchen Flagge zeigt man nämlich seine klare Ablehnung und auch Distanz zu unserer Demokratie“, so Söder. Er unterstreicht: „Wir lassen unsere freiheitliche Demokratie nicht von Rechtsradikalen kapern.“

Markus Söder: Der Hass trifft den Ministerpräsidenten auch persönlich

Auch „immer absurderen Verschwörungstheorien“ sagt der CSU*-Politiker den Kampf an. Er merke, dass der Ton aggressiver werde und dass sich Menschen radikalisierten. Vor allem letzteren Punkt bekommt Söder auch selbst zu spüren. So liest er während seiner Rede aus an ihn adressierten Zuschriften und Posts vor, um zu zeigen, „dass da eine größere Gefahr dahintersteht als manche glauben“.

„Sie werden den morgigen Tag nicht mehr erleben. Ich werde Sie erschießen, in Scheibchen schneiden und Tigern zum Fraß vorwerfen“, lautet zum Beispiel das erste vorgelesene Beispiel. Ein anderer Post zum Beispiel: „Jetzt ist Schluss! Dieser größenwahnsinnige Psychopath muss unbedingt schnellstmöglich am nächsten Baum aufgehängt werden.“ Söder sagt, er wolle trotz dieser Anfeindungen die Linie halten und stark bleiben. Nach dem Verlesen muss er sich aber dann doch sammeln: „Da muss man durchschnaufen“- er ist sichtlich mitgenommen. (mam/dpa) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes

Im Video: Kurz vor dem Parteitag im Netz erklärt Söder noch die aktuellen Corona-Maßnahmen

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