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Söder warnt vor Blackouts und kontert Scholz bei Atom-Laufzeitverlängerung: „Politische Entscheidung“

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Von: Dominik Göttler, Christian Deutschländer

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Markus Söder konterte nun Aussagen von Olaf Scholz zur Laufzeit von Atomkraftwerken. (Archivbild)
Markus Söder konterte nun Aussagen von Olaf Scholz zur Laufzeit von Atomkraftwerken. (Archivbild) © Sven Hoppe/dpa

Markus Söder sieht in der Gas-Krise ein düsteres Szenario auf die Republik zukommen. Er rät dringend: Verlängert die Restlaufzeit der letzten Atomkraftwerke!

München - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) drängt angesichts der aktuellen Energiekrise weiter auf eine Laufzeitverlängerung der deutschen Kernkraftwerke. „Ohne Atomenergie entstünde zusätzlich zum Gasnotstand noch eine riesige Stromlücke und es könnten Blackouts drohen“, sagte er im Interview mit dem Münchner Merkur. „Das dürfen wir nicht riskieren.“

Söder kontert Scholz in Energie-Frage: „Ist eine politische Entscheidung“

Söder betont, man könnte mit den jetzigen Brennstäben über den Winter kommen – und die Industrie sei auch mehrheitlich bereit, das zu tun. Ein vom bayerischen Umweltministerium in Auftrag gegebenes Gutachten des TÜV Süd belege, dass das Kernkraftwerk Isar 2 bis zum Jahresende 100 Prozent Strom erzeugen könnte - und mit den bestehenden Brennstäben dann noch mal sechs Monate lang insgesamt weitere fünf Terawattstunden. „Bis dahin hätten wir schon wieder neue Brennelemente. Es ist also eine politische Entscheidung und keine technische.“ Weitere Brennstäbe müssten jetzt beispielsweise in Kanada bestellt werden. Doch dafür müsse der Bund die Voraussetzungen schaffen.

Söder klagt an: Scholz‘ Ampel-Regierung lässt Bayern allein

Söder ist der Ansicht, dass der Süden von der Ampel-Regierung in der Energiekrise alleingelassen werde - weil der Bund nicht dafür sorge, dass der für Bayern wichtige Gasspeicher im österreichischen Haidach aufgefüllt werde. „Der Bund denkt nur an den Norden, nicht an den Süden.“ Dabei sei die Lage gefährlicher als viele denken. „Ich mache mir wirklich große Sorgen um unsere Betriebe, die Arbeitsplätze und warme Wohnungen“, sagte Söder im Interview.

Zuvor hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sich im Interview mit dem Münchner Merkur skeptisch über einen Weiterbetrieb geäußert und sich dabei auf Experten berufen. Scholz sagte allerdings auch, dass sich „niemand dagegenstellen würde“, falls es technisch „problemlos möglich wäre, die Laufzeit um ein oder zwei Jahre zu verlängern“. In der Ampel-Koalition in Berlin gibt es bei der FDP starke Sympathien für eine Laufzeitverlängerung, SPD und Grüne lehnen das mehrheitlich klar ab. Unter anderem werden in beiden Parteien Sorgen artikuliert, bei neuen Brennstäben sei man schon wieder auf Lieferungen aus Russland angewiesen.

Von Dominik Göttler und Christian Deutschländer

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