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Wladimir Putins Vermögen: Wie reich ist Russlands Präsident?

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Von: Jens Kiffmeier

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Villa, Yacht und Palast: Wladimir Putin wird ein milliardenschweres Vermögen nachgesagt. Russlands Präsident dementiert – und gibt sich bescheiden. Was stimmt?

Update vom 26. Februar 2022 um 08:30 Uhr: Nach Russlands Invasion der Ukraine hat die Europäische Union Sanktionen gegen Moskau verhängt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur stehen auch Wladimir Putin und sein Außenminister Sergej Lawrow auf der Sanktionsliste. Das könnte nun zur Folge haben, dass in der EU vorhandene Vermögenswerte der beiden Russen eingefroren werden. Zudem ist es möglich, dass Putin und Lawrow wegen der Sanktionen nicht mehr in die EU einreisen dürfen.

Erstmeldung vom 18. Februar 2022 um 18:34 Uhr: Moskau – Der Palast am Schwarzen Meer hat gigantische Ausmaße: 17.700 Quadratmeter soll er groß sein und er hat 1,12 Milliarden Euro beim Bau verschlungen. Hausherr in der überdimensionierten Villa: Wladimir Putin. Das behauptete jedenfalls Kremlkritiker Alexej Nawalny, der ein Video über das vermeintliche Anwesen von Russlands Präsidenten gedreht und veröffentlicht hat. Man habe es hier mit der „größten Bestechung in der Geschichte zu tun“, kommentierte Nawalny den Bericht über das Luxus-Anwesen. Doch kann das stimmen? Konnte das Staatsoberhaupt wirklich so ein Vermögen anhäufen? Und wie reich ist Putin wirklich?

Name:Wladimir Wladimirowitsch Putin
Funktion:Präsident Russlands
Alter:69 Jahre
Größe:1,70 Meter

Wladimir Putins Vermögen: Gutverdiener oder Milliardär – ist Russlands Präsident der reichste Mensch der Welt?

Seit Jahren ranken sich viele Mythen um Wladimir Putins Vermögen und den Reichtum von Russlands Präsidenten, der derzeit einen Krieg mit der Ukraine provoziert. Villen, Yachten, geheime Auslandskonten – die Spekulationen über den Besitz von Putin reißen nicht ab. 2007 schrieb der russische Politologe Stanislaw Belkowski in der „Welt“ Wladimir Putin ein Vermögen von rund 40 Milliarden Dollar zu – ähnlich wie das Vermögensmagazin im vergangenen Jahr. Indes schätzte der Brite Bill Browder, zeitweise einer der größten Auslandsinvestoren in Russland, bei einer Befragung im US-Senat im Jahr 2017 den Reichtum des russischen Staatsoberhauptes sogar auf mehr als 200 Milliarden Dollar – wonach Putin der reichste Mann der Welt gewesen wäre.

Russlands Präsident Wladimir Putin schreitet an einer Ehrengarde vorbei im Kreml durch eine goldene Tür und grinst.
Villen, Yachten und viel goldener Prunk? Über das tatsächliche Vermögen von Russlands Präsident Wladimir Putin gibt es nur Spekulationen. © Yurin Kadobnov/dpa

Doch auf offiziellen Listen taucht Putin, ein Mann des Kalten Krieges, nicht auf. Laut einer Statista-Analyse ist Alexey Mordashov mit einem Vermögen von rund 29,1 Milliarden US-Dollar derzeit der reichste russische Staatsbürger. Insgesamt leben demnach in Russland 99 Milliardäre, was eine recht kleine Zahl ist. Zum Vergleich: In den USA sind es laut Forbes immerhin 614. Doch ist Putin jetzt Gutverdiener oder Milliardär?

Villa und Yacht: Putin bezieht offiziell ein Gehalt – inoffiziell gibt es Gerüchte um großes Privatvermögen

Putin selber lässt eifrig jede Meldung über sein geschätztes Vermögen, seine Villa und seine Yachten dementieren. Stoisch verweist der Kreml seit Jahren auf das offizielle Gehalt des Präsidenten. Demnach erhält der Staatenlenker umgerechnet 283.787 Euro im Jahr. Neben diesem Gehalt als Regierungsvertreter nennt Putin eine 77 Quadratmeter große Wohnung in Moskau sein Eigen. Außerdem besitzt er eine 18 Quadratmeter große Garage und drei Autos – darunter zwei Oldtimer. Das war es angeblich. Zumindest offiziell.

Inoffiziell dürfte da aber vielleicht doch noch mehr sein. So gehen viele Beobachter und Kremlkritiker davon aus, dass Putin neben seinem Gehalt auch noch ein heimliches Privatvermögen anhäufe. Bereits seit seiner Zeit als Vorsitzender des Außenhandelsausschusses von St. Petersburg in den frühen 1990er Jahren umweht ihn der Verdacht der Korruption und Vetternwirtschaft, wie der Nachrichtensender n-tv berichtet. Doch eine entsprechende Untersuchung verlief – wie stets in diesen Fällen – im Sande.

Wladimir Putin privat: Russlands Präsident hüllt sich bei Kindern, Freundin und Vermögen in Schweigen

Dennoch wird er den Verdacht nicht los, sich großzügig zu bereichern. Es wird davon ausgegangen, dass Putin, der sich gut mit Gazprom-Aufsichtsrat Gerhard Schröder versteht, an Rohstofffirmen beteiligt ist, Aktienpakete ebenso besitzt wie diverse Luxus-Immobilien, die über Strohleute, alte KGB-Kontakte und befreundete Oligarchen getarnt werden. Einen Einblick lieferten dabei die sogenannten „Panama Papers“, die unter Federführung der Süddeutschen Zeitung ein Geflecht an internationalen Geldflüssen offenlegten. Dabei tauchte auch Putins bester Freund auf: Sergej Roldugin, eigentlich Cellist, Patenonkel von Putins Tochter und Inhaber einer Briefkastenfirma, über die jahrelang gewaltige Summen flossen. Putins Name, der neben seinem Vermögen auch sein Privatleben mit Frau und Kindern abschirmt, taucht dabei nie in Unterlagen und Urkunden auf.

Das zeigt sich auch im Fall des Palastes. So musste Nawalny in seinem Video einräumen, dass es kein offizielles Dokument gibt, das eine Verbindung zu Putin herstellt. Nach der Veröffentlichung des Videos, das in Russland und auf der Welt millionenfach angeklickt worden war, meldete sich ein anderer und gab an, die betreffende Luxus-Villa gehöre ihm. Es war Arkadi Rotenberg, Milliardär und ehemaliger Judo-Partner Putins.

Doch die Zweifel bleiben. Aber der Urheber des Videos kann derzeit nicht mehr nach möglichen Hintergründen forschen. Nawalny zog sich mit der Veröffentlichung einmal mehr den Zorn von Russlands Präsident Wladimir Putin zu. Der Kremlkritiker, der nur knapp einen Giftgasanschlag überlebte, sitzt derzeit in einer kleinen Zelle in Haft – fernab des Luxus-Palastes. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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