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Duell auf dem Laufsteg: Russisches Staats-TV ergießt Häme über „Miss Universum“

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Von: Franziska Schwarz

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„Miss Universum 2023 “ R‘Bonney Gabriel beim Schaulaufen in New Orleans
„Miss Universe 2023 “ R‘Bonney Gabriel beim Schaulaufen in New Orleans © Timothy A. Clary/AFP

Die USA haben Russland geschlagen – bei einem Schönheitswettbewerb. Im russischen Staatsfernsehen ergießt sich daraufhin Häme über die Gewinnerin.

Moskau/New Orleans – Russland hat nicht gewonnen. Die diesjährige „Miss Universe“ ist die amerikanische Kandidatin R‘Bonney Gabriel. Vor dem Hintergrund der politischen Weltlage für Russland demütigender als sonst? Offenbar schon. Der russische TV-Moderator Anatoli Kuzichew hat den USA nun „Hochmut“ vorgeworfen.

Es geht hier wohlgemerkt um einen internationalen Schönheitswettbewerb. Bei einem der Schaulaufen präsentierte sich die 28-jährige Gabriel am Samstag (14. Januar) leicht bekleidet und mit einer US-Flagge sowie einem Mond auf ihren Schultern – eine Anspielung auf die erste Mondlandung durch die USA im Jahr 1969.

Das Kostüm habe ihn „geschockt“, sagte Kuzichew später im staatlichen Sender Rossija 1 – und benannte das Kostüm kurzerhand in „Das Universum“ um. Auf ebendieses würden die USA wohl ihren Anspruch erstrecken wollen, wenn sie könnten, ätzte er.

Politische Andeutungen zu „Miss Universe“-Show: „Krone des russischen Imperiums“

Das Kostüm der russischen Kandidatin hingegen trage den Titel „Die Krone des russischen Imperiums“, ließ Kuzichew das Publikum wenig subtil wissen. Und Anna Linnikowa sei in ihrer prunkvollen Robe wenigstens elegant gekleidet gewesen, befand er. In seiner Sendung „Time Will Tell“ hatte Kuzichew schon zuvor mehrfach die Hilfen Washingtons für Kiew im Ukraine-Krieg verächtlich gemacht, wie Newsweek berichtet.

Die Journalistin Julia Davis – bekannt auch als Gründerin des Projekts „Russian Media Monitor“ – teilte im Netz einen Englisch untertitelten Clip des Vorfalls – und empörte sich über den Moderator: „Frau auf dem Mond“ sei der Name des Kostüms gewesen.

Gabriel aus den USA setzte sich gegen 83 Mitbewerberinnen durch. Sie wurde in Houston im US-Bundesstaat Texas geboren und hat nach Angaben der Organisatoren einen Bachelor in Modedesign. Die frühere High-School-Volleyballerin habe inzwischen eine eigene Firma und arbeite mit umweltfreundlichen und nachhaltigen Textilien. Sie sei die erste „Miss Universe“ aus den USA mit philippinischen Wurzeln, so die Veranstalter. Ihr Vater stammt aus dem südostasiatischen Inselstaat. (frs)

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