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Biden spricht zu „UFO“-Abschüssen in den USA – Ansage in Richtung Chinas Xi folgt

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Von: Bedrettin Bölükbasi, Nadja Zinsmeister, Franziska Schwarz, Hannes Niemeyer

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USA und China streiten über abgeschossene „UFOs“. In die Diskussion mischt sich nun auch der Nato-Generalsekretär ein. Auf US-Seite gibt es sogar ein Alien-Statement. Der News-Ticker.

Update vom 15. Februar, 20.55 Uhr: Die drei rätselhaften, jüngst vom US-Militär abgeschossenen Flugobjekte waren US-Präsident Joe Biden zufolge höchstwahrscheinlich zu Forschungszwecken unterwegs. Das erklärte der 80-Jährige bei einer Pressekonferenz am Donnerstagabend. Nach Einschätzung der Geheimdienste gehörten sie wohl Privatunternehmen oder Forschungseinrichtungen.

„Wir wissen noch nicht genau, worum es sich bei diesen drei Objekten handelte, aber im Moment deutet nichts darauf hin, dass sie mit Chinas Spionageballonprogramm in Verbindung standen“, sagte Biden weiter. Es spreche auch nichts dafür, dass sie zu Spionagezwecken im Auftrag eines anderen Landes unterwegs gewesen seien.

Weiter hat der US-Präsident den Abschuss eines mutmaßlichen chinesischen Spionageballons durch das amerikanische Militär gegen Kritik aus Peking verteidigt. „Ich entschuldige mich nicht für den Abschuss dieses Ballons“, sagte Biden. Die USA suchten keinen Konflikt mit China und wollten keinen neuen Kalten Krieg. Es gehe lediglich um einen Wettbewerb zwischen beiden Staaten. Diplomaten beider Länder seien weiter in Kontakt. „Und ich erwarte, dass ich mit Präsident Xi sprechen werde“, betonte er mit Blick auf seinen chinesischen Amtskollegen Xi Jinping.

US-Präsident Joe Biden hat sich erstmals in einer PK zu den abgeschossenen Flugobjekten geäußert.
US-Präsident Joe Biden hat sich erstmals in einer PK zu den abgeschossenen Flugobjekten geäußert. © IMAGO / MediaPunch

„UFO“-Abschüsse in den USA: Interne Infos - und neue These zu Chinas Ballon

Update vom 15. Februar, 10.21 Uhr: Das US-Militär hat die Route des abgeschossenen chinesischen Ballons einem Medienbericht zufolge bereits seit seinem Start verfolgt. Der Ballon sei schon gut eine Woche beobachtet worden, bevor er Ende Januar in den US-Luftraum eingedrungen sei, berichtete die Washington Post unter Berufung auf mehrere US-Beamte. Der Ballon startete demnach von seinem Heimatstützpunkt auf der südchinesischen Insel Hainan.

Er habe zunächst eine Flugbahn eingeschlagen, die ihn über das US-Außengebiet Guam zu führen schien, wo sich mehrere US-Militärstützpunkte befinden, hieß es weiter. Doch dann habe er unerwartet einen nördlichen Kurs eingeschlagen. Der Ballon habe später über Alaskas Aleuten-Inseln geschwebt und sei dann über Kanada gedriftet, von wo er anscheinend durch starke Winde auf das Festland der Vereinigten Staaten getrieben sei.

Analysten untersuchten dem Bericht zufolge nun die Möglichkeit, dass China mit seinem „Überwachungsgerät“ nicht absichtlich in das amerikanische Kernland eindringen wollte.

Chinesischer Überwachungsballon abgeschossen - Vorwürfe gegen China

Update vom 15. Februar, 6.33 Uhr: Im Rätselraten um die unidentifizierten Flugobjekte über Nordamerika steigt der Druck auf US-Präsident Joe Biden. Er solle transparenter sein, forderten Politiker aus beiden politischen Lagern am Dienstag (Ortszeit). Bisher äußerte sich Biden nicht zu den drei Flugobjekten, die zwischen Freitag und Sonntag über dem Luftraum der USA und Kanadas abgeschossen worden waren. Stattdessen sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, es gebe keinen Hinweis darauf, dass die Flugkörper zu Spionagezwecken unterwegs gewesen seien. Woher die Objekte stammten und warum sie am Himmel waren, wisse man jedoch noch nicht.

Senatoren beider politischer Lager erhielten am Dienstag hinter verschlossenen Türen weitere Informationen zu den Vorgängen. Der demokratische Senator Richard Blumenthal sagte nach dem Briefing, er verstehe die Vorfälle jetzt besser, aber die Bevölkerung müsse mehr darüber erfahren. Er sei aber nicht besorgt, dass die USA bedroht würden. Der republikanische Senator Tom Cotton sagte, die Amerikaner hätten ein Recht darauf, zu wissen, warum Biden die Flugobjekte habe abschießen lassen.

Update vom 14. Februar, 9.45 Uhr: Nach dem Abschuss eines vierten „Objekts“ über den USA hat das US-Verteidigungsministerium Mitglieder des Kongresses über weitere Details informiert, wie der US-Sender CNN unter Berufung auf anonyme Beamte berichtete. Bei dem fliegenden Objekt hat es sich demnach um einen „kleinen, metallischen Ballon mit einer angehängten Nutzlast“ gehandelt.

Weitere Beamte teilten dem Sender mit, bei dem Abschuss des Objekts habe die erste Rakete, die von einer F-16 abgefeuert wurde, ihr Ziel verfehlt. Aufgrund der sehr kleinen Größe sei das Ziel schwer zu treffen gewesen, hatte General Glen VanHerck, Kommandeur des Nordamerikanischen Luftverteidigungskommandos (NORAD), bei der Pressekonferenz nach dem Vorfall betont. Die erste Rakete, die ihr Ziel verfehlt hat, erwähnte er aber nicht. Laut CNN ist unklar, wo die Rakete gelandet ist.

Viertes „UFO“ abgeschossen: USA äußern sich zu Alien-Spekulation

Update vom 13. Februar, 20.19 Uhr: Angesichts zunehmender Spekulationen rund um die abgeschossenen Flugobjekte über Nordamerika sah sich das Weiße Haus zu einer Klarstellung genötigt – und hat einen möglichen Zusammenhang mit Außerirdischen ausgeschlossen.

„Es gibt keinen Hinweis auf Aliens oder außerirdische Aktivitäten bei diesen jüngsten Abschussaktionen“, sagte Sprecherin Karine Jean-Pierre am Montag in Washington. „Ich wollte sicherstellen, dass das amerikanische Volk das weiß.“ Es habe viele Fragen dazu gegeben. „Und es war uns wichtig, das von hier aus zu sagen.“

Verstärkte Überwachungsaktivitäten: Nato-Generalsekretär äußert sich zu UFOs

Update vom 13. Februar, 17.46 Uhr: Die mutmaßlichen Spionage-Objekte über den USA sind nach Ansicht von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg Teil verstärkter Überwachungsaktivitäten durch Länder wie China und Russland. Der Norweger sprach am Montag in Brüssel von einem „Muster, bei dem China, aber auch Russland, ihre Geheimdienst- und Überwachungsaktivitäten gegen Nato-Verbündete“ verstärkten. Dies sehe man im Cyberspace, an mehr und mehr Satelliten, aber auch an den Ballons.

Deshalb sei es wichtig, den Austausch von Informationen sowie die Überwachung und den Schutz des Luftraums zu verstärken und zu verbessern, sagte Stoltenberg. Eine bessere Zusammenarbeit in Weltraumfragen werde auch Thema des Treffens der Verteidigungsminister der 30 Nato-Staaten am Dienstag und Mittwoch in Brüssel. Es gehe darum, Daten gemeinsam zu nutzen, mehr Daten auch von kommerziellen Satelliten zu sammeln und mit der Nato-Kommandostruktur zu teilen.

Drei Flugobjekte abgeschossen: Ministerin erklärt vermehrte Sichtungen

Update vom 13. Februar, 15.28 Uhr: Die seit Freitag (10. Februar) abgeschossenen drei Flugobjekte (über Alaska, dem Yukon-Territorium sowie dem Huron-See) wurden nach Angaben von US-Vize-Verteidigungsministerin Melissa Dalton dank veränderten Radareinstellungen entdeckt. Nach dem Abschuss des ersten Ballons seien Parameter verändert wurden, um nach kleineren und langsameren Objekten zu suchen.

USA weisen Vorwürfe aus Peking zurück: „Lassen keine Ballons über China fliegen“

Update vom 13. Februar, 15.01 Uhr: Die US-Regierung weist Anschuldigungen aus China zurück, amerikanische Ballons seien mehrfach in großer Höhe über China geflogen. „Das ist absolut nicht wahr“, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby, nun dem Sender MSNBC. „Wir lassen keine Ballons über China fliegen.“

Update vom 13. Februar, 14.07 Uhr: Der vor einigen Tagen abgeschossenene Ballon diente zu Spionagezwecken - in dieser Frage sind sich die USA sicher. Doch zu den seither weiteren drei entdeckten Flugobjekten äußerte sich Vize-Verteidigungsministerin Melissa Dalton vorsichtig. Sie sagte am Sonntag (12. Februar) lediglich, es sei bekannt, dass auch öffentliche und private Forschungseinrichtungen eigene Forschungsfahrzeuge in diese Höhen in die Atmosphäre schießen.

Nach Flugobjekt-Vorfällen: Republikaner teilen gegen Biden aus

Update vom 13. Februar, 13.21 Uhr: Die Republikaner kritisieren US-Präsident Joe Biden nach den Flugobjekt-Vorfällen scharf. Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses, Mike Turner, wirft Biden Versagen beim Grenzschutz vor.

Hohe US-Beamte erschienen „schießwütig“, sagte er in der CNN-Sendung „State of the Union“ vom Sonntag (12. Februar). Wenigstens sei dies besser als die „Nachgiebigkeit, welche sie gezeigt hätten, „als der chinesische Spionage-Ballon über sensible Standorte unseres Landes flog“, urteilte Turner. Er hatte Biden bereits vorgeworfen, dass der mutmaßliche Spionage-Ballon erst abgeschossen worden sei, als dieser „seine Mission schon längst erfüllt“ habe. Das Objekt hätte niemals in den US-Luftraum eindringen dürfen.

Zusammenhang mit Aliens? Kommandeur des US-Nordkommandos „schließt nichts aus“

Update vom 13. Februar, 12.38 Uhr: Seit Freitag (10. Februar) wurden drei unbekannte Flugobjekte über Nordamerika gesichtet: Über dem US-Bundesstaat Alaska, über dem kanadischen Yukon-Territorium und - zuletzt - über dem Huron-See. Der Kommandeur des US-Nordkommandos, Glen VanHerck, sagte, alle drei seien „sehr klein“ gewesen und hätten sich sehr langsam fortbewegt, etwa mit Windgeschwindigkeit. Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur Reuters, ob er einen Zusammenhang mit Außerirdischen ausschließe, antwortete er: „Ich schließe nichts aus.“

USA und China kommunizieren erstmals über mutmaßlichen Spionage-Ballon

Update vom 13. Februar, 11.50 Uhr: Die USA haben nach dem Abschuss eines mutmaßlichen Spionage-Ballons vor fast zehn Tagen erstmals mit China über den Fall kommuniziert. Es habe „Kontakte zur Volksrepublik China wegen des Höhenballons“ gegeben, sagte Vize-Verteidigungsministerin Melissa Dalton am Sonntag (12. Februar) vor Journalisten. Sie machte keine Angaben dazu, wer an dem Kontakt beteiligt war oder welchen Inhalt er hatte.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hatte zunächst vergeblich um ein Gespräch mit seinem chinesischen Amtskollegen gebeten. Am Donnerstag (9. Februar) hatte Peking bestätigt, ein Telefonat mit ihm nach dem Ballon-Abschuss abgelehnt zu haben, weil die „die unverantwortliche und ernsthaft irrtümliche Herangehensweise der USA“ für einen Dialog „keine passende Atmosphäre“ gewesen sei.

China bezeichnet USA als „führendes Spionage-Imperium in der Welt“

Update vom 13. Februar, 11.06 Uhr: China erhebt nach dem Abschuss mehrerer Flugobjekte durch die USA weitere Vorwürfe. „Es ist ziemlich klar, welches Land das führende Spionage-Imperium in der Welt ist“, sagte Außenamtssprecher Wang Wenbin bei einer Pressekonferenz. Er verwies auch auf die Abhöraktivitäten und das große Netz von Agenten der Vereinigten Staaten. Die USA hätten Gespräche und Botschaften ausländischer Regierungsspitzen aus Deutschland, Frankreich, Norwegen, Schweden, den Niederlanden und anderer europäischen Länder abgefangen.

Bericht der „Global Times“: Auch Chinesische Marine meldet UFO-Sichtung

Update vom 13. Februar, 10.28 Uhr: Auch China meldet die Sichtung eines unidentifizierten Flugobjekts (unidentified flying object, Abkürzung: UFO). Das berichtet die staatliche chinesische Zeitung Global Times und beruft sich dabei auf Angaben der Marine in der ostchinesischen Provinz Shandong vom Sonntagabend (12. Februar). Laut den Behörden sei das UFO vor der Küste nahe der Stadt Rizhao gesehen worden. Man bereite den Abschuss vor, hieß es in dem Bericht weiter.

China erhebt Vorwürfe gegen USA: Ballons „illegal“ in chinesischem Luftraum

Update vom 13. Februar, 10.13 Uhr: Handelt es sich womöglich um einen Gegenangriff wegen der jüngsten Meldungen über ein weiteres unbekanntes Flugobjekt? Laut dem chinesischen Außenministeriums sind US-Ballons allein seit Januar 2022 „mehr als zehn Mal illegal“ in den chinesischen Luftraum eingedrungen. China habe darauf „verantwortungsvoll und professionell“ reagiert, sagte ein Sprecher in Peking. Er forderte die USA auf, „ihren Kurs zu ändern und sich selbst zu überprüfen, anstatt China zu verleumden und zu beschuldigen“.

Der tagelange Überflug eines chinesischen Ballons über die USA hatte zu einem Eklat zwischen Washington und Peking geführt. Washington hatte erklärt, der abgeschossene Ballon habe zu einer ganzen Flotte von Spionage-Ballons gehört, die über fünf Kontinente geflogen seien. China wies den Vorwurf zurück.

Abschuss von unbekanntem Flugobjekt (UFO): Offizielles Statement aus China

Update vom 13. Februar, 9.39 Uhr: China will von dem weiteren Abschuss eines Flugkörpers durch die USA nichts wissen. Das sagte laut der chinesischen Global Times ein Sprecher des Außenministeriums in Peking. Dass die Vereinigten Staaten „häufig“ unbekannte Flugobjekte vom Himmel holten, sei eine „Überreaktion“.

Update vom 13. Februar, 8.55 Uhr: Nachdem US-Kampfflugzeuge über dem Huronsee im Norden des Landes an der Grenze zu Kanada ein viertes Objekt abgeschossen haben, informierte das Pentagon sowohl mit einer Mitteilung als auch einer Pressekonferenz über Zoom zur aktuellen Lage. US-Beamte gaben gegenüber dem Sender CNN an, bei dem Objekt habe es sich um ein achteckiges Konstrukt mit lose anhängenden Seilen ohne eine sichtbare Ladung gehandelt. Das Pentagon teilte in einer Erklärung mit, dass man nun die Teile des bei 20.000 Fuß (circa 6 Kilometer) abgeschossenen Objekts bergen werde, um mehr Informationen zu sammeln.

In der Mitteilung hieß es zudem, zwar sei von dem Objekt keine „kinetische Bedrohung“ für Ziele am Boden ausgegangen. Allerdings habe es sich um eine Gefahr für die zivile Luftfahrt gehandelt. Zudem sei es auch eine Bedrohung wegen möglicher Spionagefähigkeiten gewesen, weshalb das Objekt von einem F-22-Kampfjet mit einer AIM-9X-Rakete abgeschossen worden sei. Bei der anschließenden Pressekonferenz über Zoom traten die Assistentin des Verteidigungsministers, Melissa Dalton, und der Befehlshaber des Nördlichen US-Kommandos, Glen VanHerck, vor die Presse.

USA schießen Flugobjekt über Hurorensee ab

Erstmeldung vom 12. Februar: Washington – Die Sichtungen von rätselhaften Flugobjekten über den USA scheinen sich langsam zu überschlagen. Wie mehrere US-Medien am Sonntag berichteten, hat das US-Militär einen weiteren Flugkörper abgeschossen. Der Vorgang hat sich offenbar über dem Huronsee abgespielt, der der im Grenzgebiet zwischen den USA und Kanada liegt.

Über den Abschuss des Flugobjekts hatten zunächst die Sender CNN und ABC übereinstimmend unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet. Offizielle Angaben zu dem Geschehen gab es zunächst nicht. Mit dem Abschuss eines Flugobjekts über dem Hurorensee würde es sich jedoch um die bereits vierte Sichtung in kürzester Zeit handeln.

Zum Überblick: Vor einer Woche hat die USA einen chinesischen Ballon vor der Küste des Bundesstaates South Carolina vom Himmel geholt. Der Vorfall sorgte für Aufregung. Während laut der USA der Ballon vermutlich für Spionage-Zwecke eingesetzt wurde, streitet Chinas Regierung die Vorwürfe ab und behauptet, der Ballon sei lediglich vom Kurs abgekommen. Kurze Zeit später hatten US-Kampfjets auch am Freitag und Samstag zwei nicht näher identifizierte Flugobjekte abgeschossen: eines vor der Küste des US-Bundesstaats Alaska, das andere über dem Norden Kanadas. Bei letzteren beiden ist jedoch noch vieles unklar - darunter die Fragen, von wem die Flugobjekte stammen, um welche es sich genau handelte und welchen Zweck sie erfüllen sollten. (nz mit dpa)

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