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Beerdigungskosten liegen bei durchschnittlich 13.000 Euro – Baumbestattungen sind knapp dreimal günstiger

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Von: Anna Heyers

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Beerdigungen können richtig teuer werden. Es ist wichtig, einen Überblick über die Kosten von Friedhofsgebühren, Bestatter und die Trauerfeier zu behalten.

Beerdigungen sind ein Thema, über das nur ungern gesprochen wird – erst recht, wenn es sich womöglich um die eigene handelt. Kümmert man sich selbst nicht, ist es an den Angehörigen, sich im Fall der Fälle um alles zu kümmern. Eine Situation, die besonders in der Trauerzeit so manche Familie überfordern kann. Es ist wichtig zu wissen, wer mit wem spricht, wer die Organisation übernimmt und – ganz wichtig – wie hoch die Kosten für die Beerdigung sein werden.

Beerdigungskosten – was gehört alles dazu?

Etwa 13.000 Euro kostet eine Beerdigung in Deutschland durchschnittlich. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Beerdigungsoptionen und ihre Ausführung sind allerdings sehr groß. So kostet laut dem Fachmagazin Finanztip.de eine Feuerbestattung, anonym, rund 2.000 Euro. Für eine Bestattung auf einem Friedhof im Sarg kann locker mehr als 30.000 Euro gezahlt werden. Die Grenzen nach oben sind dabei offen – teurer geht immer.

Kosten hängen auch von der Art der Beerdigung ab

Wie viel am Ende gezahlt werden muss, kommt auch auf die eigenen Wünsche an. Wie möchte man zum Beispiel beerdigt werden? Vielleicht mit einer Erd-, Feuer-, Baum- oder sogar Seebestattung? Auch das „Wo“ spielt eine Rolle: Ein Friedhof bietet etwa Gemeinschafts- oder Einzelgräber, eine Urnen-Nische oder ein Reihengrab. Das Angebot kann hier natürlich von Friedhof zu Friedhof variieren.

Generell lassen sich Beerdigungskosten in drei große Bereiche aufteilen: die Friedhofsgebühren, die Kosten für den Bestatter und alles rund um die Trauerfeier. Gut zu wissen: Einige Beträge lassen sich von der Steuer absetzen.

Erster Kostenpunkt: Bestattungsunternehmen ist für die Beerdigung unabdingbar

In jedem Bundesland ist gesetzlich vorgeschrieben, dass eine Leiche in einem Leichenwagen transportiert werden muss. Sei es auf dem Weg zum Friedhof oder davor auf dem Weg zum Bestatter. Ein Bestatter ist aber nicht nur ein Muss – das Unternehmen ist auch Ansprechpartner für Fragen und Nöte, vermittelt häufig auch noch andere Dienstleister wie etwa Floristen und kann den Trauernden auch Extraaufgaben – für eine Zusatzzahlung – abnehmen.

Um herauszufinden, in welchem Preisrahmen sich die Kosten für die Beerdigung bewegen, kann man gut den Bestattungsplaner des „Bundesverbands Deutscher Bestatter“ zu Hilfe nehmen. Hier wählt man zwischen vier Bestattungsarten und auch zwischen ebenfalls vier Preismodellen, von denen „Standard“ das Günstigste ist. Die Kosten sind dabei variabel und es kommt dabei zum Beispiel auch auf den Sarg an. Finanztip.de hat sich dabei einmal die durchschnittlichen Bestatterkosten angesehen:

Erdbestattung3.300 Euro
Feuerbestattung3.200 Euro
Baumbestattung3.200 Euro
Seebestattung3.500 Euro

Die Wahl des Bestatters: Immer mindestens zwei Angebote vergleichen

Wichtig vorab: Der Beruf Bestatter ist in Deutschland nicht geschützt. Im Grunde kann also jeder ein Gewerbe in dem Bereich anmelden – und das ohne Ausbildung. Die Bestatter vor Ort haben zudem Online-Konkurrenz bekommen, bei denen man teilweise aber sehr genau hinschauen muss. Einen guten Überblick gibt auch hier der Bundesverband Deutscher Bestatter. Der Verband vergibt Qualitätssiegel, nach denen man sich gut richten kann.

Um zu entscheiden, welchen Anbieter man wählen möchte, sollte man mindestens zwei, besser drei oder vier Angebote verschiedener Bestatter vergleichen. Dabei sollte man unbedingt darauf achten, dass wirklich alle Leistungen aufgeschlüsselt werden. So wird man am Ende nicht böse überrascht. Ein seriöser Bestatter geht sogar noch einen Extra-Schritt und informiert seine Kunden über Kosten für Friedhof und Steinmetz (für einen etwaigen Grabstein).

Zweiter Kostenpunkt: die Friedhofsgebühren

Neben den Kosten für das Bestattungsunternehmen sind die Friedhofsgebühren der zweite wichtige, und unvermeidliche, Kostenpunkt, denn in Deutschland gibt es eine Bestattungspflicht. Aus diesem Grund unterhalten Gemeinden und Städte Friedhöfe (katholisch, evangelisch, jüdisch). Sogenannte Friedhofswälder sind in der Regel privat geführt.

Die Friedhofsgebühren sind festgelegt und können nicht verhandelt werden. Dazu gehören eine Art Grundgebühr (Bestattungsgebühr) und die Grabnutzungsgebühr. Vorsicht: Diese wird meist als Jahresgebühr angegeben, sie muss aber für die gesamte Zeit bezahlt werden. Also zum Beispiel zehn bis 35 Jahre auf einmal – wie lange genau, liest man in der Friedhofssatzung. Auch die Art der Beisetzung unterscheidet sich bei den Kosten: Eine Feuerbestattung etwa ist günstiger als eine Erdbestattung. Einen groben Überblick kann die folgende Tabelle bieten (Datenbank von Aeternitas e.V.)

OrtErdbestattung (Wahlgrab)Feuerbestattung (Reihengrab)
München2.476 Euro (für zehn Jahre)1.486 Euro (für zehn Jahre)
Kiel2.155 Euro (für 25 Jahre)1.205 Euro (für 20 Jahre)
Leipzig1.792 Euro (für 20 Jahre)828 Euro (für 20 Jahre)
Stuttgart3.527 Euro (für 20 Jahre)1.320 Euro (für 20 Jahre)

Baumbestattungen im Trend

Viele Menschen fühlen sich von den Regeln auf einem Friedhof abgeschreckt und wollen ihre Angehörigen lieber in der freien Natur besuchen. Vielleicht möchte man auch selbst genau an einem solchen Ort beerdigt werden. Friedwälder, auch Ruhe- oder Bestattungswald genannt, sind genau für diese Personen ideal. Die Regeln sind freier und ein Grabbesuch ähnelt hier mehr einem Waldspaziergang.

Zum Thema Friedhofsbestattung: Eine grüne Wiese mit einer hölzernen Bank. Dahinter: Mehrere Bäume mit Blumensträußen.
Zum Innehalten, Vermissen und Trauern genauso wie zum Spazierengehen: Bestattungswälder sind etwas Besonderes – und liegen im Trend. © Roland Hartig/Imago

Bei einer Baumbestattung wird der Körper des Toten verbrannt und anschließend in einer Urne an einem Baumstamm beigesetzt. Vielleicht bekommt der Baum nur eine Nummer, vielleicht eine Plakette mit Namen – das kommt auf die eigenen Wünsche an. Die durchschnittlichen Gesamtkosten liegen bei einer Urnenbestattung in dieser Art bei ab etwa 4.400 Euro – inklusive Bestattungsinstitut (ab 3.200 Euro) und Friedhofsgebühren (ab 1.200 Euro) – ein Vielfaches günstiger als die traditionelle Erdbestattung auf einem Friedhof.

Dritter Kostenpunkt: die Trauerfeier

Nach der Beisetzung gibt es klassischerweise noch Kaffee und Kuchen. Wie teuer das wird, hängt von der Anzahl an Gästen, dem Angebot und dem Lokal ab. Oft laden Angehörige die enge Familie auch zu sich nach Hause ein und verköstigen sie selbst mit Getränken und Speisen.

Mögliche Zusatzkosten

Gerade bei Erd- und Feuerbestattungen kommt oft noch der Grabstein als große Kostenstelle hinzu. Hierbei gilt, genau wie beim Bestatter, sich besser mehrere Angebote einzuholen. Die Kosten variieren stark, Größe, Material und Gestaltung spielen ebenfalls eine Rolle.

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