Doch sie gibt nicht auf

Frau klagt über Periodenschmerz - und macht traurige Entdeckung

Die junge Frau hat schon immer massive Beschwerden während ihrer Periode. Doch was jetzt herauskam, scheint unfassbar: Die 25-Jährige hat Krebs in der Vagina.

Stolz lächelt sie in die Kamera, sie wirkt unbekümmert und selbstbewusst. Doch in Antonia Atherton sieht es anders aus. Die lebenslustige Britin hat nämlich erst im April 2017 eine traurige Diagnose bekommen: Sie hat Krebs.

Antonia hat mit nur 25 Jahren Krebs: Ist ihre Endometriose daran schuld?

Damals fuhr sie eigentlich "nur" wegen starker Unterleibsschmerzen ins Krankenhaus. Doch am Ende zeigte sich auf dem Ultraschall ein komischer Schatten. Zwar wusste die 25-Jährige zu diesem Zeitpunkt bereits, dass sie an einer Endometriose, also einer Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut, leidet. Sie wusste auch, dass sie deshalb auch immer wieder mit starken Unterleibskrämpfen während ihrer Periode zu kämpfen hatte.

Doch was ihr die Ärzte dann kurze Zeit später erklärten, riss ihr den Boden unter den Füßen weg: In Antonias Scheidenwand befindet sich ein Tumor, ein sogenanntes Vaginalkarzinom. Gegenüber der Bild spricht sie jetzt über die schwere Zeit nach der Krebsdiagnose. "Ich war total geschockt. Ich wusste nicht mal, dass es so etwas wie Vaginalkrebs gibt", erzählt die junge Frau.

Krebs in der Scheide: Was Sie über Vaginalkarzinom wissen müssen

Tatsächlich handelt es sich dabei auch um eine sehr seltene Krebsform. Generell machen Vaginalkarzinome auch nur zwei bis drei Prozent aller bösartigen Tumore im Vaginalbereich einer Frau aus. Zudem erkranken die meisten Betroffenen daran erst im Laufe ihres Lebens zwischen 60 und 80 Jahren, erklärt auch Dr. Oliver Heine, Chefarzt der Gynäkologie am Asklepios Klinikum Hamburg Wandsbek.

Auch diese Frau hat Krebs - nachdem sie jahrelang Babypuder zum Intimpflege benutzte. Lesen Sie hier mehr.

Die Ärzte handelten im Falle von Antonia sofort und verordneten ihr eine Chemotherapie. Zudem bekam sie eine Laser-OP und Bestrahlung. "Das Schlimmste für mich war, während der Chemotherapie die Haare zu verlieren. Weniger die am Kopf, aber die Augenbrauen. Das war furchtbar."

Dennoch lässt sie sich davon nicht unterkriegen und sprühte bald wieder vor Lebensfreude: "Irgendwann gewöhnt man sich aber daran. Dann machst du einfach weiter. Es sind nur Haare, und sie werden auch wieder wachsen, habe ich mir gesagt."

In dieser schweren Zeit ist Make-Up ihr bester Freund, sagt sie. Damit überschminkt sie einfach die fehlenden Augenbrauen – und will so zeigen: Ich mache weiter! Denn die junge Frau aus Liverpool ist froh, dass der Krebs früh genug entdeckt wurde und behandelt werden kann.

#dontfearthesmear: So lebt Antonia mit der Krebsdiagnose - und will wachrütteln

"Ich habe der Endometriose zu verdanken, dass die Krankheit entdeckt wurde. Man muss aber auch sagen, dass er häufig unentdeckt bleibt, eben weil die Symptome denen der Endometriose so ähnlich sind." Auf Twitter hält sie ihren Leidensweg fest und will so ihre Follower über die seltene Krebskrankheit aufklären.

Es gibt auch andere Anzeichen für Krebs. Zum Beispiel, wenn sie plötzlich keine Lust mehr auf Ihr Lieblingsessen verspüren. Erfahren Sie hier, wieso das so ist.

Zudem macht sie sich in den sozialen Netzwerken mit dem Hashtag #dontfearthesmear für Pap-Tests stark, damit mehr Frauen zur Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt gehen. Der Grund dafür: Ein Vaginalkarzinom, ebenso wie auch Gebärmutterhalskrebs, kann nämlich durch eine Infektion mit dem humanen Papilloma-Virus (HPV) entstehen.

Ein weiterer Wermutstropfen, der der 25-Jährigen bleibt: Einige Betroffene können am Ende durch die Bestrahlung des Vaginalkarzinoms keine Kinder mehr haben. "Bereits eine geringe Strahlendosis schädigt die Eierstöcke und führt zum Erlöschen der Ovarfunktion."

Wegen Scheidenkrebs: Antonia wird wohl nie Kinder bekommen können - und die zweite Chemo steht bereits an

Das weiß auch Antonia, die Besitzerin eines Kinderbekleidungsladens und mit ihrem Freund James sehr glücklich ist. "Es ist noch nicht klar, ob ich jemals Kinder bekommen kann. Ich versuche aber, nicht zu viel zu grübeln - schließlich kann ich es nicht kontrollieren. Außerdem: Es gibt ja immer wieder Wunder."

Für James und Antonias Familie war die Diagnose allerdings sehr hart, gibt sie zu. "Aber sie unterstützen mich alle sehr. James geht ganz wunderbar damit um und hilft mir, wo er kann", sagt die 25-Jährige.

Allerdings kommen noch harte Zeiten auf sie zu – denn es steht bald noch eine weitere Chemo an: "Momentan fühle ich mich gut. Leider ist der Krebs aber wiedergekommen und ich muss mich einer weiteren Chemo unterziehen." Doch davon will sie sich nicht herunterziehen lassen – und ihr Leben weiterhin in vollen Zügen genießen.

Schockierend: Lesen Sie hier auch, wie gefährlich ein schwarzer Streifen auf Ihrem Nagel sein kann.

jp

Mit einer Stammzellspende Leben retten

Um sich als Spender zu registrieren, muss man zunächst eine Gewebeprobe ins Labor schicken. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn
Um sich als Spender zu registrieren, muss man zunächst eine Gewebeprobe ins Labor schicken. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn © Franziska Gabbert
Im Labor werden die Gewebeproben der potenziellen Spender analysiert. Die Merkmale werden in einer Datenbank gespeichert. Foto: DKMS/dpa-tmn
Im Labor werden die Gewebeproben der potenziellen Spender analysiert. Die Merkmale werden in einer Datenbank gespeichert. Foto: DKMS/dpa-tmn © DKMS
Passen die eigenen Stammzellen zu denen eines Patienten, der eine Spende benötigt, werden die Stammzellen meist wie bei dieser Spenderin über das Blut entnommen. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn
Passen die eigenen Stammzellen zu denen eines Patienten, der eine Spende benötigt, werden die Stammzellen meist wie bei dieser Spenderin über das Blut entnommen. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn © Henning Kaiser
Bevor ein Spender für die eigentliche Spende in die Praxis kommt, muss er sich fünf Tage lang zwei Mal täglich selbst ein Medikament spritzen. Es regt die Bildung von Blutstammzellen an. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn
Bevor ein Spender für die eigentliche Spende in die Praxis kommt, muss er sich fünf Tage lang zwei Mal täglich selbst ein Medikament spritzen. Es regt die Bildung von Blutstammzellen an. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn © Henning Kaiser
Wird jemand zur Spende gebeten, werden wie hier in einer Praxis der Cellex Medical Service GmbH in Köln mit einer speziellen Maschine Stammzellen aus seinem Blut gefiltert. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn
Wird jemand zur Spende gebeten, werden wie hier in einer Praxis der Cellex Medical Service GmbH in Köln mit einer speziellen Maschine Stammzellen aus seinem Blut gefiltert. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn © Henning Kaiser
Über 7,2 Millionen potenzielle Stammzellspender - hier beim DKMS in Köln - sind in Deutschland registriert. Die Spende erfolgt in 80 Prozent der Fälle ambulant. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn
Über 7,2 Millionen potenzielle Stammzellspender - hier beim DKMS in Köln - sind in Deutschland registriert. Die Spende erfolgt in 80 Prozent der Fälle ambulant. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn © Henning Kaiser

Rubriklistenbild: © Twitter/antonialouise1

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