Kaum einer bemerkte es

Mit diesen rhetorischen Tricks gewann Merkel das TV-Duell

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Angela Merkel (li.)im TV-Duell mit Martin Schulz (re.). Die Bundeskanzlerin überzeugte mit rhetorischen Tricks.

Angela Merkel gilt als die Gewinnerin des großen TV-Duells. Doch nur Insider bemerkten, mit welchen Tricks die Bundeskanzlerin den Abend für sich entschied.

16,23 Millionen Menschen sahen das TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Herausforderer Martin Schulz (SPD). Doch was kaum einer bemerkte: Merkel nutzte so manchen rhetorischen Trick, um bei den kritischen Fragen der Moderatoren erfolgreich dazustehen.

Auch Medienlinguist Sascha Michel hat das TV-Duell verfolgt und enthüllt gegenüber dem Online-Portal BusinessInsider, mit welchen rhetorischen Mitteln Angela Merkel erfolgreich durch den Abend kam.

Rhetorischer Trick von Angela Merkel: Solidarisierende Sprache

Wie der Sprachexperte verrät, soll die Bundeskanzlerin einen entscheidenden rhetorischen Vorteil gegenüber Martin Schultz genutzt haben: solidarisierende Sprache. Das bedeutet, sie verwendete in ihrer Redezeit besonders oft die Worte wir und ich.

"Damit macht sie Erfolg aber auch Probleme und Schwierigkeiten zu einem kollektiven Phänomen und kann so Verantwortung scheinbar auf mehrere Schultern verteilen." Ein sehr guter Trick also, um geschickt von negativen Entwicklungen abzulenken.

Ein weiterer sprachlicher Kniff der CDU-Vorsitzenden: Danken und Loben. So dankte sie zum Beispiel den vielen ehrenamtlichen Helfern, die sich um Flüchtlinge kümmern. Auch diese Sprachhandlung wertet Sascha Michel als "Ablenkungsmanöver von der inhaltlichen Auseinandersetzung".

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Martin Schulz: Viel Licht, aber auch viel Schatten

Aber auch Herausforderer Martin Schulz konnte rhetorisch punkten: "Er hat Merkel häufig direkt und namentlich angesprochen und konnte so ein interaktives Gespräch herstellen", so Michel.

Seine Statements und verbalen Attacken auf die Kanzlerin wirkten auf den Linguisten dennoch zu oft auswendig gelernt und wenig überzeugend: "Ich hatte den Eindruck, Schulz kann das auswendig Gelernte nur mühevoll erinnern."

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Von Andrea Stettner

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