Im Vorstellungsgespräch

Ist das die vielleicht gemeinste Bewerbungsfrage?

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Mit einer richtig fiesen Frage wurde ein Bewerber im Vorstellungsgespräch konfrontiert. Sie war scheinbar unlösbar und auch das Netz rätselte mit. Doch dann gab es die Lösung.

Ein Mann namens Prashant Bagdia berichtet über die wohl gemeinste Bewerbungsfrage, die einem nicht namentlich genannten Freund von ihm im Vorstellungsgespräch bei Microsoft gestellt wurde.

Auf dem Portal Quora postete er, sein Freund hatte schon alle Fragen überstanden, da richtete sich der Personaler mit einer letzten Frage an ihn: "Ok, ich habe noch eine letzte Frage: Ein rechtwinkliges Dreieck hat eine zehn Zentimeter lange Hypotenuse und eine Höhe von sechs Zentimetern. Wie groß ist die Fläche des Dreiecks?"

Fangfrage oder ernst gemeinte Denkaufgabe?

Der Freund von Bagdia fing an zu überlegen: Warum wollte eine Software-Firma eine solche Frage zu Geometrie stellen und dazu noch solch' eine triviale? War das ein Trick? Oder war es eben genau kein Trick? Wollte der Personaler damit erreichen, dass der Bewerber nur dachte, es sei ein Trick und dadurch die Antwort vergeigte?

Er dachte noch eine Weile darüber nach, dann antwortete er: Die Lösung müsse 30 sein. Denn die Fläche eines rechtwinkeligen Dreiecks entspricht der Hälfte des Produkts aus Höhe mal Breite, was dann in diesem Fall 0,5 x 6 x 10 wären. "Sind Sie sicher?", soll der Personaler kurz darauf gefragt haben. "Denken Sie noch einmal darüber nach." Der Bewerber ging in sich, blieb dann aber selbstbewusst bei seiner Antwort: 30. Der Personaler wolle ihn nur durcheinanderbringen, so der Bewerber laut der Beschreibung seines Freundes.

Der Personaler der Firma erwiderte daraufhin, die Antwort sei falsch. Seine Erklärung: Ein solches Dreieck existiere gar nicht. Der Bewerber verließ den Raum und grübelte über die Erklärung. Den Job bekam er nicht.

Die Erklärung

Der Bewerber bekam schon bald eine Erklärung, weshalb er die Frage falsch beantwortet hatte: Bei einem rechtwinkligen Dreieck mit einer zehn Zentimeter langen Hypotenuse kann die Höhe nicht sechs Zentimeter betragen. 

Wenn nämlich die Hypotenuse dem Durchmesser eines Kreises entspricht, liegt die maximale Entfernung zum 90-Grad-Winkel am höchsten Punkt des Kreises. Dies ist genau die Mitte der Hypotenuse. Somit entspricht die Maximalhöhe dem Radius des Kreises. In diesem Fall also Fünf.

Alternativer Lösungsweg

Nachdem Bagdia diese fiese Bewerbungssituation auf Quora gepostet hatte, schaltete sich Quora-User Job Bouwman ein, wie das Online-Nachrichtenportal Die Welt berichtet. Bouwman lieferte den mathematischen Beweis für ein Dreieck, wie es laut Personaler gar nicht existieren dürfte. 

Der ehemaliger Mathematik-Lehrer einer High School ging das Problem dreidimensional an. Auf einer Kugel mit einem Radius von 20 Zentimetern soll die Strecke zwischen zwei auf dem Äquator liegenden Punkten eine sechs Zentimeter lange Strecke sein. 

Die Anforderungen an ein rechtwinkeliges Dreieck würden damit erfüllt. Denn nach der Definition eines Dreiecks muss zwischen den einzelnen Punkten des Dreiecks immer die kürzeste Strecke bestehen. Bei einer Kugel läuft diese aber nicht durch den Körper, sondern auf der Oberfläche entlang. Auf dieser Kugel mit einer Strecke von sechs Zentimetern ergeben sich laut Bouwman also zwei gleich lange Schenkel von jeweils zehn Zentimetern.

Wer in einem Bewerbungsgespräch bei einer derart fiesen Frage so weit denken würde, sei dahingestellt. Die Vorstellung aber, das Gesicht des Personalers nach dieser Antwort zu sehen, könnte zumindest ein kleiner Trost für den gescheiterten Bewerber sein.

Weitere fiese Bewerbungsfragen und eine Übersicht zu allen wichtigen Stationen des Bewerbungsprozesses finden Sie hier.

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