Erste Versuch ist gescheitert

„Game of Thrones“: Sender verschwendet Millionen an abgesagtem Prequel

Matt Smith als Prinz Daemon Targaryen sowie Emma D‘Arcy als Rhaenyra Targaryen in „House of the Dragon“.
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Der erste Prequel-Versuch wurde abgesagt, doch für Matt Smith als Prinz Daemon Targaryen sowie Emma D‘Arcy als Rhaenyra Targaryen in „House of the Dragon“, gab es grünes Licht.
  • Sophie Waldner
    VonSophie Waldner
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Der erste Versuch, ein „Game of Thrones“-Prequel zu produzieren, wurde schließlich abgesagt. Und das, obwohl HBO eine hohe Summe für die Pilotfolge ausgegeben hatte.

Dass „Game of Thrones“* eine Fortsetzung bekommen sollte, war bereits 2017 klar – lange bevor die Geschichte der Fantasy-Serie ihr Ende fand. Damals hieß es, dass mehrere Ideen in der Entwicklungsphase steckten, die auf die tausenden Jahre vor „Game of Thrones“ eingehen würde. Schlussendlich wurde ein Drehbuch geschrieben und entsprechen der Cast für die Fortsetzung besetzt.

In dem geplanten Prequel, sollte thematisiert werden, wie Westeros vom gutsituierten „Age of Heroes“ in „The Long Night“ übergeht. Für eine der Hauptrollen stand unter anderem auch Naomi Watts vor der Kamera. Der Sender steckte eine immense Summe in das Projekt – bevor es schließlich abgesagt wurde.

Pilotfolge zu „Game of Thrones“-Prequel kostet Millionen

Aus dem Buch Tinderbox: HBOs rücksichtslose Verfolgung neuer Grenzen von James Andrew Miller, geht hervor, dass HBO mehrere Millionen Dollar an der Pilotfolge verschwendete. In einem Interview mit dem ehemaligen Vorsitzenden von WarnerMedia, Bob Greenblatt, erfuhr er wie viel: „Sie hatten über 30 Millionen Dollar für einen Game of Thrones-Prequel-Pilotfolge ausgegeben, der in Produktion war, als ich dazukam“, sagte er.

Nachdem sich Greenblatt einen Ausschnitt der Episode angesehen hatte, kam es zum Gespräch mit Casey Bloys, dem HBOs Chief Content Officer. Seine Aufgabe war es „Game of Thrones“ zu beaufsichtigen. Greenblatt äußerte ihm gegenüber seine Bedenken zu der Produktion: „Und als ich ein paar Monate nach meiner Ankunft einen Ausschnitt davon sah, sagte ich zu Casey: ‚Das funktioniert einfach nicht, und ich glaube nicht, dass es das Versprechen der Originalserie einlöst.‘ Und er hat mir nicht widersprochen, was eigentlich eine Erleichterung war.“

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„Game of Thrones“: Ein Prequel wird abgesagt, ein anderes geht in Produktion

Mit diesem Gespräch war das Ende der Fortsetzung besiegelt, ehe es jemals wirklich begonnen hatte. „Wir haben leider beschlossen, den Stecker zu ziehen“, erklärte Greenblatt weiter. „Es gab einen enormen Druck, es richtigzumachen, und ich glaube nicht, dass das funktioniert hätte.“ In einer Mitteilung von HBO hieß es damals: „Nach reiflicher Überlegung haben wir uns entschieden, das Prequel zu Game of Thrones nicht in Serie zu bringen. Wir danken Jane Goldman, S.J. Clarkson und der talentierten Besetzung und Crew für ihre harte Arbeit und ihr Engagement.“

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Während das erste Prequel damit ein jähes Ende fand, bekam die Produktion von „Game Of Thrones: House Of The Dragon“, grünes Licht. Damit wurde auch nicht mehr über das abgelehnte Prequel gesprochen. Im Interview erläutert Greenblatt: „Ich bin derjenige, der Casey ermutigt hat, grünes Licht für die Serie zu geben“, und fügt hinzu: „Ich sagte: ‚Lasst uns nicht 30 Millionen Dollar für eine Pilotfolge riskieren‘. Man kann nicht 30 Millionen Dollar für eine Pilotfolge ausgeben und ihn dann nicht weiterführen. Also sagte ich: ‚Lasst uns keine Pilotfolge machen. Lasst uns eine großartige Serie finden, von der wir überzeugt sind, und sie einfach machen. Oder auch nicht.‘“

Inzwischen ist zu erwarten, dass „Game of Thrones: House of the Dragon“ im Laufe des kommenden Jahres auf HBO ausgestrahlt wird. (swa) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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