Probleme am Ausbildungsplatz

Überstunden und unsinnige Aufgaben: Tipps gegen Azubi-Ärger

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Kommen Auszubildende mit dem Unterricht in der Berufsschule nicht zurecht, sollten sie sich an die Ausbildungsvertretung und den Betriebsrat wenden. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Schlechter Unterricht, Überstunden oder Unterforderung im Betrieb - eine Ausbildung bringt nicht immer das, was sich Lehrlinge von ihr erhoffen. Wer mit solchen Problemen konfrontiert ist, sollte seine Rechte kennen.

Berlin (dpa/tmn) - Nette Ausbilder und Kollegen, spannende Aufgaben sowie eine gute Berufsschule: Eine Ausbildung kann reibungslos verlaufen. Selbstverständlich ist das aber nicht.

Viele Azubis klagen über Ärger im Betrieb oder in der Berufsschule, wie der Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zeigt. Was sind die größten Probleme? Und was können Betroffene tun?

- Schlechter Unterricht: Viele Auszubildende fühlen sich von der Berufsschule nicht genug auf die theoretische Prüfung vorbereitet. Das ist ein Problem - denn ein Wechsel der Berufsschule ist meist nicht möglich. Betroffene sollten daher rechtzeitig Alarm schlagen, rät Manuela Conte, Bundesjugendsekretärin beim DGB. Anlaufstellen sind die Ausbildungsvertretung und der Betriebsrat oder die Gewerkschaften vor Ort, die auch bei anderen Problemen weiterhelfen.

- Überstunden: "Azubis sollen einen Beruf erlernen, Überstunden sind da nicht vorgesehen", sagt Conte. Vor allem für minderjährige Azubis gilt eine strenge Arbeitszeit-Höchstgrenze von 40 Stunden pro Woche. Kommen Überstunden trotzdem vor, muss der Ausbilder sie entweder mit Geld oder mit einem Freizeitausgleich vergüten. Und verweigert ein Azubi die Mehrarbeit, darf das keine rechtlichen Konsequenzen haben, erläutert die Expertin: "Der Arbeitgeber kann und darf Azubis nicht dafür bestrafen, dass sie Rechtsbruch nicht mitmachen."

- Unpassende Aufgaben: Das Auto vom Chef waschen oder stundenlanges Kopieren - das sind Jobs, die nicht zur Ausbildung gehören. Manche Azubis werden trotzdem regelmäßig dazu verdonnert. Bestes Mittel dagegen ist der betriebliche Rahmenplan für die Ausbildung. "Der Ausbilder ist verpflichtet, den Plan den Azubis zur Verfügung zu stellen", erklärt Conte. In dem Dokument steht genau, welche Tätigkeiten Teil der Ausbildung sind.

DGB Ausbildungsreport 2017

Auszubildende klagen über Überstunden und Druck vom Chef

Regelmäßige Überstunden und übermäßiger Druck vom Chef verleiden vielen Auszubildenden laut einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) ihre Ausbildung. Vor allem im Hotel- und Gaststättengewerbe klagen viele Azubis laut DGB über die Zustände. "In der Ausbildung als billige Arbeitskräfte missbraucht zu werden, das ist die Realität in dem Bereich", sagte die DGB-Vize-Chefin Elke Hannack am Donnerstag in Berlin. Auch Berufe aus dem Handwerk wie Friseure und Lebensmittel-Fachverkäufer sowie Fachangestellte in Zahnarztpraxen finden sich am unteren Ende der Bewertungen.

Insgesamt leistet über ein Drittel der Azubis regelmäßig Überstunden. Im Schnitt sind es 4,2 Stunden mehr. Von diesen Azubis bekommen laut DGB mehr als 13 Prozent weder Bezahlung noch Freizeitausgleich. Für 35 Prozent liegt kein betrieblicher Ausbildungsplan vor. Mehr als jeder zehnte Azubi übt regelmäßig ausbildungsfremde Tätigkeiten aus. Nur 58 Prozent der Azubis loben laut DGB die Qualität des Berufschulunterrichts.

"Je größer der Betrieb, desto höhere Zufriedenheit mit der Ausbildung", sagte die DGB-Jugendsekretärin Manuela Conte. Am zufriedensten sind Mechatroniker, Zerspanungstechniker, Elektroniker, Industriemechaniker und Industriekaufleute.

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