Kleine Alleskönner

Bienen und Hummeln lieben sie: Lupinen bieten viel Nektar an

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Die Vielblättrige Lupine wurde vom Bundesamt für Naturschutz als invasive Art eingestuft. Sie sollte daher nicht zur Gründüngung verwendet werden. Foto: Marion Nickig/dpa-tmn

Lupinen genießen einen guten Ruf als Blühpflanze, Bienenweide, Bodenverbesserer und Eiweißlieferant. Letzteres rückt sie neu ins Interesse für viele Gemüsegärtner. Doch bei der üblichen Gartenstaude handelt es sich nicht um die zum Verzehr geeignete Schwester.

Dresden (dpa/tmn) - Ob gelb, weiß-violett, rot, pink oder blau - die Auswahl an Lupinen für den Garten ist riesig. "Lupinen sind ein Hingucker im Garten", findet André Stade vom Bund deutscher Staudengärtner. "Vor allem wenn man sie mit Rittersporn, Storchenschnabel oder Salbei kombiniert."

Und das nicht nur aus ästhetischen Gründen: Mit ihren vielen, nektarreichen Blüten versorgt der Schmetterlingsblütler auch Insekten. "Lupinen sind eine tolle Bienenweide und ziehen vor allem Hummeln und Bienen an", erklärt Magnus Wessel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Lupinen lieben Sonne. Damit sie sich im Garten wohlfühlen, benötigen sie einen warmen, vollsonnigen Standort. Als optimal gilt sandiger, durchlässiger Boden, in dem die Staude leicht ihre tiefen Pfahlwurzeln ausbilden kann. Aber auch weniger durchlässige Böden sind in der Regel kein Problem. Allerdings sollte der Boden nicht zu nass sein: "Mit Staunässe kommen Lupinen gar nicht klar. Daher sollte der Standort besser etwas trockener sein", rät Stade.

Wer Lupinen in seinem Garten ansiedeln möchte, kann sie entweder als Jungpflanze im Handel kaufen oder sie selbst aussäen. "Am richtigen Standort und bei Temperaturen um 20 Grad keimt das Saatgut zu 95 Prozent", erklärt Stade. Auch eine Vermehrung durch Stecklinge ist seiner Ansicht nach möglich, aber nicht einfach.

Die mehrjährige Staude lässt sich sowohl im Frühjahr als auch im Herbst ansiedeln. Gartenexperten empfehlen allerdings, die Pflanzen im März und im April auszubringen. Lupinen sind zwar winterhart bis zu minus 25 Grad. "Aber in einigen Regionen überleben sie eine Pflanzung im Herbst nicht, wenn die Wurzeln noch nicht tief genug gewachsen sind", erläutert Stade.

Auch Schädlinge können jungen Wolfsbohnen nach dem Winter zusetzen. "Bis zu einer gewissen Größe werden Jungpflanzen gern von Nacktschnecken gefressen", sagt Beate Kollatz vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Sie empfiehlt daher, Lupinen in einem großen Blumentopf vorzuziehen und rechtzeitig auszusetzen, damit die tiefen Pfahlwurzeln nicht beschädigt werden.

Da Lupinen Horste bilden, ist ein Abstand von 50 Zentimetern zwischen den einzelnen Pflanzen ratsam. So können sich die Stauden optimal entwickeln. Außerdem beugt dies Blattlausbefall und Krankheiten vor. Die handgroßen, fingergefächerten Blätter gelten in feuchten Sommern als anfällig für Mehltau. Der Tipp von Kollatz bei einem Befall: Blätter entfernen und abwarten. "In der Regel löst sich dieses Problem von allein." Verfärben sich die Blätter hingegen gelb, kann dies auf zu kalkhaltigen Boden hindeuten.

Düngen muss der Hobbygärtner Lupinen nicht. Im Gegenteil: Als Vertreterin der Familie Leguminosae sorgt sie selbst für eine Anreicherung des Bodens mit Stickstoff. Die Knöllchenbakterien an den Wurzeln sollen bis zu 100 Kilogramm pro Hektar binden können - und das macht sie als Gründünger für die Landwirtschaft attraktiv. Doch BUND-Experte Wessel empfiehlt, für die Gründüngung im Hausgarten eher auf heimische Pflanzen wie Klee auszuweichen, um eine starke Ausbreitung der Lupinen in der Natur zu vermeiden.

Wegen ihres hohen Eiweißgehaltes werden Lupinensamen inzwischen als Sojaersatz gehandelt. Doch: Dabei handelt es sich um spezielle Züchtungen, die Süßlupinen. Die im Ziergarten verbreiteten Lupinen sind meist giftige Zuchtsorten der Vielblättrige Lupine - und keinesfalls zum Verzehr geeignet.

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