"Gerechtigkeitslücken" bei den Löwen

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Die Löwen stehen so gut wie lange nicht mehr da

München - Der TSV 1860 steht so gut wie seit langem nicht mehr da, aber kaum jemand nimmt davon Kenntnis. Bei den Löwen gibt es diverse Gerechtigkeitslücken, findet unser Autor.

Kollege Jörg Heinrich hat es neulich mal wieder auf den Punkt gebracht: „Harald Schmidt fliegt, Johannes B. Kerner darf senden. Es gibt eine massive Gerechtigkeitslücke im deutschen Fernsehen.“

Was diese Wahrheit mit den Löwen zu tun hat? Nun, auch bei „Münchens grosser Liebe“ (sic!) gibt es diverse Gerechtigkeitslücken. Oder wie kann es sein, dass der Hammersender Sky Sport News HD über jeden, pardon, Schoas berichtet, aber niemals über die Löwen? Nicht mal am vergangenen Montag, als die Friedenspfeifen rauchten?

Die Löwen bei Facebook: Wer hat die meisten Fans?

Noch relativ neu im Facebook-Business ist Daniel Toni Jais - und hat deshalb erst 137 Fans. (Stand: 4.4.2013) © dpa
Arne Feick nähert sich der 600-Marke. 587 Personen gefällt sein Facebook-Eintrag über Wikipedia. (Stand: 4.4.2013) © dpa
716 Facebooker mögen Maximilian Nicus Seite. (Stand: 4.4.2013) © dpa
Nachholbedarf hat Marin Tomasov. Der Kroate weist bislang 827 "Likes" vorzuweisen. © MIS
Kai Bülow: 981 Anhänger für den Mittelfeldspieler. (Stand: 4.4.2013) © dpa
Richtige Diskussionen finden auf der 1.040-Fan-starken Seite von Bobby Wood statt. (Stand: 4.4.2013) © dpa
Dominik Stahl kann sich bei 1.465 Löwen bedanken, die seinen Wikipedia-Eintrag bei Facebook mögen. (Stand: 4.4.2013) © dpa
Eigene Meldungen postet Christopher Schindler. Und die werden von seinen 1.591 "Freunden" dankend kommentiert. (Stand: 4.4.2013) © dpa
Moritz Volz hat bestimmt noch einige Freunde auf der Insel. Bei Facebook gefallen 2.304 Fans seinen Wikipedia-Eintrag, so dass sie ihn bei Facebook geliket haben. © MIS
Necat Aygün hat wegen seiner doppelten Staatsbürgerschaft einiges an Fans gesammelt. Seine offizielle Homepage haben bislang 2.721 "geliked". (Stand: 4.4.2013) © dpa
Guillermo Vallori hat auf seiner eigenen Facebook-Seite schon 3.114 "Freunde" bekommen. (Stand: 4.4.2013) © mis
Moritz Stoppelkamp hat zwar auch einen Wiki-Facebook-Mix, kommt aber immerhin auf gute 4.663 "Freunde". © dpa
Eine ganze Ecke persönlicher geht es bei Daniel Halfar zu. Er informiert seine Anhänger sogar selbst über Gesundheitszustand, Eishockeymatches gegen den EHC oder Laktat-Tests. 4.707 Löwen war dieser Einsatz bisher ein "Gefällt mir" wert. (Stand: 4.4.2013) © dpa
Grzegorz Wojtkowiak kann mit 5.226 "Gefällt mir"-Angaben auftrumpfen. © MIS
Daniel Bierofka hat schon eine ansehnliche Karriere hinter sich - aber nicht unbedingt bei Facebook. Auch seine Seite mit 7.118 Anhängern ist ein Wiki-Abklatsch. (Stand: 4.4.2013) © dpa
Er ist nicht nur im Tor die Nummer eins, sondern führt auch die Fan-Liste an: Gábor Király. Der Keeper hat 16.181 Facebook-Getreue. Schade eigentlich, dass  auch seine Seite nur ein Facebook-Wiki-Mix ist. (Stand: 4.4.2013) © dpa
Ein bisschen verwunderlich, dass es Benny Lauth lediglich auf den Silberrang schafft. Und auch, wenn es auf seiner Seite nicht so "intim" zugeht wie bei seinem Vorgänger: 17.592 Sechz'ger mögen das trotzdem. (Stand: 4.4.2013) © mis

Oder, andere Baustelle: Kann es sein, dass am Samstag nur rund 20.000 Zuschauer ihren Allerwertesten in Richtung Fröttmaning bewegen? Und das trotz der zum momentanen Zeitpunkt punktbesten Saison, die die Löwen in der eingleisigen Zweiten Liga spielen (sogar besser als ’93/ 94)?

Oder stimmt’s doch andersrum und es wäre eher ungerecht, wenn sich nach acht Jahren Zweitklassigkeit mehr Menschen für diesen Verein begeistern würden? Halten wir es einfach mit Karl Kraus: „Ungerechtigkeit muss sein, sonst kommt man zu keinem Ende.“

Und jetzt kommt Hansa Rostock. Den Mecklenburgern fehlten vor den Freitagsspielen bereits vier Punkte auf Relegationsplatz 16 – verständlich, dass Reiner Maurer die Partie als „undankbares Spiel“ bezeichnet. Alles andere als ein Sieg der Sechziger würde als Blamage gewertet werden, trotzdem gibt’s für Blau was zu gewinnen. „Wir können mit einem Dreier den Abstand auf Platz fünf und vier verringern“, sagt Maurer. „Wir wollen eine gewisse Euphorie für die nächste Saison schaffen.“

Auf Relegationsplatz drei mag der Trainer öffentlich nicht schauen. „Ich gehe davon aus“, sagt er „dass Düsseldorf am Montag gegen St. Pauli gewinnt. Sie haben in den letzten Wochen zwar Luft gelassen, aber sie haben immer noch einen beträchtlichen Vorsprung.“ Die direkten Aufsteiger stehen für Maurer ohnehin bereits fest: „Ich gehe davon aus, dass Fürth und Frankfurt die ersten beiden Plätze unter sich ausmachen.“

Bleibt die Frage nach der Aufstellung gegen Rostock. Mit Bülow und Stahl fehlen zwei „Sechser“ gelbgesperrt. Schindler, Benjamin oder Nicu könnten neben Daniel Bierofka in die Zentrale rücken. Sollte Maurers Wahl auf Nicu fallen, dürfte Sebastian Maier vor seinem Startelf-Debüt stehen. „Er hat sich’s erarbeitet“, sagt der Coach. Als Bierofka-Sidekick kommt Maier indes nicht infrage. Maurer: „Damit würden wir Rostock voll ins offene Messer laufen.“

Und das wär’ dann ja auch wieder nicht gerecht.

lk

Quelle: tz

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