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Danny Schwarz vor Duell mit seinem Ex-Klub: „Bei Sechzig ist alles extremer“

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Von: Ludwig Krammer

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„Wir sind in der Pflicht zu punkten, am besten dreifach“: Würzburgs Coach Danny Schwarz vor dem Duell mit 1860.
„Wir sind in der Pflicht zu punkten, am besten dreifach“: Würzburgs Coach Danny Schwarz vor dem Duell mit 1860. © Imago images/Frank Scheuring

Danny Schwarz empfängt als Cheftrainer der Würzburger Kickers am Montag den TSV 1860. Mit den Löwen war er einst als Spieler aus der Bundesliga abgestiegen.

Würzburg – Als spät eingesprungener Trainer des FC Bayern II konnte er den Nachwuchs des Rekordmeisters im Sommer nicht mehr vor dem Abstieg bewahren, nun ist Danny Schwarz (46) bei den Würzburger Kickers auf Rettungsmission. Das Interview zum Duell gegen den TSV 1860, mit dem Schwarz eine fünf Jahre lange Geschichte als Spieler verbindet.

Danny Schwarz, was geht Ihnen beim Datum 16. Mai 2021 durch den Kopf?

War da das Derby mit Bayern II gegen Sechzig?

So ist es.

Ein wildes Spiel mit zwei Elfern für Sechzig, einer berechtigt, der andere nicht. Wir hätten gewinnen müssen, um am letzten Spieltag noch eine echte Chance auf den Klassenerhalt zu haben, leider hat’s nicht gereicht. Die nötigen Punkte haben wir schon vorher liegen gelassen.

Für Sechzig war das Unentschieden der wohl entscheidende Knacks im Aufstiegskampf.

Mit einem Sieg wären sie wahrscheinlich anders nach Ingolstadt gefahren, das stimmt. Aber unser Ziel an diesem Tag war sicher nicht, ihnen den Aufstieg zu vermiesen. Klar ist es emotional zugegangen, wie immer in diesen Derbys. Aber bei mir ist da nichts hängen geblieben mit Blick auf Montag.

„Die werden uns psychisch und physisch alles abverlangen.“

Danny Schwarz über das Duell mit den Münchner Löwen.

Wie würden Sie das Duell betiteln?

Das ist euer Job, oder? (lacht). Wir sind in der Pflicht zu punkten, am besten dreifach. Und Sechzig wird nach dem Sieg in Dortmund zum zweiten Mal beweisen wollen, dass sie es auch ohne Mölders können. Die werden uns psychisch und physisch alles abverlangen. Schade, dass es ein Geisterspiel ist. Die Stimmung wäre garantiert überragend gewesen.

Die Kickers stehen auf dem vorletzten Tabellenplatz, aus den letzten fünf Spielen gab’s nur drei Punkte. Was stimmt Sie optimistisch für Montag?

Ich hoffe, dass die Jungs die richtigen Lehren aus den verschenkten Punkten gezogen haben. Letzte Woche nach dem späten Ausgleich gegen Zwickau zum 2:2 waren wir alle maximal angefressen. Das war naiv, bei einer Führung musst du das Spiel vom Sechzehner weghalten, da darfst du keine Standards mehr verursachen. Aber man sollte bei aller Kritik auch nicht vergessen, dass wir nach Freiburg und Dortmund II die jüngste Mannschaft der Liga haben.

Warum haben Sie das Engagement in Würzburg in dieser Lage überhaupt angenommen? Der Trainerjob war bei den Kickers zumindest in jüngerer Vergangenheit ja alles andere als sicher.

Ich war bereit für den nächsten Step nach meiner Prüfung als Fußball-Lehrer, und es ist unrealistisch, zu denken: Ich gehe direkt zu einem Club, wo alles perfekt läuft. Mein Eindruck von den Kickers war der, dass das letzte Jahr nicht stellvertretend für den Club ist. Das Potenzial für Größeres ist da, aber dazu müssen wir jetzt erst mal die Klasse halten.

„Die Rückrunde war furchtbar.“ 

Danny Schwarz über den Bundesliga-Abstieg der Münchner Löwen 2004.

Abstiegskampf kennen Sie als Spieler auch von 1860. Sie waren zweimal da – in der Bundesliga von 2002 bis 2004 und in der Zweiten Liga von 2006 bis 2009. Was sind die prägendsten Erinnerungen?

Positiv ganz sicher die unglaubliche Fanbasis, diese Wucht, die der Verein einfach hat. Die Fans sind so leidensfähig und dankbar, es ist definitiv was ganz Besonderes, für Sechzig zu spielen. Aber natürlich ist auch der Druck dort ein anderer, es ist alles extremer – in beide Richtungen. Damit musst du klarkommen.

2004 beim Abstieg klappte es nicht.

Die Rückrunde war furchtbar. Das Theater um die Wildmoser-Verhaftung hat auf die Mannschaft durchgeschlagen, es war ja nur noch Unruhe. Ich hab mich dann auf Schalke auch noch verletzt und musste den Abstieg auf der Tribüne erleben. Doppelt bitter.

Zurück zum Spiel am Montag. Mit Marvin Pourie, Fanol Perdedaj, Moritz Heinrich und Hendrik Bonmann haben Sie gleich vier Ex-Löwen in der Mannschaft, dazu noch Co-Trainer Benny Schwarz, der bis Oktober in der Jugend bei 1860 gearbeitet hat. An Extramotivation sollte es nicht mangeln.

Davon gehe ich aus. Aber bei Marvin hast du diese Duelle gegen einen Ex-Verein ja fast alle zwei Wochen, so weit wie der schon rumgekommen ist (lacht)..

Interview: Ludwig Krammer

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