Dauerbrenner vor Neuanfang bei den Löwen

Abgänge beim TSV 1860: Daniel Wein fehlt „die Gangstertruppe“

Löwe im Herz – und auf dem Arm: Daniel Wein.
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Löwe im Herz – und auf dem Arm: Daniel Wein.

Daniel Wein geht in seine vierte Spielzeit beim TSV 1860. Der 26-Jährige möchte mehr Verantwortung übernehmen, auch wenn sein Status als Stammspieler wackelt.

  • Bis zum Totopokal-Sieg gegen die Würzburger Kickers zählte Daniel Wein, wenn er fit war, immer zum Stammpersonal beim TSV 1860
  • Mit inzwischen 26 Jahren ist „Vino“ einer der Routiniers und möchte mit Leistung vorangehen. 
  • Obwohl sein Status als Stammspieler im Moment unsicher ist, wird er auch in seiner vierten Saison auf seine Einsätze kommen.

München– Seit dem historischen Doppelabstieg 2017 ist die Inkonstanz eine der wenigen Konstanten beim TSV 1860: Regionalliga, 3. Liga, Aufstiegseuphorie, Abstiegsgefahr, Bierofka, Köllner, Aufholjagd, Leistungsknick, streitende Gesellschafter, sich zusammenraufende Gesellschafter (zurzeit). Langweilig wird es selten, auch wenn die Spiele ohne Fans schal schmecken wie abgestandenes Weißbier. Auf eines jedoch konnten sich die Zuschauer verlassen, erst im Stadion, das letzte halbe Jahr dann bei Magenta-TV: Die Aufstellung kam raus – und einer der elf Löwen-Spieler hieß Daniel Wein.

TSV 1860: Daniel Wein will mehr Verantwortung übernehmen

„Ich habe eigentlich, seit ich bei 1860 bin, fast jedes Spiel von Anfang an gespielt, wo ich fit war“, berichtete Daniel Wein, genannt „Vino“, im Trainingslager Ende August. Die Folge des Weinschen Dauerbrenner-Daseins: „Da hat man natürlich Selbstvertrauen, das gibt einem schon ein gutes Gefühl.“ Selbsteinschätzung und Zielsetzung des 26-Jährigen vor seiner vierten Löwen-Saison: „Ich gehöre jetzt eigentlich zu den älteren Spielern und will mehr Verantwortung übernehmen – auf dem Platz, neben dem Platz. Ich will mit Leistung vorangehen.“

Acht Tage nach dieser Aussage dann das: Finale um den Totopokal, die Löwen spielen sich ein für die neue Runde – und Wein sitzt 79 Minuten auf der Bank. Sein Lieblingsplatz in der Innenverteidigung: besetzt von einem jungen Talent (Niklas Lang, 18). Sein zweitliebster Platz auf der Sechs: vergeben an Rustikalverteidiger Dennis Erdmann, 29. Dazu die Spekulationen, dass die Löwen noch mal auf dem Transfermarkt aktiv werden wollen, auch im defensiven Mittelfeld.

TSV 1860: Weins beste Buddies sind nicht mehr bei den Löwen

Muss sich Wein Sorgen machen? Zumindest scheint es derzeit so, als würden die Karten grundlegend neu gemischt bei Sechzig. Die Nachricht, dass Daniel Baier zurückkehrt, entpuppte sich zwar als Ente (gut für Wein), doch auch neben dem Platz muss „Vino“ erst mal wieder Anschluss finden. „Ich persönlich hab ein paar Jungs verloren, mit denen ich sehr gut ausgekommen bin“, sagte er und zählte auf: „Effe, Heppi und Timo – die Gangstertruppe.“ Seine besten Buddies sind weg, die meisten auf Vereinssuche. Im Vergleich dazu hat es Wein immer noch gut erwischt: Vertrag bis 2021 mit beidseitiger Option, dazu die grundsätzliche Wertschätzung des Trainers: „Ich denke schon, dass er mich relativ gut sieht. Sonst hätte ich ja nicht so viele Spiele unter ihm gemacht.“

Im Rückblick ist Wein zufrieden, wie alles gelaufen ist, seit er vor drei Jahren zu 1860 gestoßen ist. „Für mich hat sich damals eine super Möglichkeit ergeben, dass ich zu Sechzig kommen konnte“, sagt der gebürtige Münchner: „Es ist schon alles so gelaufen, wie ich’s mir erhofft habe: Dass ich bei Sechzig bleiben kann, dass wir aufsteigen, in die 3. Liga erst mal – und dass ich Stammspieler werde.“ Auch wenn dieser Status gerade wackelt.

Daniel Wein über den TSV 1860: „Ich liebe diesen Verein“

Bedeutet für Wein: Neuanfang im eigenen Verein – mit ungewissem Ausgang. Obwohl: In einer Saison mit 38 Spielen wird sich bei einem Kader mit 24 Feldspielern immer was ergeben – so ein Profiteam ist ja ebenfalls konstant in Bewegung. Prognose, nicht sonderlich gewagt: Am Ende wird Wein wieder spielen – und auch neue Kumpels im Team finden. Für „Vino“ steht fest: Es bleibt spannend bei 1860. Und auch das steht fest: „Ich liebe diesen Verein.“ 

(ULI KELLNER)

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