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Monatzeder gescheitert! Nun müssen alle zittern

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München - Watschn für Hep Monatzeder! Der 61-Jährige wurde am Donnerstagabend von den 1860-Delegierten nicht bestätigt. Wie geht es jetzt weiter? Schäfer, Steiner, Hinterberger, Schmidt - alle müssen zittern.

Das war’s für Hep Monatzeder als Löwen-Präsident! Nur 25 Tage nach seinem Amtsantritt ließen die Delegierten des TSV 1860 den 61-jährigen dritten Bürgermeister der Stadt München am Donnerstag am späten Abend mit Pauken und Trompeten durchfallen. Bei der außerordentlichen Delegiertenversammlung in der Gaststätte „Heide Volm“ in Planegg entfielen auf Monatzeder gerade Mal 66 der 210 Stimmen, 130 votierten gegen ihn.

Damit könnte auf die Löwen nun ein personeller Erdrutsch zukommen. Geschäftsführer Robert Schäfer, Aufsichtsratschef Otto Steiner, Sportchef Florian Hinterberger, Trainer Alexander Schmidt – im Grunde steht das gesamte Führungspersonal bei 1860 zur Disposition.

Ganz nach dem Wunsch von Investor Hasan Ismaik also, der den Delegierten einen sechs DINA4 Seiten langen Brief hatte zukommen lassen, der in der Versammlung verlesen wurde. Hier finden Sie den Brief im Wortlaut.

Unter anderem hieß es darin: „Als Otto Steiner und die Mitglieder des Aufsichtsrates nach Abu Dhabi kamen, wurde ich darüber unterrichtet, dass sie Herrn Schneider ,losgeworden´ sind. Mir war damals nicht klar, dass sie ihn tatsächlich ,loswerden wollten und dass sie die gelegentlichen Spannungen zwischen Herrn Schneider und mir als Ausrede dazu benutzt haben, ihn zu entfernen. Ich habe nie etwas von Verschwörungen gehalten, aber das war eine perfekte Verschwörung, da man offensichtlich Herrn Hep Monatzeder auf den Stuhl hieven wollte und das ganze Szenario vorgeplant war. Ich selbst hatte nur eine Forderung: Den Geschäftsführer zu ersetzen und einen Manager an Bord zu holen, der mehr Erfahrung hat (...).“

Das verwunderte dann doch.

Fehlte eigentlich nur noch, dass sich Ismaik Schneider als nächsten Präsidenten gewünscht hätte.

Wie es jetzt im Detail weitergehen wird, war zunächst nicht zu erfahren. Auch, weil der Presse auf Antrag eines Delegierten schon kurz nach Beginn der Versammlung den Saal hatte verlassen müssen.

Presse fliegt raus! Fotos von der 1860-Delegiertenversammlung

Man wolle „unter Ausschluss der Öffentlichkeit“ über die Zukunft des Vereins sprechen können, lautete die Begründung des Antragstellers Christian Dany.

Schließlich gehe es um Entscheidungen von großer Tragweite. „Da sollen alle offen sprechen können, vor allem der Präsident“

Nach tz-Informationen war der Ausschluss der Öffentlichkeit von langer Hand geplant. Präsidium und Aufsichtsrat sollen den Vorsatz bereits am späten Mittwochabend gefasst haben, alleine die Umsetzung habe noch nicht festgestanden.

Sei’s drum.

Immerhin durften Zeitungen und TV-Sender der Abstimmung über die neue Satzung beiwohnen, deren Kernpunkt die Rückkehr zum Mitgliedersystem nach 39 Jahren Delegiertentum ist. Wie erwartet wurde die neue Löwen-Verfassung mit überwältigender Mehrheit (180 Ja-, 17 Nein-Stimmen, 12 Enthaltungen) beschlossen. Die Folge: „Auf die Löwen“-Gesänge und der gute alte Sechzgermarsch - in ordentlicher Lautstärke.

Wenn’s schon sportlich keinen Anlass mehr zum Singen gibt...

Für Monatzeder bestand da noch geringe Hoffnung auf Bestätigung. Seine Ansprache ans Wahlvolk war auch vom Foyer aus gut zu vernehmen.

„Meine Perspektive heißt: hart und erfolgreich arbeiten und dabei keine Medienshow verursachen“, sagte der 61-Jährige. „Ich hätte mich auch gut verkaufen und Wahlkampf betreiben können.“ Den machte stattdessen der Investor mit seinem Anwalt Michael Scheele.

Wie hatte Monatzeder in der Sitzung noch in Richtung Ismaik appelliert: „Die Hand bleibt ausgestreckt, die Tür offen.“ Jetzt kommt zumindest eine neue Hand.

lk

Der Ticker von der Delegiertenversammlung

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