"Ich weiß nicht, wo die da hingeschaut haben"

Ivica Olic erzielt das (irreguläre) 1:0.
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Ivica Olic erzielt das (irreguläre) 1:0.

Ein wenig Hadern mit dem Schiedsrichter- Gespann, viel Selbstkritik beim niedergeschlagenen Torhüter - doch ansonsten war das Pokalaus des Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München schnell abgehakt.

“Unsere Leistung war insgesamt in Ordnung, ein couragierter Auftritt“, befand “Löwen“-Trainer Marco Kurz nach dem 1:3 (0:1) am Dienstagabend im Achtelfinale des DFB-Pokals beim Bundesligisten Hamburger SV. So richtig schien das Pokalaus nur Torhüter Philipp Tschauner zu stören, der nach seinen Patzern am Boden zerstört war: “Das war mein schwächstes Spiel in meiner Laufbahn überhaupt“, befand der 23-Jährige.

Ausgerechnet der künftige FC Bayern-Stürmer Ivica Olic hatte mit seinem Dreierpack (44. Minute/78./85.) den Sieg des Favoriten praktisch im Alleingang herausgeschossen, den Gästen blieb nur der Ehrentreffer durch Daniel Bierofka (86.). “Weil ich jetzt zwei Spiele nicht mitmachen kann, habe ich richtig Gas gegeben“, erklärte der Angreifer, der auch beim Bundesliga-Gipfel am Freitag gegen seinen künftigen Arbeitgeber gesperrt ist, seinen starken Auftritt. “Das macht mich sehr traurig“, sagte der 29-Jährige. “Ich kann es irgendwie noch gar nicht glauben, dass ich nicht spielen kann.“

Die Löwen beim HSV: Einzelkritik und weitere Bilder vom Spiel

Die Löwen beim HSV: Einzelkritik und weitere Bilder vom Spiel © 
Teil 1 der "Münchner Woche" haben die Hamburger gut überstanden. Am Freitag gegen den FC Bayern wird's vermutlich nicht ganz so locker laufen wie gegen die Löwen. © dpa
Sascha Rösler beim Kopfballduell mit Guy Demel. © fishing4
Durcheinander vor dem Löwen-Tor: In dieser Szene behält Tschauner aber die Oberhand. © fishing4
Ivica Olic auf dem Weg zum 1:0. © fishing4
Zack, der Ball ist versenkt. © fishing4
Die Bayern dürfen sich auf einen starken Stürmer freuen. © fishing4
Mladen Petric schirmt den Ball gegen Lars Bender ab. © dpa
David Jarolim beglückwünscht Olic zu dessen Treffer zum 2:0. © dpa
Der Mann des Spiels: Ivica Olic. © dpa
Löwen-Keeper Tschauner vor Guerrero am Ball. © fishing4
Stefan Aigner bedrängt Marcell Jansen... © fishing4
... doch der Hamburger schirmt den Ball geschickt ab. © fishing4
Alle wollten sie den Ivi herzen... © fishing4
Mathieu Beda hat gegen Jose Paolo Guerrero das Nachsehen. © dpa
Die Einzelkritik: Philipp Tschauner: Der Keeper erlebte einen schwarzen Abend. Rettete zwar in Durchgang zwei gegen den durchgebrochenen Petric, wirkte aber oft unsicher. Sein fahrlässiges Abspiel auf Berhalter leitete kurz vor der Pause das 0:1 ein. Ein Tor, dem Schiedsrichter Weiner wegen klarer Abseitsstellung freilich die Anerkennung hätte verweigern müssen! Note: 5 © fishing4
Markus Thorandt: Ließ auf seiner rechten Seite lange nichts anbrennen, kompensierte technische Mängel mit Laufstärke und Einsatzwillen. Gegen Olic sah er vor dem 0:2 freilich nicht gerade glücklich aus. Note: 3 © fishing4
Mathieu Beda: Im defensiven Mittelfeld ist der Franzose keine Verstärkung, in der Innenverteidigung durchaus zu gebrauchen. Ohne größere Fehler im Stellungsspiel, nach vorne allerdings viel zu zaghaft. Wird zu kämpfen haben, wenn Kollege Ghvinianidze wieder fit ist. Note: 4 © fishing4
Gregg Berhalter: „Petric und Olic sind mindestens so gut wie Toni und Klose", hatte der Abwehrchef im Trainingslager auf Teneriffa gewarnt. Gestern bekam er die Bestätigung. Berhalters Leistung war nicht übel, bei Olics 0:3 reagierte er zu langsam. Note: 4 © dpa
Fabian Johnson: Hatte einen schweren Stand auf links gegen Trochowski & Co. Nicht immer Herr der Lage. Ob ihm das Glück auch gegen Freiburg hold ist? Note: 4 © dpa
Sven Bender: Rackerte wie ein Berserker im defensiven Mittelfeld, erkämpfte Bälle, stellte Passwege zu. Reife Leistung. Note: 3 © dpa
Lars Bender: Sein Einsatz war wegen der gerade erst auskurierten Innenbandzerrung im Knie lange ungewiss, zahlte sich jedoch aus. Stark als Balleroberer, umsichtig als Passgeber. Unverzichtbar für die Löwen. Note: 3 © fishing4
ab 76.: Pourie: o.B. © Sampics
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Stefan Aigner: Ein frecher Hund, nicht nur mit dem Mundwerk. Der Urbayer aus Lochham bei Holzkirchen hat die darbende rechte Seite der Löwen wieder zum Leben erweckt. Schön herausgespielte Chance nach acht Minuten, Hamburgs Aogo bekam ihn nie richtig in den Griff. Das Foul gegen HSV-Keeper Rost und die gelbe Karte hätte sich Aigner freilich sparen können. Note: 2 © fishing4
ab 86.: Holebas: o.B. © Sampics
Daniel Bierofka: Mit Fäden in der noch nicht ganz verheilten Ferse lieferte der Kapitän gegen die starke rechte Seite der Hamburger eine ordentliche Partie. Die Belohnung: das Tor zum 1:3. Zur Galaform fehlt noch ein Stück (Fitness). Note: 3 © Sampics
Sascha Rösler: „Er ist der Typ Drecksack auf dem Platz, den wir brauchen", freute sich Daniel Bierofka über die Verpflichtung des Oberschwaben. Kostproben gab’s gestern einige zu sehen. Mit Demel und Mathijsen lieferte sich Rösler heftige Wortgefechte. Spielerisch blieb sein Beitrag allerdings doch sehr übersichtlich. Note: 4 © fishing4
Benny Lauth: Mangelnde Durchsetzungskraft hat ihm HSV-Legende Uwe Seeler in der tz bescheinigt. Gestern war Benny an alter Wirkungsstдtte viel unterwegs, konnte aber keine entscheidenden Akzente setzen. Note: 4 © Sampics

“Dass die Situation beim 0:1 Abseits ist, darf man als Linienrichter auch sehen“, haderte Kurz nach der Niederlage mit den Unparteiischen. “Ich weiß nicht, wo die da hingeschaut haben.“ Der Rest war Formsache - und das Missgeschick von Torhüter Tschauner. “Das zweite und dritte Tor waren undankbare Bälle, die ich aber haben muss“, räumte der 23-Jährige ein. “Das zwingt mich zum Arbeiten.“

“Es war mit Sicherheit nicht sein Tag“, sagte Trainer Kurz zu den Fehlgriffen seines Schlussmanns. “So etwas ist immer bitter für einen Spieler, aber man darf die Niederlage nicht nur an ihm festmachen. Es wird bei uns überhaupt keine Torwartdiskussion geben.“ Und Neuzugang Sascha Rösler attestierte: “Tschauner muss man nicht aufbauen - er war in der Vorrunde einer der überragenden Torhüter in der 2. Liga.“

Löwen zum Anfassen: Der Fanabend auf Teneriffa

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Es ist für alle Beteiligten eine liebgewonnene Tradition im Löwen-Trainingslager: Für die eingefleischten Anhänger, die nach Teneriffa mitgereist sind, schmissen die Spieler und Verantwortlichen einen Fanabend. Die rund 50 Mitgereisten konnten sich über Freibier freuen, das der bayerische Wirt im Bräuhaus servierte. Sehen Sie hier die Bilder aus dem Winter-Trainingslager - inklusive einiger Spieler und Funkionäre, die inzwischen nicht mehr in 1860-Diensten tätig sind. © sampics
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Stefan Aigner steht Rede und Antwort. © sampics
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Torben Hoffmann lässt sich Schulter an Schulter mit einem Fan ablichten. © sampics
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Marco Kurz gibt Auskunft. © sampics
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Prost! Auch die Löwen dürfen zur Feier des Tages am Gerstensaft nippen. © sampics
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Danny Schwarz und Benny Lauth stellen sich mit zum Erinnerungsfoto auf. © sampics
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Teammanager Robert Hettich ist auch für gemeinsame Bilder gefragt. © sampics
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Ein Anhänger schmuggelt sich in eine Löwen-Viererkette © sampics
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Philipp Tschauner ist immer für einen Plausch zu haben. © sampics
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Käptn Bierofka wirkt nach überstandener Verletzung erleichtert. © sampics
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Auch Manager Stefan Reuter lässt sich das Bier schmecken. © sampics
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Nikolas Ledgerwood signiert bereitwillig ein Trikot. © sampics
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Die Kapitäne der Löwen: Daniel Bierofka und Stellvertreter Danny Schwarz © sampics
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Zwei Fans auf Augenhöhe mit Abwehrrecke Gregg Berhalter © sampics
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Marco Kurz gibt Fünf. © sampics
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Stefan Aigner und Christoph Burkhard schwingen die Stifte. © sampics
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Daniel Bierofka und Danny Schwarz lächeln in die Kamera. © sampics
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Florian Jungwirth hat noch ein Plätzchen gefunden. © sampics
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Mate Ghvinianidze und Fabian Johnson stoßen mit Wirt Ralf an. © sampics
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Markus Schroth kann derzeit nicht spielen, zeigt sich aber dennoch optimistisch. © sampics
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Schön war's! Auf ein Wiedersehen im Sommer-Trainingslager. Und vorher natürlich bei vielen, vielen Spielen und Übungseinheiten, die sich echte Fans nicht entgehen lassen. © sampics

So stand am Ende eine Niederlage, die aber niemanden so richtig zu stören schien. “Unsere Mannschaft hat sich gut präsentiert und die Neuzugänge haben gezeigt, dass sie uns verstärken“, sagte Geschäftsführer Stefan Reuter. “Die geschätzten 300 000 Euro aus den Zuschauereinnahmen sind ein kleiner Trost trotz der Niederlage und bedeuten für uns mehr als für den HSV.“

Quelle: DPA

Quelle: tz

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