Leitner: Klopp ist "ein cooler Trainer"

München - Moritz Leitner freut sich auf seine künftige Aufgabe bei Borussia Dortmund. Aber auch Löwen-Trainer Reiner Maurer freut sich und findet den Verlust seines Supertalents "normal".

Der finanziell angeschlagene Zweitligist TSV 1860 München verliert nach Sven Bender erneut ein Talent an Borussia Dortmund. Der 17 Jahre alte Mittelfeldspieler Moritz Leitner wechselt im kommenden Sommer zum westfälischen Bundesligisten. Die Löwen kassieren dafür nach tz-Informationen rund eine Million Euro.

Der U 19- Nationalspieler erhält beim BVB einen Vierjahresvertrag bis 2015. Die Vereinbarung zwischen beiden Klubs sieht vor, dass Leitner mindestens bis Saisonende 2010/2011 an die Löwen ausgeliehen wird. 

"Ich bin stolz, dass mir Borussia Dortmund den Sprung in die Bundesliga zutraut. Vom Bauch her war es die richtige Entscheidung", sagte Leitner am Freitag in München, "der BVB ist ein Superverein." Außerdem sei Jürgen Klopp "ein cooler Trainer", bemerkte Leitner.

"Für mich gilt es jetzt, diesem Vertrauensvorschuss gerecht zu werden", meint der 17-Jährige: "Für den Moment ist es mir aber wichtig, mich hier bei den Löwen Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Und dass ich durch meinen Wechsel die Löwen in einer schwierigen Zeit unterstützen und so ein Stück von dem zurückgeben kann, was mir der Verein an Heimat und Ausbildung gegeben hat."

Mögliche Verkäufe: Welche Spieler könnten das 1860-Finanzloch stopfen?

Klar war schon länger, dass die Löwen finanziell schwer angeschlagen sind. Doch seit dem Punktabzug der DFL ist auch dem Letzten klar: Im Winter müssen die Löwen auch durch Spielerabgänge Geld machen - mal wieder. Entweder sollen Ablösen das Finanzloch stopfen - und/oder aber Gehaltseinsparungen. Diese Spieler könnten die Misere eindämmen. © 
Mathieu Béda: Der Franzose wurde zur U 23 strafversetzt, nachdem ein Wechsel im Sommer gescheitert war. Unter Coach Reiner Maurer wird er kein Profi-Spiel mehr machen. Und: Er soll zu den Großverdienern zählen. Die Löwen würden ihn nur zu gerne von der Gehaltsliste bekommen, müssen jedoch befürchten, dass er seinen Vertrag aussitzt. Dennoch: Ewald Lienen will den Franzosen nach Bielefeld lotsen. © sampics
Antonio Rukavina
Antonio Rukavina (26): Bereits im Sommer stand der Serbe zum Verkauf. Ein Wechsel (angeblich nach Holland) scheiterte am letzten Tag. Eigentlich brauchen die Löwen den Rechtsverteidiger - aber wenn das Angebot stimmt ... © dpa
Alexander Ludwig: Der Standard-Spezialist bekommt von Coach Reiner Maurer viel Lob, aber wenig Einsatzzeiten. Einen hohen Preis auf dem Markt würde er wohl derzeit nicht erzielen - aber wie bei vielen anderen gilt: Vielleicht hilft sein eingespartes Gehalt. © sampics
Alex Ignjovski
Aleksandar Ignjovski (19): Der kleine Serbe ist bei den Löwen Dreh- und Angelpunkt im defensiven Mittelfeld. Er hat bereits einen Vorvertrag beim AC Florenz - doch wenn jemand mehr bietet, wäre dieser nichtig. © dpa
Djordje Rakic
Djordje Rakic (24): Der Serbe ist erst seit dieser Saison fest angestellt bei den Löwen. Sorgte zu Beginn der Saison für Aufsehen, als er in den ersten vier Spielen vier Mal traf. Inzwischen ist er im Formtief. Dennoch wäre er wohl noch einer der Spieler, die am meisten Ablöse einbringen könnten. © Sampics
Florin Lovin (28): Noch vor einem Jahr galt Lovin als der Charakterspieler bei den Löwen. Unter Ewald Lienen im defensiven Mittelfeld gesetzt, warf ihn einen schwere Verletzung weit zurück. Bei Trainer Reiner Maurer hat Lovin einen schweren Stand. Bereits im Sommer gab es Anfragen für den Rumänen. Richtig viel würde er aber nicht erlösen. © Getty
Stefan Aigner (23): Der Publikumsliebling hätte bereits im Sommer nach Stuttgart gehen sollen. Er ist einer der Spieler, für den die Löwen wohl am meisten Ablöse aufrufen könnten. © sampics
Mate Ghvinianidze (23): Unter Trainer Reiner Maurer ging die Formkurve des Georgiers zuletzt wieder nach oben. Im Sommer läuft sein Vertrag aus. Deswegen würde ein Verkauf wohl nur wenig Geld einbringen. © sampics
Philipp Tschauner: Sein Vertrag läuft am Saisonende aus, ein Wechsel im Sommer nach England scheiterte. Bei einem entsprechenden Angebot im Winter würden ihm die Löwen sicherlich keine Steine in den Weg legen und Vitus Eicher oder Björn Bussmann zum Reservekeeper befördern. © Getty
Benny Lauth (29): Der Vertrag des Publikumslieblings läuft im Sommer aus. Zudem wird er im Sturm gebraucht. Es ist also nicht zu erwarten, dass er die Lösung der finanziellen Probleme ist. © dpa
Kevin Volland: Der 18-Jährige ist aktueller Stürmer Nummer 3 bei den Löwen - und hochtalentiert. Das ist auch anderen Vereinen nicht verborgen geblieben. Eventuell macht ja einer seinen Geldbeutel weit genug auf, sodass die Löwen schwach werden. © Getty
Man könnte noch weitere aufzählen, etwa Dominik Stahl. Der Beinahe-Verkauf von Stefan Aigner im Sommer hat gezeigt, dass die Löwen auch nicht davor zurückschrecken würden, absolute Leistungsträger zu verkaufen. Nicht weil sie es wollen, sondern weil sie es müssen. Am Ende ist bei einem finanziell angeschlagenen Verein ein Verkauf wohl immer eine Frage des Preises. Vertrauen wir Stevic, Niemann & Co., dass sie das Loch stopfen, ohne dass es allzuviel spielerische Substanz kostet. © Getty
Tarik Camdal: Für den Mittelfeldmann gibt es laut Miki Stevic Anfrage aus der Türkei und aus der Schweiz © sampics

„Moritz gehört ohne Zweifel zu den größten Talenten in seiner Altersklasse. Mit seiner frechen Art, Fußball zu spielen, hat Moritz sehr schnell das Interesse einiger Bundesligisten geweckt“, sagt Sportdirektor Miki Stevic. „Borussia Dortmund wollte Moritz schon in der kommenden Winterpause in den Bundesligakader integrieren. Wir sind sehr froh, dass wir uns mit dem BVB über akzeptable Ablösemodalitäten einigen konnten und dass Moritz die Saison bei uns zu Ende spielen wird“.

1860-Trainer Reiner Maurer war angesichts der finanziellen Situation des Vereins auf den Verlust eines weiteren großen Talentes eingestellt. “Bei uns ist das normal“, sagte er am Freitag: “Es spricht für uns, dass wir junge Talente haben, an denen Erstligisten dran sind.“

Der Coach zeigte sich erfreut darüber, dass ihm Leitner vorerst weiter zur Verfügung steht: “Ich glaube, dass es ihm gut tut dass er unserer Obhut bleibt.“

dpa/tz/pm

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