Was ist der Sieg wert?

Estland „nicht der Gradmesser“: Das kann die Nationalmannschaft trotzdem mitnehmen

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Nach der Gala gegen Estland geht es für die Nationalspieler in den Urlaub. 

Auch wenn Estland kein schwerer Gegner war und man den hohen Sieg nicht überbewerten sollte, kann die Mannschaft viel Positives aus dem Spiel mitnehmen.

Mainz - Ab in den Urlaub! Die Nationalspieler verabschieden sich mit einer 8:0-Gala gegen Estland in der EM-Qualifikation in die Sommerpause. Aber was ist dieser Sieg im Hinblick auf die DFB-Zukunft wert und welche Schlüsse können nach den vergangene zehn Tagen gezogen werden? Die tz erklärt’s!

DFB-Team verbessert Chancenverwertung

Lernfähigkeit: Nach dem 2:0-Sieg gegen Weißrussland gab es vor allem einen Kritikpunkt: die mangelnde Chancenverwertung. Das nahm sich die Nationalmannschaft gegen Estland zu Herzen und schenkte dem Gegner acht Tore ein. „Wir haben uns vorgenommen, mehr Tore als gegen Weißrussland zu schießen. Das haben wir früh gezeigt. Wir haben heute einen besseren Rhythmus gefunden und unsere Torchancen genutzt“, meinte Marco Reus. Die gute Torquote zeigt, dass die DFB-Elf lernfähig und in der Lage ist, taktische Anweisungen innerhalb kürzester Zeit auf dem Platz umzusetzen.

Hohe Qualität auch auf der Bank

Bank-Power: Mit Timo Werner, Marcel Halstenberg und Julian Draxler brachte Interimsbundestrainer Marcus Sorg in der zweiten Hälfte drei frische Leute von der Bank – alle waren an späteren Toren beteiligt: Werner erzielte das 7:0, das von Draxler eingeleitet wurde. Halstenberg legte Serge Gnabry den Treffer zuvor auf, der ebenfalls von Draxler initiiert wurde. „Wir haben eine unheimliche Qualität im Kader – ganz egal, was von der Bank kommt. Oft kann man nur wechseln, wenn nichts mehr schiefgehen kann. Hier ist das anders“, stellte Joshua Kimmich fest. Stimmt: Bei der WM-Katastrophe in Russland hatte man stets das Gefühl, dass von der Bank nicht nachgelegt werden konnte. Das scheint jetzt anders.

Reus: „Die beiden Gegner waren für uns nicht der Gradmesser“

Selbsteinschätzung: Vor nicht all zu langer Zeit taten sich Nationalspieler noch schwer, schlechte Leistungen nicht schönzureden. Jetzt ist es umgekehrt. Gute Leistungen werden dem Gegner angemessen betrachtet Leon Goretzka: „Es hat sich schon im ersten Spiel angedeutet und auch im Training gezeigt, dass wir uns immer besser abstimmen. Der Umbruch ist noch lange nicht abgeschlossen, das ist noch viel zu früh. Es gibt immer Dinge zu verbessern, zu optimieren. Es kommen noch ganz andere Gegner auf uns zu, da muss alles zu 100 Prozent stimmen, da sind wir noch lange nicht.“ Und Reus ergänzte: „Die beiden Gegner waren für uns nicht der Gradmesser. Wir nutzten diese zwei Spiele und die Trainingseinheiten, um uns auf dem Platz besser zu finden. Das müssen wir auch gegen Holland zeigen.“

Großteil der Nationalmannschaft spielte schon in der Jugend zusammen

Teamgeist: Der Jahrgang 1995/1996 gibt jetzt den Ton an im DFB-Team. Viele Spieler aus diesen Jahrgängen kennen sich schon lange, sind auch privat befreundet. Wegen dieses Teamgeists ist man beim DFB auch intern davon überzeugt, dass etwas Großes zusammenwächst. Oder um es mit den Worten von Manuel Neuer im Hinblick auf die EM 2020 zu sagen: „Wir hoffen, dass wir weiter an uns arbeiten, viel lernen und im Sommer eine super Mannschaft aufgebaut haben.“ Dafür bleibt noch ein Jahr Zeit.

Manuel Bonke

Quelle: tz

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