Leitner verdient nun das 25-fache bei den Löwen

München - Moritz Leitner hat sich zu seinem Wechsel zu Borussia Dortmund geäußert. Zunächst bleibt er aber bei 1860, bekommt eine Gehaltserhöhung - und soll später vielleicht beim BVB Nuri Sahin beerben, bei dem ein Wechsel im Raum steht.

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Mit einem breiten Grinsen verließ Daniel Halfar am Freitagmittag nach dem Abschlusstraining den Platz an der Grünwalder Straße und ging auf die wartenden Journalisten zu. „Na“, fragte er, „will noch irgendjemand was über meinen bevorstehenden Wechsel zu Borussia Dortmund wissen?“ Ein Scherzkeks. Halfar bleibt natürlich bei den Löwen, jener Kollege, der sich seit Donnerstag mit dem Tabellenzweiten der Bundesliga auf einen Viereinhalbjahresvertrag geeinigt hat, erschien ein paar Minuten später: Moritz Leitner, der 17-jährige Senkrechtstarter. Nach nur acht Einsätzen in der 2. Liga war er den Dortmundern bereits eine Million Euro an Ablöse wert.

„Schön, dass das ganze Hin und Her jetzt vorbei ist“, sagte der schmächtige Mittelfeldspieler, der optisch nach wie vor auch als C-Jugendspieler durchgehen könnte, „jetzt kann ich mich wieder voll auf den Fußball konzentrieren.“

Klar, einfach waren die vergangenen Wochen nicht. Dortmund wollte ihn, Leverkusen, auch Hoffenheim, Bremen und der VfB Stuttgart bemühten sich um Leitner. Natürlich gibt es schlimmere Entscheidungen im Leben eines Fußballspielers – einfach war sie trotzdem nicht.

„Am Ende habe ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen“, verriet der gebürtige Münchner, der am 8. Dezember volljährig wird. Auch das Gespräch mit BVB-Trainer Jürgen Klopp am Dienstag vor einer Woche – die beiden verbrachten in Dortmund den ganzen Tag miteinander – sei ausschlaggebend gewesen. Leitner: „Der Kloppo ist einfach ein Supertyp und natürlich ein sehr guter Trainer, der eben auch auf junge Spieler setzt.“

Deswegen auch die Absage an die Leverkusener, deren Sportchef Rudi Völler am vergangenen Samstag Leitner beim 0:0 gegen Bielefeld in der Allianz Arena beobachtet hat. „Leverkusen war auch eine Überlegung“, sagte Leitner, „die anderen Interessenten dagegen nicht wirklich.“

 

Wood, Manga, Imbongo: Das ist die neue Löwen-Zukunft

Auf Markus Ziereis hält Reiner Maurern große Stücke: "Ziereis bewegt sich sehr gut und hat eine unglaubliche Nase für gefährliche Situationen." © sampics
David Manga war in der vergangenen Saison der Leistungsträger bei der U23. Elf Vorlagen und fünf Tore kann der 21-Jährige vorweisen. Unter Ex-Coach Lienen trainierte Manga schon bei den Profis mit. © Sampics
Dimitry Imbongo Boele kam 2008 aus Frankreich zu den Löwen. In der vergangenen Saison schoss er in 16 Spielen sechs Tore für die zweite Mannschaft. Stoffers glaubt: Boele wird der neue Mlapa. © Sampics
Eigentlich hatte Manuel Schäffler den Sprung zum Stammspieler bereits geschafft. Doch unter Ewald Lienen war der 21-Jährige bei den Löwen nicht mehr erste Wahl. © getty
Trotz des Trainerwechsels packte Schäffler seine Sachen und will nun beim MSV Duisburg Spielpraxis sammeln. Dorthin ist er für ein Jahr auf Leihbasis gewechselt. © getty
Aleksandar Ignjovski besticht auf dem Spielfeld mit seiner Übersicht. Der serbische U19-Nationalspieler ist im defensiven Mittelfeld gesetzt. © Sampics
Ignjovski ist auf dem Transfermarkt heiß begehrt. Wird es seine letzte Saison bei den Löwen? Der AC Florenz besitzt ein Vorkaufsrecht. © getty
Sandro Kaiser hat sich in kürzester Zeit in die Herzen der Löwenfans gespielt. Unter Ewald Lienen stand Kaiser immer wieder in der Stammelf. © Sampics
Kaiser kam 2001 zu den Löwen. Sein Vertrag läuft noch bis 2012. © getty
Neben Sandro Kaiser durfte auch Tarik Camdal in der  vergangenen Saison immer wieder Profiluft schnuppern. © getty
Trotz seines Alters gehört das junge Talent bereits zu den Geheimwaffen beim TSV. Ob ihm in dieser Saison der Durchbruch gelingt? © getty
Lange Zeit musste Emanuel Biancucchi auf seinen ersten Einsatz im Löwendress warten. Seit dieser Saison gehört er endgültig zum Profikader. © Sampics
Miki Stevic verlängerte seinen Vertrag bis 2012. © getty
Wer kennt ihn nicht bei den Löwen? „Das ist  doch der, der gegen den Ribéry gespielt hat“, heißt es oft. Nach dem Pokal-Auftritt von Benny Schwarz gegen den französischen Nationalspieler war der Löwe in aller Munde. © getty
Der Linksverteidiger war lange verletzt. Nach einem Streit mit Ewald Lienen stand Schwarz auf dem Abstellgleis. Nach einem halben Jahr in Unterhaching will sich Schwarz in der Vorbereitung wieder in die erste Mannschaft spielen. © getty
Der Deutsch-Albaner Kushtrim Lushtaku fand in der vergangenen Saison den Weg an die Isar. Er überzeugte Ex-Trainer Ewald Lienen im Probetraining.  © Sampics
Auf einen Einsatz in der zweiten Liga wartet Lushtaku immer noch. © getty
Christopher Schindler ist bei den Löwen ein Urgestein. Er kickt bereits seit der E-Jugend beim TSV 1860. Bei Trainingsauftakt durfte der 20-Jährige bereits mit den Profis trainieren. © Sampics
Tobias Strobl (20) ist gebürtiger Münchner. Der Defensiv-Spezialist sollte in der kommenden Saison auf Leihbasis für Unterhaching spielen, ein Engagement zerschlug sich. © Sampics
Björn Bussmann gilt in Deutschland als großes Torwart-Talent. Der 19-Jährige stand schon in England im Nachwuchs der Blackburn Rovers zwischen den Pfosten. © Sampics
In dieser Saison ist Bussmann hinter Gabor Kiraly und Phillipp Tschauner als dritter Torwart eingeplant. © Sampics
Vitus Eicher ist seit 2000 bei den Löwen. Der 19-Jährige darf sich in der Vorbereitung im Wechsel mit Björn Bussmann bei den Profis beweisen. © Sampics
Kevin Volland ist ein Mann für die Offensive - vielleicht ja auch bald die der Profis © sampics
Bobby Wood ist das sonnige Naturell ins Blut gelegt - er wurde auf Hawaii geboren. Bei den Löwen steht dem Offensiv-Allrounder eine große Zukunft bevor © sampics

 

Bis mindestens zum Saisonende aber bleibt der U 17-Nationalspieler auf alle Fälle noch ein Löwe. Als Leihspieler. Die Gebühr dafür ist in der Ablöse bereits eingerechnet. Und: Leitner erhält ab sofort mehr Gehalt. Bisher spielte er für monatlich 200 Euro (bei ihm galt noch sein Vertrag als A-Jugendlicher), jetzt sollen es rund 5000 Euro sein. Natürlich kein Vergleich zu dem, was er künftig in Dortmund kassieren wird.

Ob er ab Sommer 2011 noch mal für ein Jahr an die Löwen ausgeliehen wird, steht noch in den Sternen. „Das müssen die Bosse beider Klubs entscheiden“, erklärte Leitner, „mir ist das eigentlich egal.“

Aber: Wenn die Dortmunder ihn ausleihen wollen, dann nur an den TSV 1860. Ein anderer Klub kommt laut Abmachung nicht infrage.

Allerdings ist Moritz selbstbewusst genug, zu glauben, dass er sich auch beim BVB rasch durchsetzen wird: „Ich kann auf der Zehn spielen, auf der Sechs, oder, wie im DFB-Team, auch auf der Außenbahn.“

Und wer weiß: Vielleicht ist er ja schon als Nachfolger von Nuri Sahin eingeplant. Wie die tz erfuhr, steht der türkische Nationalspieler im nächsten Jahr vor einem Wechsel zu Bayer Leverkusen.

Claudius Mayer

Quelle: tz

Rubriklistenbild: © Fishing4

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