Geld in Aussicht

Land in Sicht? Löwen-Sponsor „Die Bayerische“ will künftig mehr zahlen, aber...

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Der Haupt- und Trikotsponsor der Löwen, „Die Bayerische“, will "sein Sponsoring um einen hohen zweistelligen Prozentsatz erhöhen“.

Kommt jetzt endlich frisches Geld in die Kasse des notorisch klammen Löwen? TSV-1860-Sponsor hat angekündigt seine Unterstützung zu erhöhen, knüpft sein Engagement aber an eine Bedingung.

Das Wehklagen ist groß beim TSV 1860 in diesen Tagen. Während Trainer Daniel Bierofka fürchtet, dass ihm angesichts des präsidialen Sparkurses die Verteidiger ausgehen, „zerreißt“ es seinen Vorgesetzten, Sportgeschäftsführer Günther Gorenzel innerlich beim Gedanken an einen betriebsbedingten Kaderabbau: „Ich muss aus wirtschaftlichen Gründen Entscheidungen treffen, die mir sportlich sehr wehtun.“ Und das alles nur, weil sich die beiden Gesellschafter des Giesinger Traditionsklubs nicht auf eine gemeinsame Zukunftsvision einigen wollen. 

TSV 1860: Kein Teamgeist zwischen Präsident und Hauptgesellschafter 

Auf der einen Seite verweigerte Präsident Robert Reisinger seinem Geschäftsführer Michael Scharold im Dezember 2018 per 50+1-Verfügung die Annahme neuer Genussschein-Darlehen (was sich mit dem Aktiengesetz nicht wirklich verträgt), auf der anderen Seite versteckt sich Hauptgesellschafter Hasan Ismaik hinter dieser e.V.-Verfügung, anstatt seiner Profifußball-Firma per Eigenkapital-Einlage eine Aufstiegsperspektive zu eröffnen. 

Dass Ismaiks Sprecher Saki Stimoniaris unlängst noch per Pressemitteilung erklärte, jeder Spieler, mit dem Daniel Bierofka plane, werde „auch in Zukunft eine wichtige Rolle beim TSV 1860 spielen“ – Schall und Rauch. Oder steckte hinter der Ankündigung, man sei „gerade dabei, die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft des Vereins zu stellen“, doch mehr als die Verabreichung von verbalen Beruhigungspillen? 

TSV 1860: Hauptsponsor nennt Zweite Liga als mittelfristiges Ziel

Wer der Bilanz-Pressekonferenz des Münchner Versicherers Die Bayerische gestern in der Neuperlacher Firmenzentrale beiwohnte, der konnte danach zumindest behaupten, dass noch nicht jeglicher Glaube an eine gedeihliche Löwen-Zukunft verloren ist. Die letzte Folie der Präsentation, überschrieben mit „Sportsponsoring“, beinhaltete zwei sogenannte „Handlungspakete“. Erstens: „Verhandlungen zum Ausbau des Sponsorings“ (beim TSV 1860). Und zweitens: „Unterstützung bei Kapitalmaßnahmen & Aufbau Investorengemeinschaft“. „Wir haben ein klares Interesse, dass der Verein innerhalb der nächsten drei Jahre wieder in die Zweite Liga aufsteigt“, sagte Vorstandsmitglied Martin Gräfer, der ankündigte, das Sponsoring-Volumen der mittelständischen Assekuranz „um einen hohen zweistelligen Prozentsatz“ erhöhen zu wollen. 

Zum Vergleich: Zur am Samstag endenden Drittliga-Saison steuerte Die Bayerische rund 700 000 Euro bei. Zwar lasse sich in der Dritten Liga auch mit einem geringeren Budget bestehen, meinte Gräfer, schließlich spiele auch sein Unternehmen nicht in einer Liga mit der Allianz und müsse dies „durch Kreativität ausgleichen“. Doch mit Blick auf den Faktor Planbarkeit sei es unerlässlich, einen Konsens unter den Gesellschaftern zu finden. 

Ob der Hauptsponsor als Mittler wirken wolle? Diese Frage verneinte Gräfer deutlich. Die Einladung müsse vom Präsidium und von Ismaik kommen. In diesem Fall stünde Die Bayerische zusammen mit anderen Münchner Mittelständlern bereit, als Gesellschafter-Konsortium à la 1. FC Kaiserslautern bei 1860 einzusteigen – im Zuge einer Kapitalerhöhung oder durch Übernahme bestehender Anteilsscheine. Reisinger hat dieses Modell bereits zur Sprache gebracht. Mittelfristig werde sich 1860 „finanziell breiter aufstellen müssen, die Chancen und das Risiko sollten auf mehr Schultern verteilt sein“, sagte er zuletzt. Wie groß der Handlungsdruck noch werden muss, ist die große Frage an der Grünwalder Straße. Eine vernünftige Saisonplanung scheint schon jetzt kaum mehr möglich. Bei 1860 ohnehin längst mehr Regel als Ausnahme.

Ludwig Krammer

Aktuell muss Sportchef Günther Gorenzel einen Balanceakt zwischen sportlicher und wirtschaftlicher Verantwortung meistern - es droht der große Ausverkauf beim TSV 1860.

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