Seeler: "1860 wird schwerer als Bayern"

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Einmal HSV, immer HSV: Uwe Seeler.

Hamburg - Uwe Seeler ist zufrieden. Bei der Wahl des neuen HSV-Aufsichtsrates wurde am Sonntag der „Putsch“ der vorstandskritischen „Supporters Group“ verhindert, kein Kandidat schaffte es ins zwölfköpfige Kontrollgremium.

„Jetzt hoffe ich, dass wieder Ruhe einkehrt in unserem ­Verein, nachdem die Vernunft gesiegt hat“, sagt die 72-jährige Klub-Ikone. Vor dem Münchner Doppelpack mit dem Pokalduell gegen 1860 am Dienstag und dem Liga-Knaller gegen den FC Bayern am Freitag sprach die tz mit Seeler.

Herr Seeler, 1860 als Vorspeise, Bayern als Hauptgericht – ist das ein Menü nach Ihrem Geschmack?

Seeler: Ich würde da aus HSV-Sicht lieber keinen Unterschied machen. Wir müssen 1860 genauso ernst nehmen wie den FC Bayern, sonst kann’s ein böses Erwachen geben gegen die Löwen.

Sechzig schwerer als Bayern?

Seeler: Vom Kopf her auf jeden Fall. Gegen 1860 ist der HSV absoluter Favorit, da können wir als Erstligist zu Hause eigentlich nur verlieren. Gegen Bayern sind die Chancen fifty-fifty, das wird ein offenes Spiel.

Mit den Löwen kommt am Dienstag ein alter Bekannter in den Volkspark: Benny Lauth…

Seeler: Ja, der Benny…

Sie klingen wenig begeistert…

Seeler: Ich denke an seine HSV-Zeit zurück. Was man dem Benny damals alles vorausgesagt hat! Nationalspieler, große internationale Karriere. Jetzt spielt er in der 2. Liga.

Warum konnte sich Lauth in der Bundesliga nicht durchsetzen?

Seeler: Beim HSV war’s ja zu Anfang nicht schlecht, was er gespielt hat, er war ja lange verletzt. Aber als die Konkurrenz härter wurde, da fehlte ihm die Kampfbereitschaft. Er hat nicht genug gebissen, sich nicht genügend in den Hintern getreten. In Hannover soll es später ja ähnlich gewesen sein.

Bei 1860 hat Lauth eine ordentliche Vorrunde gespielt.

Seeler: Ja, das hab ich zum Teil selbst gesehen. Ich wünsche dem Benny von Herzen, dass er die Kurve nach oben nochmal kriegt. Aber ich befürchte, dass es für ganz oben vielleicht schon zu spät ist.

Wie groß ist Ihre Enttäuschung über Mustafa Kucukovic? Er war Ihr Zögling beim HSV und ist jetzt in der 2. Liga gescheitert.

Seeler: Ich war mir sicher, das es der Mucki packt bei 1860. Aber ich hab’ ihm immer gesagt: Du darfst nie aufhören, an dir zu arbeiten. Wenn du meinst, dass du besser bist, als du von allen anderen gesehen wirst, dann wird’s schnell schwierig. So ist es leider gekommen.

Interview: Ludwig Krammer

Quelle: tz

Quelle: tz

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