Tumulte nach Abpfiff- Polizei dennoch zufrieden

Trambahn unter Beschuss: Unterstützung der 1860-Fans bleibt nicht friedlich

Leidenschaftliche Löwen-Fans: Abstandsregeln wurde nicht eingehalten.
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Leidenschaftliche Löwen-Fans: Abstandsregeln wurde nicht eingehalten.

Die Polizei München zieht nach dem Derby eine positive Bilanz. Mit 200 Einsatzkräften waren die Beamten „jederzeit Herr der  Situation“. 

München –Vorletzter Spieltag in der 3. Liga, Stadtderby 1860 gegen Bayern II, für beide Teams geht es um alles. Die Löwen kämpfen um den Aufstieg, die kleinen Bayern gegen den Abstieg. Wenig verwunderlich, dass Polizei-Pressesprecher Damian Kania nach dem 2:2-Remis von „unerwartet nickligen Szenen“ während der Partie berichtet.

Schon vor dem Anpfiff hatten es sich rund 850 Löwenanhänger nicht nehmen lassen, ihre Mannschaft auf dem kurzen Weg vom Trainingsgelände zum Grünwalder Stadion lautstark zu begleiten. Hierbei sei noch alles friedlich geblieben, so Kania, erst gegen Ende der Partie kam es zu „einem Tumult und Gedränge vor dem Stadion“, wobei auch Pyro-Technik zum Einsatz kam, „was wir einfach nicht akzeptieren können“. 

TSV 1860 gegen FC Bayern II: Trambahn-Schütze erwischt - Polizei zieht positives Fazit

Zumal auch eine Trambahn beschossen wurde, die dabei Schaden nahm und ihre Fahrt nicht fortsetzen konnte. Der Verursacher sei dingfest gemacht worden, sodass sich Kania abschließend „mit dem Einsatz zufrieden“ zeigte, es sei „zu keinen großen Zwischenfällen gekommen“.

Die Bilanz liest sich mit fünf Anzeigen und vier Festnahmen in der Tat übersichtlich für ein sportlich derart brisantes Stadtduell. Auf die strikte Einhaltung der noch immer gültigen Corona-Regeln habe man dabei weniger achten können, „unsere Priorität lag auf der Gefahrenabwehr“, erklärt Kania. Dass es weitgehend friedlich blieb, lag vor allem auch daran, dass sich zwar einige Bayernfans in der Innenstadt versammelt hatten, zu einem direkten Aufeinandertreffen am Stadion kam es jedoch nicht, „es war also nicht nötig, die Gruppen zu trennen“. Erleichtert waren die Einsatzkräfte dennoch, als sich die beiden Mannschaftsbusse auf den Heimweg gemacht hatten und es insgesamt doch zu keinen schwerwiegenden Vorkommnissen gekommen war.

TSV 1860 gegen FC Bayern II: „Wir waren gut vorbereitet“ - Polizei mit 200 Einsatzkräften beim Derby

Im Stadion selbst war während der Partie lediglich der ein oder andere Schlachtgesang von der Grünwalder Straße zu hören, kurz nach dem Wiederanpfiff wurde dort zudem noch ein kurzes Feuerwerk veranstaltet. Mit einem massiven Aufgebot von etwa 200 Einsatzkräften hatte die Polizei Präsenz gezeigt, „wir waren gut vorbereitet“, bilanziert auch Kania, „und jederzeit Herr der Situation“. 

Wie ein Geisterspiel habe sich der Nachmittag zwar nicht angefühlt, doch selbst Kania gestand den Anhängern schmunzelnd zu, dass „wir uns ja lange nicht mehr gesehen hatten“ und bei einigen deshalb wohl „ein gewisser Nachholbedarf“ bestanden habe.

(MATTHIAS HORNER)

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