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TSV 1860: Pessimismus? Finanzchef Pfeifer pfeift drauf: „Wir sind frohen Mutes“

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Von: Uli Kellner

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Marc-Nicolai Pfeifer, Finanzgeschäftsführer des TSV 1860, lehnt sich über eine Werbebande.
Wohin steuert sein Verein? Marc-Nicolai Pfeifer, 41, seit Sommer 2020 Finanzgeschäftsführer des TSV 1860. © Imago

Das Heimspiel gegen Halle? Einziges Ziel ist, die Schmach der Türkgücü-Pleite zu tilgen. Der Finanzchef denkt derweil an die Zukunft, durchaus mit Zuversicht.

München - Der Aufstiegstraum ist ausgeträumt (erst mal), das Heimspiel gegen Halle am Montagabend dient in erster Linie dem Ziel, die verheerenden Eindrücke von der 1:2-Niederlage gegen Türkgücü vergessen zu machen. Sportlich spannend ist der Aspekt, wem Trainer Michael Köllner die Derbypleite am stärksten anlastet (die Aufstellung wird’s zeigen). Zu erwarten ist darüber hinaus, dass ab sofort auch wieder vermehrt politische Themen diskutiert werden, Etat-, Kader- und Personalfragen.

Um die Deutungshoheit nicht abzugeben, hat der Tabellenzehnte daher einen ungewöhnlichen Weg beschritten und ein 28-minütiges Interview mit dem Finanzchef auf seinem Youtube-Kanal „Löwen-TV“ veröffentlicht. Marc-Nicolai Pfeifer, 41, der in eineinhalb Jahren noch nirgendwo anders ein Interview gegeben hat, tritt im Gespräch mit Pressesprecher Rainer Kmeth Gerüchten entgegen, ordnet ein, nimmt Stellung, verbreitet Zuversicht. Ein Überblick über seine wichtigsten Aussagen.

Pfeifer über . . .

. . . sein Arbeits-Credo: „Der Schwabe sagt: Haben kommt von Halten.“ Sein „Lieblings-Sinnbild“ im Hinblick auf ein gesundes Aufwand-Ertrags-Management seien Flugbuchungen im Internet: „Wenn du rechtzeitig deinen Flug buchst, kriegst du für die gleiche Flugverbindung und den gleichen Sitzplatz einen besseren, attraktiveren Kurs“.

. . . Einnahmen aus dem DFB-Pokal: Die gehandelte Summe von 900 000 Euro sei deutlich zu hoch gegriffen. Pfeifer: „Hier muss man einschränken, dass der Spielbetrieb durch Verbandsvorgaben viel aufwändiger ist.“ Werbefreies Stadion, Videoreferee ab der dritten Runde, Erfolgsprämie für die Mannschaft. So schmelze die Gewinnsumme für den Verein „eminent zusammen“.

. . . die Stadionmiete: Laut Pfeifer habe die Stadt „die Konditionen, also die Mindestmiete ohne Zuschauer, in der aktuellen Phase vervierfacht“. Im Ergebnis würde das „einen Löwenanteil der zur Verfügung stehenden Mittel reduzieren“ – trotz eines 22-Prozent-Wachstums bei den Sponsoren. Darüber hinaus spricht er von einem „Unverhältnis“ bei den Stadionkosten, „im Ergebnis sind wir da eine Million Euro hinter dem Liga-Durchschnitt“.

. . . Gerüchte, wonach Pokalerlöse in das Tilgen von Ismaiks Darlehen gesteckt werden (müssen): „Definitiv führen wir aus Mehrerfolg nichts zurück oder tilgen irgendwelche Darlehen, ganz im Gegenteil. Wir haben ja das Privileg, von der Familie Ismaik ein Darlehen zu bekommen, das unsere Worst-Case-Planung absichert. Das ist unser Heimathafen in der Phase der Pandemie, es gibt uns Sicherheit. Das stellt einen Riesenvorteil für uns dar.“

. . . Etat-Entwicklung: Dank vereinter Kräfte könne 1860 einen Etat ausweisen, „der im Gleichklang ist mit unseren Zielen“. Sprich: „2019 waren wir auf einem Niveau von rund 4 Millionen Euro, in der darauffolgenden Spielzeit bei knapp 5 Millionen – aktuell sind wir unter Einbezug von DFB-Pokal-Prämien bei fast 6 Millionen.“ Etat und Kader sind „absolut wettbewerbsfähig“. Pfeifer: „Wir sind ins Gelingen verliebt und vertrauen darauf, dass wir unsere Ziele erreichen können.“

. . . den Etat für 2022/23: „Wir wollen keine falschen Signale geben. Nach jetzigem Stand der Planungsphase ist der Etat im Vergleich zum Hier und Heute um rund 30 Prozent reduziert. Das soll für uns die Motivation sein, alles daran zu setzen, dass wir auf der Ertragsseite wieder auf dem gleichen guten Niveau ankommen. Wir sind da frohen Mutes.“

. . . das übergeordnete Ziel: „Als Verein mit unserer Geschichte haben wir natürlich den Anspruch, dass wir aufsteigen. Es gilt jetzt, in allen Bereichen weiter Vollgas zu geben, jeder in seinem Verantwortungsfeld.“

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