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TSV 1860: Holprig zurück an der Spitze – „Es wird jede Woche hart werden“

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Von: Uli Kellner

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Das war spitze! Trainer Michael Köllner bedankt sich bei den 2500 mitgereisten Löwen-Fans. Auch sein Team steht wieder an der Spitze der 3. Liga, versprühte aber keinen Glanz beim 1:1 im riesigen Signal-Iduna-Park gegen die U 23 von Borussia Dortmund.
Das war spitze! Trainer Michael Köllner bedankt sich bei den 2500 mitgereisten Löwen-Fans. Auch sein Team steht wieder an der Spitze der 3. Liga, versprühte aber keinen Glanz beim 1:1 im riesigen Signal-Iduna-Park gegen die U 23 von Borussia Dortmund. © Sampics / Stefan Matzke

Der TSV 1860 München ist zurück an der Tabellenspitze. Wollen die Löwen aber auch nächste Woche gegen Ingolstadt bestehen, müssen sie sich steigern.

München/Dortmund – So stellt man sich das vor, als frischgebackener Rückkehrer an den Sonnenplatz der 3. Liga: Füße hochlegen am Montagabend, im Fernsehen schauen, was der nächste Gegner macht, dem – netter Nebeneffekt – zwei Tage weniger Zeit zur Erholung bleiben. Es ist ja ein durchaus besonderes Spiel, das die Löwen am Samstag erwartet: Der FC Ingolstadt kommt nach Giesing (14 Uhr) – ausgerechnet jenes Team, das Stefan Lex & Co. am Finalspieltag der Saison 2020/21 den Sprung in die Relegationsspiele zur 2. Liga verwehrt hatte.

Sicher ist: Die Löwen werden alles daran setzen, um Ingolstadt zu schlagen, ihre makellose Heimbilanz auszubauen und die Tabellenführung zu verteidigen. Die Frage, die sich nach dem 1:1 in Dortmund am Samstag stellt, lautet jedoch: Haben sie auch die Form dafür?

TSV 1860: Einige Spieler unter Niveau in Dortmund

Die 90 Minuten im Signal-Iduna-Park – sie waren aus Sicht der Gäste so wechselhaft wie das Wetter im Ruhrpott, das alles bot: von Sonnenschein über leichten Regen, starken Regen bis hin zu Hagel, der in der Schlussphase zu einer vierminütigen Spielunterbrechung führte.

Joseph Boyamba, der Ex-Dortmunder, saß zu diesem Zeitpunkt bereits unter dem schützenden Dach der Auswechselbank. Den Foulelfmeter, den Kapitän Lex in der 62. Minute routiniert herausgeholt hatte, verwandelte Albion Vrenezi in Vertretung. Boyamba war allerdings nicht der einzige Löwe, der nach der Länderspielpause nicht den allerbesten Tag erwischt hatte. Sechs Minuten nach dem Führungstreffer sah Fabian Greilinger BVB-Sturmtalent Marco Pasalic auf sich zukommen, wirkte unentschlossen, ob er den linken oder rechten Laufweg zustellen soll. Pasalic nahm die Einladung an – und stellte mit einem feinen Schlenzer zum 1:1 den Endstand her.

TSV 1860: Ausfälle von Morgalla und Bär schmerzen

Dass in der „blauen Wand“, gebildet von gut 2500 mitgereisten Löwen-Fans, trotzdem 90 Minuten gefeiert wurde, war dem Umstand geschuldet, dass auch einige Mitbewerber um die Aufstiegsplätze Federn ließen. Dresden spielte nur 1:1 in Bayreuth, Saarbrücken 2:2 gegen Freiburg II, Elversberg verlor gar 1:2 gegen Verl. Für Michael Köllner Anlass genug, mit einer Mischung aus Demut und Pragmatismus auf das bisher Erreichte zurückzublicken. „Es geht in dieser Liga nicht darum, den schönsten Fußball zu zeigen, sondern konsequent zu punkten“, dozierte der 1860-Coach und bilanzierte zufrieden: „Wir stehen unangefochten auf Platz eins. Wir haben von zehn Spielen sieben gewonnen und nur eins verloren – das ist eine Mega-Bilanz.“ Gleichzeitig wisse man aber auch: „Es ist noch ein ganz langer Weg.“

Da Köllner eine Saison stets in Etappen aufteilt, blickte er voraus auf die fordernden Wochen bis zur WM/Winter-Pause, in denen es die Löwen mit auf dem Papier höher eingeschätzten Konkurrenten zu tun bekommen, beginnend mit Ingolstadt, gefolgt von Osnabrück, Wiesbaden, Bayreuth, Saarbrücken, Freiburg II und Essen. Die Erwartung des Trainers: „Es wird jede Woche hart werden.“ Erst recht, wenn wie am Samstag einige Stammspieler ausfallen. Erstmals in dieser Saison mussten die Löwen auf Abwehr-Jungstar Leandro Morgalla verzichten, der in Spiel eins nach seiner Vertragsverlängerung passabel von Niklas Lang vertreten wurde. Außerdem, erinnerte Köllner: Marcel Bär, der amtierende Torschützenkönig, falle seit dem zweiten Spieltag verletzt aus. „Ich glaube, das hätten nur die wenigsten Vereine geschafft, diese Qualität zu kompensieren“, sagte er: „Uns ist es gelungen!“

Das Grundsätzliche passt also, findet Köllner. Und die Form der ersten Spiele – die kommt schon wieder, ist er sich sicher, womöglich schon zum Heimspiel gegen Ingolstadt, mit dem die Löwen am Samstag den sportlich heißen Herbst einläuten. „Wenn du auswärts unentschieden spielst, musst du zu Hause gewinnen“, sagte der Trainer knapp und versprach: „Wir werden uns akribisch auf Ingolstadt vorbereiten.“

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