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TSV 1860: Vrenezi beflügelt die Express-Löwen - „Das Beste, was ich seit Langem gesehen habe“

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Von: Uli Kellner

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Blitzstarter: Bereits 66 Sekunden nach dem Anpfiff durfte sich Albion Vrenezi feiern lassen – für sein erstes von zwei Traumtoren.
Blitzstarter: Bereits 66 Sekunden nach dem Anpfiff durfte sich Albion Vrenezi feiern lassen – für sein erstes von zwei Traumtoren. © Stefan Matzke

Diesmal also Albion Vrenezi. Sprechchöre für den Doppeltorschützen, der vorzeitig Feierabend machen durfte und sich die Ovationen des Publikums redlich verdient hatte.

München – Schwer zu sagen, welcher seiner beiden Treffer künstlerisch wertvoller war: Vrenezis Blitz-Solo in Zusammenarbeit mit Boyamba, volley abgeschlossen 66 Sekunden nach dem Anpfiff.

Oder aber sein Schlenzer ins Kreuzeck, der das 3:0 brachte (32.). „Jedes Tor für sich war ein Traumtor“ urteilte 1860-Coach Michael Köllner nach dem Express-Sieg gegen Duisburg (4:1), der bereits zur Pause feststand – und den der entfesselte Vrenezi mit Tempo, Technik und Tordrang auf den Weg gebracht hatte.

TSV 1860: Hiller hält erst Elfmeter, dann patzt er

Jeden Samstag ein anderer 1860-Held – und jede Woche neue Bestmarken. Nicht mal beim 6:0-Sieg in Duisburg Ende April hatten die Löwen so schnell vier Treffer beisammen. „Die erste halbe Stunde war das Beste, was ich von meiner Mannschaft seit langer Zeit gesehen habe“, schwärmte Köllner. Fynn Lakenmacher köpfelte zwischen Vrenezis Toren eine butterweiche Lex-Flanke ins Netz (12.). Yannick Deichmann stellte wie im April auf 4:0, diesmal bereits nach 35 Minuten (damals nach 50).

Kann sich 1860 nur selbst stoppen? Marco Hiller glänzte
mit einem gehaltenen Strafstoß – und haute sich die
nachfolgende Ecke selber ins Netz.
Kann sich 1860 nur selbst stoppen? Marco Hiller glänzte mit einem gehaltenen Strafstoß – und haute sich die nachfolgende Ecke selber ins Netz. © Stefan Matzke

In einer atemberaubenden ersten Hälfte gab es keine Zeit zum Durchschnaufen. Die Gäste reklamierten zweimal Elfmeter: nach einem riskanten Verlaat-Querpass, als Hiller klärte und Stoppelkamp stürzte – und nach einem Rempler von Rieder-Vertreter Daniel Wein. Den zweiten bekam der MSV zugesprochen. Hiller wurde seinem Ruf als „Strafstoß-Killer“ gerecht (gegen Stoppelkamp) – um sich die nachfolgende Ecke selbst ins Netz zu boxen.

TSV 1860: Bereits sechs Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz

Es wirkte lange Zeit, als wären nur die Löwen selbst in der Lage, sich zu bremsen – wobei Kapitän Stefan Lex nicht zu Unrecht grantelte: „Ab dem 4:0 haben wir leider nicht mehr gespielt wie ein Spitzenreiter. Wir haben dem Gegner dann zu viele Chancen hingeschmissen. Eine Spitzenmannschaft wären wir, wenn wir das Ganze in der zweiten Halbzeit souveräner runtergespielt hätten.“

Jammern auf hohem Niveau, denn in der Tabelle stellt sich die Sache anders dar. Satte 19 Punkte haben Lex & Co. an den ersten sieben Spieltagen gesammelt. Vergangene Saison brauchte es dafür die doppelte Anzahl Spiele – erst Ende November, ebenfalls nach einem Sieg gegen Duisburg (3:2), waren die Punkte 17, 18 und 19 eingetütet. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz, den Waldhof innehat, beträgt bereits sechs Punkte (Freiburg II als Dritter ist nicht aufstiegsberechtigt). Sogar das Torverhältnis macht Laune: 18:6.

Weitere Fun Facts: Vorige Saison hatte sogar der spätere Meister Magdeburg nach sieben Spielen weniger Punkte (16) – und gar fünf Zähler weniger hatte jenes Team, das vor zwei Jahren nach sieben Spielen von Platz eins grüßte: TSV 1860 hieß dieses Team – und musste sich am Saisonende mit Platz vier begnügen.

TSV 1860: Erst Türkgücü, dann Elversberg

Und 2022/23? Einiges – von den treffsicheren Neuzugängen über den Erfolgshunger bis zum Matchglück – spricht dafür, dass die Expresslöwen ihr großes Ziel diesmal erreichen können. „Unser großes Plus ist, dass jeder, der reinkommt, seine Chance nutzen will“, erklärte Kapitän Lex: „Dem Albi ist es heute besonders gut gelungen.

Die Ausgangslage vor dem Spitzenspiel in Elversberg ist jedenfalls ideal. Die Löwen können entspannt ins Saarland reisen, müssen vorher allerdings im Totopokal ran: Achtelfinale gegen Türkgücü (Dienstag, 19 Uhr), „auswärts“ in Giesing, wie ein 1860-Sprecher mit Blick auf das Heimrecht scherzte. „Es ist ein Spiel wie jedes andere auch“, sagte Vrenezi vor dem Wiedersehen mit seinem Ex-Club: „Wir gehen hin, wollen gewinnen – und dann ist es abgehakt. Unser Schwerpunkt liegt auf der Liga.“ (Uli Kellner)TSV

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