Löwen an der Tabellenspitze

„Jetzt holen wir einen Brasilianer!“: TSV 1860 mit gelungenem Saisonauftakt - Köllner zum Scherzen aufgelegt

Michael Köllner, Trainer des TSV 1860 München.
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Michael Köllner, Trainer des TSV 1860 München, ist zu Scherzen aufgelegt.

Der TSV 1860 München ist mit einem Sieg in die neue Saison gestartet. Die Löwen grüßen gleich zu Beginn der Spielzeit von der Tabellenspitze.

  • Der TSV 1860 München ist mit einem 3:1- Sieg über Meppen in die Saison gestartet.
  • Die Löwen stehen nach dem ersten Spieltag auf Platz eins der Tabelle.
  • Nach dem Sieg ist Trainer Michael Köllner zu Späßen aufgelegt.

München - Die größte Gefahr für die Löwen an diesem Samstag im Emsland braute sich erst nach dem Abpfiff zusammen. In Form von Meppens Trainer Torsten Frings. „Ich habe vor dem Spiel nicht umsonst gesagt, dass die um den Aufstieg spielen“, sprach der Vizeweltmeister von 2002 sein Urteil über die 3:1-Sieger. Eine Steilvorlage für den ironiebegabten Kollegen Michael Köllner. „Normalerweise heißt es bei Sechzig: Jetzt holen wir einen Brasilianer! Aber ich habe es schon der Mannschaft gesagt. Phasenweise war es ganz gut, phasenweise war ich nicht zufrieden. Wir werden weiter trainieren müssen, damit wir gegen Magdeburg überhaupt eine Chance haben. Das ist der Schlüssel in der aktuellen Phase.“

TSV 1860 München so gut wie seit 2012 nicht mehr - Löwen stehen gleich an der Tabellenspitze

37 Spieltage vor Saisonschluss stehen die Sechziger tabellarisch so gut da wie seit 2012 nicht mehr. Damals gelang in der 2. Liga mit einem 1:0 gegen Regensburg der bislang letzte Auftaktsieg – am Ende landeten die Löwen auf Platz sechs.

Davon sprach Köllner freilich nicht, als er die Mannschaft in seiner Analyse „vom Kopf her weiter als mit den Füßen“ wähnte. Der Coach lobte die Mentalität seines Teams, das sich vom zwischenzeitlichen Ausgleich des von 500 Fans unterstützten SVM nicht hatte beeindrucken lassen.

TSV 1860 München fast ohne Mängel - Nur Chancenverwertung ausbaufähig

„Wir haben Meppen in der zweiten Halbzeit zum Spiel gezwungen, das sie eigentlich nicht können: lange Bälle spielen. Meppen will eigentlich den Ball halten, kurze Bälle spielen. Aber trotz des höheren Ballbesitzes war ich draußen nicht unruhig, wir haben kaum was zugelassen.“

Zu bemängeln gab es lediglich die Chancenverwertung vor und den Verlust an Zugriff in den zehn, 15 Minuten nach der Halbzeitpause. Nach dem frühen 1:0 durch Stefan Lex’ Distanzschuss (3., Vorlage Sascha Mölders) verpassten es die Löwen, nachzulegen, scheiterten an ihrer mangelnden Präzision beim vorletzten Pass. „Wir müssen mit 2:0 oder 3:0 in die Kabine gehen“, sagte Köllner, der seine Startelf aus dem Pokalspiel gegen Frankfurt nur auf der Sechser-Position verändert hatte. Daniel Wein ersetzte den defensiver veranlagten Dennis Erdmann.

Sascha Mölders: 1860-Torjäger setzt Schlusspunkt

Die Wackelphase nach dem Seitenwechsel mit dem Flugkopfball-Treffer durch Bozic (54.) beendete Quirin Moll, dem bei seinem Freistoß auch das Glück per Kopfball-Abfälschung zu Hilfe kam (59.). Der Rest war Giesinger Souveränität und Meppener Unvermögen. Schiedsrichter Robin Braun schickte Linksverteidiger Hassan Amin nach einer Blutgrätsche gegen Wein vom Platz (82.). Den Schlusspunkt und -gag setzte Sascha Mölders. Erst haute er den Ball in der Nachspielzeit mit einem perfekten Diagonalschuss von links ins entfernte Toreck. Danach kommentierte er sein Highlight so: „Der Trainer wollte mich rausnehmen, da habe ich mir gedacht: mach’ ich noch schnell das 3:1.“ Wer braucht da noch einen Brasilianer?

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