Leitner trainiert schon beim FCA

+
Moritz Leitner (r.) neben seinem neuen Trainer Jos Luhukay.

München - Die Verantwortlichen des TSV 1860 erklären in der tz, wie es zum Wechsel von Moritz Leitner zum FC Augsburg kommen konnte. Unterdessen naht ein Abschied von Mate Ghvinianidze.

Auf der Homepage des TSV 1860 war er auch am Sonntag noch kein Thema. Der am Silvestervormittag um zehn Uhr über die Bühne gegangene Wechsel von Moritz Leitner zum FC Augsburg wurde von den Verantwortlichen der Löwen – zumindest was die eigene Informationsquelle betrifft – totgeschwiegen. Möglicherweise, weil es ihnen zu peinlich war…

Überraschend war es auf alle Fälle. Nachdem Supertalent Leitner im Oktober vergangenen Jahres an Borussia Dortmund verkauft worden war, einigten sich beide Klubs darauf, dass der 18-jährige Mittelfeldspieler noch für die Rückrunde an den TSV 1860 ausgeliehen wird. Die Leihgebühr wurde auf 250 000 Euro festgelegt, Leitners monatliches Gehalt von 200 Euro (seine Gage als A-Jugendspieler) auf knapp 10 000 Euro angehoben.

Lesen Sie auch:

"1860 existiert nur noch auf dem Papier - die Seele ist tot"

Leitner wechselt nach Augsburg

Reiner Maurer weiß, wie man saniert

Alles mit einem Schlag hinfällig. Der TSV 1860, der bis zum 13. Januar bei der DFL 5,3 Millionen Euro nachweisen muss, macht alles zu Geld, was nicht bis drei auf dem Baum ist. Durch den sofortigen Abgang von Leitner spart der Verein rund 300 000 Euro (nicht zu entrichtende Leihgebühr plus Gehalt), sportliche Strategien spielen überhaupt keine Rolle. Dass der Klub in der Rückrunde noch in den Aufstiegskampf eingreifen will, der Glaube daran fällt immer schwerer. „Die Personalie Leitner hilft uns sicher bei der Sanierung“, erklärte Vizepräsident Dieter Schneider der tz, „und Leitner selbst hat uns gegenüber den Wunsch geäußert, nach Augsburg wechseln zu dürfen.“

Was Sportdirektor Miki Stevic bestätigte: „Was willst du machen, wenn ein Spieler zum Trainer geht und sagt, dass er wegwill, weil er mit seiner Situation nicht mehr zufrieden ist?“ Eine Vielzahl der blauen Fans dagegen ist entsetzt. Einer schrieb hier auf tz-online: „Nur noch irre, was hier abgeht. Das sieht ganz nach Auflösungserscheinung aus.“ Ein anderer schrieb: „Mit dieser Entscheidung ist diese Saison offiziell ist die Tonne getreten worden.“ Und ein völlig Frustrierter teilte mit: „Der TSV 1860 München existiert nur noch auf dem Papier – die Seele ist tot.“

Dass Leitner (16 Zweitligaeinsätze bei den Löwen) ausgerechnet auch noch zum verhassten FC Augsburg wechseln darf, stößt den Fans besonders sauer auf. Der schwäbische Liga-Konkurrent und Tabellenführer ist so was wie das Ersatz-Feindbild geworden, nachdem ein Kräftemessen mit dem FC Bayern schon lange nicht mehr möglich ist.

Am Sonntag Nachmittag bereits trainierte Leitner mit seinen neuen Kollegen in Augsburg. Und der U 19-Nationalspieler wird nicht der Einzige sein, der die Löwen im Januar verlässt. „Mate Ghvinianidze hat gute Angebote aus Russland“, verriet Miki Stevic. „Er hatte auch ein Angebot von Arminia Bielefeld, aber dieser Transfer hat nicht geklappt.“

Am Montag soll auch Emanuel Biancucchi wieder beim Training erscheinen, nachdem der 22-Jährige eigenmächtig seinen Urlaub in Argentinien verlängert hatte. Stevic: „Ich habe mit ihm telefoniert, Emma wird da sein.“ Wie lange, ist fraglich. Auch bei ­Biancucchi deutet alles auf Abschied hin.

cm

Quelle: tz

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kommentare