Seit Dezember konnte er für die Löwen nicht mehr spielen

Helmbrecht nach sieben Monaten zurück bei 1860: „Habe viel mit unserem Psychologen geredet“

+
Nicholas Helmbrecht ist zurück auf dem Rasen und heiß auf sein Comeback.

Vor sieben Monaten spielte Nicholas Helmbrecht zuletzt für den TSV 1860, jetzt ist er (fast) zurück. Es war eine schwierige Zeit, wie er berichtet.

Kössen - Zehn neue Spieler hat der TSV 1860 München für die Mission Klassenerhalt in der 3. Liga verpflichtet, doch eigentlich gibt es sogar noch einen inoffiziellen elften Neuzugang im Löwen-Kader. Nicholas Helmbrecht. Seit dem 1. Dezember 2017 (beim 3:0 gegen Schalding-Heining) konnte der 23-Jährige kein Pflichtspiel mehr bestreiten, Patellasehnenprobleme und ein Innenbandriss im Knie setzten ihn außer Gefecht. Jetzt ist er wieder da und kämpft um sein Comeback.

Nach nur drei Trainingseinheiten mit dem Team in Kössen stellt er fest: „Man merkt schon einen Unterschied, der Kader ist qualitativ wesentlich besser als letztes Jahr.“ Trotz der vielen Neuzugänge sei das Löwen-Team innerhalb weniger Wochen wieder „näher zusammengerückt“. Es gebe weiterhin „keine Grüppchen wie vor zwei, drei Jahren“, so Helmbrecht, der grinsend scherzt: „Wir haben jetzt die Bayern und die Preißn, aber man verständigt sich schon.“ Eine große Veränderung aber merkt er schon jetzt: „Wir sind jetzt in der Breite wesentlich besser aufgestellt, falls mal jemand ausfallen sollte.“

Trotz der langen Pause fühlt er sich als echter Teil der Aufstiegslöwen. „Ich habe ja auch 19 Spiele gemacht und meinen Teil dazu beigetragen“, rief er im Gespräch mit den Medienvertretern am Mittwoch in Erinnerung. „Ich fühle mich schon als Aufsteiger. Die Unterstützung von außerhalb des Platzes ist auch wichtig, dass man die Jungs motiviert indem man dabei ist.“ Zwei Treffer und sechs Vorlagen konnte er 2017/18 verzeichnen. Nach dem Aufstieg kletterte er trotz Schienen am Bein auf das Plexiglasdach der Trainerbänke im Grünwalder Stadion. Helmbrecht scherzt: „In solchen Momenten merkt man da gar nichts!“

„Wenn ich meine Trainingsleistung bringe, werde ich auf meine Minuten kommen“

Aktuell aber trägt er noch eine Schiene, denn die Patellasehne schmerzt bei gewissen Bewegungen noch. Bis er wieder ein Kandidat für den Kader und eventuell auch der Startelf ist, steht noch viel Arbeit an. Der Test gegen den FK Ufa am Donnerstag (wir berichten im Live-Ticker) kommt definitiv zu früh. In einem der letzten Freundschaftsspiele vor dem Saisonstart hofft er aber auf einen Einsatz über 20 bis 25 Minuten (der Sommerfahrplan der Löwen).

Helmbrecht weiß: „Ich habe ein paar Wochen Rückstand, die ersten Spiele wird es schwer in den Kader zu rutschen. Ich denke aber, ich bin nicht ohne Grund hier. Wenn ich meine Trainingsleistung bringe, werde ich schon auf meine Minuten kommen.“

Helmbrecht: „Ich habe viel mit unserem Sportpsychologen geredet“

Den Erfolg und die Spiele des TSV 1860 in der vergangenen Rückrunde passiv verfolgen zu müssen, das nagte an ihm. Helmbrecht ertappte sich teilweise selbst dabei, wie er in negative Gedankenwelten abdriftete. Seine Mutter redete ihm gut zu und trieb ihn an. Helmbrecht wohnt in einer Einmieterwohnung im Münchner Norden bei seinen Eltern. Dennoch suchte er sich Hilfe. „Ich habe viel mit unserem Sportpsychologen geredet vom NLZ“, berichtet Helmbrecht. „Da gibt es schon ein paar Tipps, dass man nicht in ein Loch fällt.“

Erst einmal ab in die Eistonne: Nicholas Helmbrecht.

Wie muss man sich das vorstellen? „Er hat es so erklärt, dass man verschiedene Menschen in einem selbst drin hat, beispielsweise einen, der einen motiviert oder einen, der einen runterzieht. Er meinte, ich solle in der richtigen Situation den richtigen Menschen hervorholen.“ Auf dem Platz sei es das gleiche, da helfe dieser Tipp auch: „Wenn mal was nicht funktioniert“, so erklärt der 23-Jährige, solle man nicht sagen „spiel mal den anderen an“, sondern „Ich bin da!“.

Auf dem Rasen ist Nicholas Helmbrecht jedenfalls schon wieder da. „Immer positiv bleiben“, lautet sein Motto. „Ich denke, ich habe das gut hingekriegt.“

fw, ffu

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Lorant ledert gegen Ismaik und den FC Bayern: „Was soll dieser Quatsch?“
Lorant ledert gegen Ismaik und den FC Bayern: „Was soll dieser Quatsch?“
Remis im U19-Topspiel: Bundesliga-Aufstieg für Löwen rückt in weite Ferne
Remis im U19-Topspiel: Bundesliga-Aufstieg für Löwen rückt in weite Ferne
Lorant mit vernichtendem Urteil über Löw: „Ich will Jogi nichts Böses, aber...“
Lorant mit vernichtendem Urteil über Löw: „Ich will Jogi nichts Böses, aber...“

Kommentare