Löwe vor dem Absprung

Sascha Mölders ist auf Abschiedstournee - 1860 hat aber andere Pläne

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Fliegt er weiter für 1860? Mölders ist aktuell unverzichtbar.

Fan-Liebling Sascha Mölders hat noch 18 Spiele, dann verlässt er die Löwen. Bei 1860 will man den 34-Jährigen aber noch nicht so einfach ziehen lassen.

  • Sascha Mölders wird die Löwen verlassen
  • Geht es nach den Fans, dann soll der Löwen-Oldie noch weitermachen
  • Auch 1860 will Möders offenbar noch nicht ziehen lassen

München - Irgendwann ist er verstummt. Wann genau und warum, weiß keiner mehr, aber auch in La Manga ist Sascha Mölders da – und doch nicht da. Zumindest nicht als öffentlicher Wortführer. 

Klar: Der mitgereiste Löwen-Anhang erlebt weiterhin einen Stürmer zum Anfassen – zum Beispiel beim Fan­abend in der Royal Bar. Auch die Mitspieler suchen die Nähe des Alphalöwen. Aber das, worauf alle warten: Ein öffentliches Statement, eine Andeutung, wie er sich die Zukunft vorstellt? Darauf warten alle vergeblich.

Mölders: „Ich könnte zwar noch einige Jahre spielen“

Rückblende. Schon länger hatte sich Mölders darauf beschränkt, Pflichtstatements nach Spielen abzugeben – als zweiter Kapitän und Torjäger vom Dienst hat er keine andere Wahl. Dann, in einem Interview der Augsburger Allgemeinen, kündigte er ohne Vorwarnung seinen Abschied an. „Ich könnte zwar noch einige Jahre spielen“, sagte er Mitte Oktober, „aber das Drumherum geht mir, entschuldigen Sie die Ausdrucksweise, auf den Sack.“ 

Ein Statement, das vielfach missverstanden wurde, weil es Raum für Spekulationen ließ. Mölders sah sich gezwungen, via Facebook klarzustellen: „Mit drum herum meine ich übrigens schlafen in Hotels etc. … was die Zeitungen da wieder reininterpretieren.“

Worte, die den Schluss nahelegen, dass der Ruhrpott-Kicker allgemein ein bisschen genervt ist von allem, was nicht „aufm Platz“ stattfindet. Tore schießen, sich in Zweikämpfe werfen und hinterher mit den Fans feiern – das ist sein Ding. 

Andere Dinge, zu denen auch ein Trainingslager in Spanien gehört, hat er schon oft erlebt in seiner Karriere. Sie rauben ihm die Zeit, die er lieber mit seiner Frau und den vier Kindern verbringen würde. Oder ein Bier trinken. Oder sein Knie entlasten, das ihn immer mal wieder an sein fortgeschrittenes Fußballeralter erinnert.

„Drei, vier Jahre in der vierten Liga hab ich noch in mir drin“

Auch deshalb hat Mölders zuletzt eine Art Exit-Strategie forciert. Er traf sich mit Vertretern des FC Pipinsried, die den Vollblutstürmer gerne als Spielertrainer beschäftigen würden. „Drei, vier Jahre in der vierten Liga hab ich noch in mir drin“, sagte er nach einem seiner zuletzt vielen Tore. Allerdings: Vorher steht noch eine Rückrunde an. Naheliegend wäre, sie unter dem Titel „Abschiedstournee“ laufen zu lassen, doch erstaunlicherweise gibt es keinen im Verein, der Mölders‘ Entschluss akzeptiert.

„Wir müssen mal mit ihm reden, ob er nicht noch einen Sommer dranhängt“, sagte Marius Willsch nach der Mölders-Gala beim 3:2 in Haching. Und genau darauf hoffen jetzt alle Löwen. Denn: Setzt sich einer so für die Mannschaft ein, wenn er vorhat, sie im Mai zu verlassen?

Es sind noch 18 Spiele, in denen Mölders zeigen will, was ein bald 35-Jähriger zu leisten vermag. Ein weiterer Aufstieg mit den Löwen würde den Fanliebling endgültig in den Stand einer Vereinslegende hieven. Es wäre für Mölders der perfekte Moment, um abzutreten. Oder auch nicht.

Die Löwen könnten im Sommer ein ganz neues Gesicht bekommen. Denn bei zahlreichen Spielern ist nicht sicher, ob es bei Sechzig weitergeht. Wir geben 13 Prognosen ab.

Hasan Ismaik ist auf sozialen Medien sehr aktiv. Der 1860-Investor teilt regelmäßig Fotos und Beiträge auf Facebook & Co. Dabei soll jedoch nicht alles mit rechten Dingen zugehen

Eine Fortsetzung gibt es derweil im Rechtsstreit zwischen der Investorenseite um Statthalter Anthony Power und der Fanvereinigung „Löwenfans gegen Rechts“.

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