Saisonstart gelungen

Löwe Lex verrät: Diesen kleinen Bonus haben wir gegenüber einigen Konkurrenten

Stefan Lex von 1860 München kämpft im Fallen mit Frankfurts David Abraham um den Ball.
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Hat einen Lauf: Stefan Lex (l.) startete mit den Löwen erfolgreich in die Drittliga-Saison.

Für die Löwen hätte der Saisonstart kaum besser ausfallen können. Stefan Lex will die Tabellenführung nicht zu hoch hängen, nennt aber einen Vorteil im Vergleich zur Konkurrenz. Im Interview verrät der Eittinger auch, wie viele Dauerkarten er sich gönnt.

München - Exakt 2:22 Minuten waren in der neuen Saison gespielt, als die Löwen erstmals jubeln durften. Verantwortlich dafür: Vizekapitän Stefan Lex, der ein von Sascha Mölders abgelegtes Greilinger-Zuspiel ins Tor des SV Meppen jagte. Über seinen Blitzstart und das auch sonst positive Fahrwasser der Löwen sprachen wir mit dem 30 Jahre alten Angreifer aus Eitting bei Erding.

Herr Lex, viele Löwen-Fans fragen sich: Was muss man trinken, um so hellwach zu sein wie Sie bei Ihrem Blitztor in Meppen?
Lex: Vui Wasser - wie vor jedem Spiel (lacht). Naa, die ganze Mannschaft ist ja gut reingekommen. Wir haben hart auf das Spiel hingearbeitet, wollten direkt voll da sein - mit dem schnellen Tor haben wir das unterstrichen.
Hat das erste Saisontor einen höheren Stellenwert als Ihre elf Löwen-Treffer zuvor?
Lex: Eigentlich nicht. Wenn es das 1:0 in der 90. Minute gewesen wäre, hätte ich mich genauso gefreut.
Viele Fans dürften seit Samstag auf Wolke sieben schweben. Was bedeutet Ihnen Platz eins nach dem ersten Spieltag?
Lex: Nicht viel, um ehrlich zu sein. Die Tabellenführung ist natürlich eine schöne Momentaufnahme, aber wichtiger ist, dass wir nicht von Anfang an der Musik hinterherlaufen. Wir wissen, dass wir uns noch steigern müssen.
Also wird die Tabelle nicht ausgeschnitten, an die Wand gehängt oder digital konserviert?
Lex: Nein, erst wenn das nach dem 38. Spieltag auch noch so ist (lacht).
Erklären Sie doch mal: Was sind die Gründe dafür, dass 1860 auch in den Pokalspielen zuvor so gefestigt und selbstbewusst aufgetreten ist?
Lex: Man merkt einfach, dass der Stamm trotz des Umbruchs zusammengeblieben ist. Auf vielen Positionen sind wir eingespielt, haben die Neuen auch gut integriert. Ich denke, gerade zum Start ist das ein kleiner Bonus gegenüber Mannschaften, die mehr Wechsel hatten. Jetzt müssen wir Schritt für Schritt auf diesem Status aufbauen.
Wie stark ist denn der Löwen-Kader verglichen mit dem der zurückliegenden Saison?
Lex: Letztes Jahr waren wir vielleicht auf Position 20 weiter. Dafür sind wir in der Spitze nicht schlechter geworden, haben uns vielleicht sogar hier und da verstärkt - und alle sind ein Jahr weiter. Das sieht man nicht zuletzt bei Niki Lang, Hansi (Johann Djayo) oder Greile (Fabian Greilinger) - von dem her hab ich da wenig Bauchschmerzen.
Ist das 4-1-4-1 jetzt das bevorzugte System?
Lex: Aktuell schaut’s danach aus, wobei wir auch jederzeit zu einem Mittelfeld mit Raute zurückswitchen könnten. Dreierkette haben wir auch schon gespielt - wir sind relativ flexibel.
Um die Hochstimmung zu bewahren, sollte jetzt ein Heimsieg her. Praktisch, dass Magdeburg als Tabellenletzter anreist, oder?
Lex: Das heißt nach dem ersten Spieltag genauso wenig wie unser erster Platz. Und grundsätzlich: Um die Hochstimmung bei 1860 aufrechtzuerhalten, muss man eh jedes Wochenende gewinnen (lacht).
Schlimm für Sie, dass weiterhin keine Fans zugelassen sind?
Lex: Schade ist es. Im Amateurbereich sind 400 Zuschauer zugelassen, bei uns keiner. Das ist schon bitter. Gerade in engen Spielen kitzeln dir die Fans die letzten Prozent raus. Auf der anderen Seite: Die Gesundheit geht vor, und wenn weniger Leute erkranken oder sogar sterben, ist das der richtige Schritt.
Wie viele der 10.060 Dauerkarten sind eigentlich nach Eitting verkauft worden?
Lex: Ich habe vier Stück gekauft - natürlich die Herz-Variante. Ehrensache!
Trainer Michael Köllner sprach von Platz sieben als Saisonziel - schließlich gehe es ja darum, das Vorjahresergebnis zu toppen. Nehmen Sie ihm das ab?
Lex: Es wäre auf jeden Fall ein Schritt nach vorne. Aber gegen mehr würden wir uns natürlich auch nicht wehren. Insgesamt, denke ich, tun wir gut daran, von Spiel zu Spiel zu schauen, auch wenn’s blöd klingt - und für die Fans wahrscheinlich zu defensiv.
Zu toppen sind auch sieben Lex-Tore aus der Vorsaison.
Lex: Dann schieß‘ ich acht - das wäre auch eine Steigerung (lacht). Nee, Quatsch. Ich setze mir nie eine Marke - schon weil man sich eh nur daran erinnert, wenn man die Marke verfehlt (grinst). Ich möchte einfach zum Mannschaftserfolg beitragen und bin auch zufrieden, wenn ich mehr Tore auflege als schieße - wie in der letzten Saison.

Interview: Uli Kellner

Die Pläne für die neue Löwen-Heimat stehen - dafür sind 15 Millionen Euro veranschlagt. Trainer Michael Köllner macht sich über seinen Arbeitgeber lustig und erklärt, wie Sechzig gegen Magdeburg „überhaupt eine Chance haben“ kann.

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