Auswärts gegen die Hansa-Kogge

„Wir haben nichts zu verlieren“ - Bierofka vor Rostock-Spiel kämpferisch

Am Samstag sind die Löwen zu Gast an der Ostsee und treffen auf Hansa Rostock
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Am Samstag sind die Löwen zu Gast an der Ostsee und treffen auf Hansa Rostock.

Auswärts ist der TSV 1860 nun gefährlicher als noch vor zwei Monaten, glaubt Daniel Bierofka. An der Ostsee bekommen es die Löwen ohne zwei Leistungsträger mit Hansa Rostock zu tun.

München/Rostock – Was für den TSV 1860 spreche beim Auswärtsspiel bei Hansa Rostock am Samstag? Löwen-Trainer Daniel Bierofka kontert mit einer Gegenfrage: „Was spricht gegen uns?“ Nun: Die Rostocker Serie von sieben ungeschlagenen Spielen zum Beispiel. Die Heimstärke (elf Punkte aus sechs Partien).

„Ganz genau“, sagt Bierofka. „Und deswegen haben wir dort nichts zu verlieren. Ein angeschlagener Gegner ist immer gefährlich. Und Jens Härtel (Rostocks Trainer, d. Red.) hat es ja selbst gesagt: ‘Wer denkt, Sechzig lässt sich mal eben aus dem Stadion schießen, der ist falsch gewickelt.’ Wenn das da oben im Umfeld die Erwartungshaltung ist, dann ist das für mich und die Mannschaft eine große Motivation zu zeigen, dass wir in Rostock bestehen können.“

Hansa Rostock gegen 1860 München: Letzter Auswärtssieg im Jahr 2008

An der Zeit wär’s, die kämpferischen Worte in Punkte umzusetzen. Der letzte Sieg des TSV 1860 im Ostseestadion datiert vom November 2008 (1:0, Torschütze Benny Lauth), in der laufenden Saison gab’s auf fremden Plätzen einen Sieg und fünf Niederlagen. Nur Chemnitz und Jena weisen weniger Auswärtspunkte auf als die Löwen.

Eine Bilanz, die Bierofka relativiert: „Wir sind auswärts inzwischen gefährlicher als noch vor zwei Monaten“, sagt er mit Verweis auf die jüngsten 1:2-Niederlagen in Duisburg und Würzburg. „In Würzburg haben wir uns selbst geschlagen durch den individuellen Fehler von Leon Klassen. Das ist aufgearbeitet und auch für den Jungen abgehakt.“

Die Psyche ist das eine, an der Physis zwickt es die Löwen aktuell in Person ihres Umschaltspielers Efkan Bekiroglu, der länger auszufallen droht als befürchtet. „Effes Muskelfaserriss im Oberschenkel war schwer“, gab Bierofka einen Einblick in die Krankenakte. „Das Narbengewebe ist noch nicht elastisch, es zwickt und er hat kein gutes Gefühl beim Laufen.“

TSV 1860 in Rostock ohne Bekiroglu und Kapitän Weber

Während sich die Mannschaft am Freitag Richtung Flughafen aufmachte, fuhr Bekiroglu in seinem metallicblauen BMW nach Hause. Prognose? Bierofka: „Ich gebe keine Prognosen mehr ab.“ Man werde sehen, wann der Kreativlöwe wieder voll trainieren könne. Ein möglicher Ersatz ist Timo Gebhart, der anstelle von Prince Owusu (oder Sascha Mölders) in die Startelf rücken könnte. 

Sicher ist dagegen der Einsatz von Aaron Berzel, der anstelle des gelb-rot-gesperrten Kapitäns Felix Weber neben Dennis Erdmann auflaufen wird. Der Ex-Rostocker wird nach dem verpatzten Auftritt in Magdeburg nicht auch dem zweiten ehemaligen Arbeitgeber eine Freude bereiten wollen. Und falls es für 1860 München in Rostock (hier geht‘s zum Live-Ticker) noch Extramotivation braucht, sei folgender Satz von Jens Härtel empfohlen: „Die Gegentore von Sechzig zeigen, wie wir sie knacken können.“ Oder auch nicht (mehr).

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