Thema Nachwuchsförderung

Schwabl plant Revolution: Bundesliga soll mehr zahlen

Unterhaching-Präsident Manni Schwabl sieht die Mehrausgaben in der 3. Liga kritisch. Er fordert einen "Nachwuchs Sondertopf" (Foto: Brouczek)

Durch den 3:2 Heimerfolg über den Karlsruher SC haben die Hachinger den ersten Dreier geholt. Abseits des Sportplatzes macht Präsident Schwabl Schlagzeilen und präsentiert einen revolutionären Vorschlag für die Förderung von Talente.

"Neulich hat mich Christian Keller angerufen, der als Manager von Jahn Regensburg gerade in die zweite Liga aufgestiegen ist. Er hat mir erzählt, dass sie jetzt knapp sieben Millionen Euro Fernsehgeld bekommen", klagt Unterhachings Präsiden Mannfred Schwabl im Interview mit 11 Freunde. Verglichen mit der SpVgg Unterhaching, die nur "ungefähr 750 000 Euro" bekommt, ist das exorbitant viel. 

Bei der SpVgg ist die Freude über den Aufstieg immer noch groß. Doch mit der neuen Liga kommen auch neue Probleme. Seit Jahren steht die 2008 gegründete 3. Liga in der Kritik, unrentabel zu sein. Der Aufwand sei ähnlich wie in der 2. Bundesliga, der Ertrag allerdings bedeutend kleiner. Einige Traditionsteams wie beispielsweise Allemania Aachen hat das in den Ruin getrieben. 

Für Schwabl ist klar, "dass es grundsätzlich einen Systemfehler im deutschen Fußball gibt". Für die meisten Drittligisten gestaltet sich die Finanzierung jeder neuen Saison schwierig. Für Schwabl ist die SpVgg ein "idealer Drittligist", doch mit Blick auf das Wirtschaftliche gilt: "Wir müssen alle nach oben!".

Aufzufangen versuchen die Hachinger die wirtschaftliche Belastung mit der eigenen Jugendarbeit. Schließlich komme bereits "die Hälfte der Spieler aus dem eigenen Nachwuchs". Doch genau dort sieht Schwabl noch Nachholbedarf. Der ehemalige Profi vermisst die finanzielle Anerkennung der Jugendarbeit von Seiten des DFB. Schwabl fordert deshalb einen "Sondertopf Nachwuchs".

Seine Idee: Eine Entschädigung für alle Drittligisten, die deutsche Junioren-Nationalspieler ausbilden und einsetzen. Aufgefangen würden dadurch unter anderem die Kosten, die die Vereine für ihre Nachwuchsleistungszentren(NLZ) ausgeben. Bei Unterhaching sind das immerhin "eine Million Euro pro Saison", meint Schwabl. 

Geld würde es außerdem geben, wenn diese Spieler in der ersten oder zweiten Bundesliga Fuß fassen. Für jeden Bundesligaeinsatz würden dann 1000-2000 Euro fällig werden. Eine Summe, die überlebenswichtig für Drittligavereine sein könnte. 

Gerade die SpVgg Unterhaching würde von so einem Topf profitieren. Der Verein hat "seit 2012 fast ein Dutzend Nachwuchsspieler ausgebildet, die heute in der ersten oder zweiten Liga spielen", sagt Schwabl. Darunter sind Namen wie Jannik Haberer (frisch gebackener U21-Europameister) oder Florian Niederlechner (letztes Jahr elf Tore in der Bundesliga für den SC Freiburg).

Neben dem sportlichen steht in der 3.Liga auch immer der finanzielle Überlebenskampf an. Für Schwabl aber ist es wichtig "über Fördertöpfe die Einnahmen" zu erhöhen, "dass man gerne in der dritten Liga spielt".

Quelle: fussball-vorort.de

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