SpVgg Unterhaching stopft vorerst die Löcher in der Kasse

Geheimnistuerei um den barmherzigen Geldgeber und Retter

Unterhaching - Seit Freitag ist es offiziell: Die SpVgg Unterhaching hat den Kopf noch einmal aus der Schlinge gezogen.

Von Christian Amberg

Laut einer knappen Mitteilung des Drittligisten konnte „die durch die Nichteinhaltung der Verträge mit Franco Levis entstandene Unterdeckung ausgeglichen werden“. Im Klartext: Die Klub-Verantwortlichen konnten wenige Tage vor der Deadline die rund zwei Millionen Euro auftreiben, die im Etat fehlen und deren Nachweis beim DFB am Dienstag vorzulegen ist.

„Die SpVgg Unterhaching wird die Unterlagen für das Nachlizenzierungsverfahren fristgerecht beim DFB einreichen“, heißt es in der von Präsident Engelbert Kupka unterzeichneten Erklärung. „Wir gehen davon aus, dass wir die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit den Unterlagen nachweisen und diese vom DFB auch bestätigt bekommen.“ Nähere Angaben wurden nicht gemacht - auch nicht darüber, wer denn nun der barmherzige Samariter war, der seinen Geldbeutel zur Rettung der von Insolvenz bedrohten SpVgg geöffnet hat.

Es sind Fragen, die beantwortet werden sollten. Offen ist nämlich auch, wie weit die Hilfe reicht. Scheinbar sind mit der gefüllten Finanzlücke nur Löcher der laufenden Saison gestopft. Für die kommende Spielzeit müssen weitere Nachweise beim DFB bis 31. Dezember eingereicht werden. Auch hier gibt es eine Menge offener Baustellen, etwa die eines neuen Hauptsponsors. Durch den Ausstieg von Generali fehlt eine satte Million an Einnahmen.

Die Freude über die guten Nachrichten wird auch am Samstag im Sportpark zu den Hauptthemen gehören. Dass die Mannschaft mit dem Heimspiel gegen den FC Carl Zeiss Jena (Anstoß 14 Uhr) auch sportlich zurück in die Spur finden muss, geht dabei fast unter. „Die Mannschaft will auf dem Platz zeigen, dass sie ihre Arbeit tut, das ist unser Problem und nichts anderes“, unterstrich Roman Tyce noch einmal, dass die Wirren um die finanzielle Schieflage des Klubs vom Team so gut wie möglich ausgeblendet wurden.

Sportlich gesehen birgt das Duell mit den - tabellenmäßig - angeschlagenen Thüringern durchaus eine gewisse Brisanz. Jena liegt auf Abstiegsplatz 18 und wechselte vor drei Wochen den Trainer. Mit dem neuen Übungsleiter Wolfgang Frank kommt ein alter Bekannter nach Unterhaching, der seinerzeit nach einem verlorenen Machtkampf mit Stürmer Francisco Copado seinen Hut nahm. Copado ist heute Sportdirektor der SpVgg, ein fröhliches Wiedersehen wird es wohl nicht geben. Franks neuer Klub kämpft ums Überleben in der Dritten Liga und wird für die Hachinger durch eine komplett defensive Ausrichtung wohl ein höchst unangenehmer Gegner.

SpVgg: Kampa - Schulz, Hoffmann, Brysch, Stegmayer - Tyce - Leandro, Villar, Zillner - Amachaibou, Nygaard

Quelle: fussball-vorort.de

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