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Bundesweites Stadionverbot für „Schickeria“-Anhänger?

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München - Die Münchner Polizei will für Anhänger der Ultragruppierung „Schickeria“ ein bundesweites Stadionverbot beantragen.

Das kündigte die Polizei am Freitag an. Zuletzt hatte diese Gruppierung der Bayern-Fans auf dem Weg zum Auswärtsspiel nach Mainz am 22. August für Krawalle gesorgt. Damals randalierten Angehörige der „Ultras“ in einem Regionalzug, so dass in Würzburg Beamte der Bundespolizei in den Zug stiegen, um für Ruhe zu sorgen.

Einer der Randalierer wurde von den Ordnungskräften auf den Bahnsteig gebracht, um seine Personalien zu prüfen. Dann der Eklat: Ein wütender Mob aus etwa 40 Schickeria-Mitgliedern stürmte aus dem Zug, befreite den Festgenommenen und schlug drei Polizisten krankenhausreif.

Das verstärkte Aufgebot der Polizei nahm daraufhin die Personalien von 130 Insassen des Zuges auf. Durch Videoauswertungen konnten schließlich 37 Personen identifiziert werden, die sich an den Ausschreitungen beteiligt hatten. Gegen diese Personen wird derzeit wegen Landfriedensbruchs, Gefangenenbefreiung, gefährlicher Körperverletzung und Wiederstand gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Das Polizeipräsidium München hat jetzt gegen diese 37 Verdächtigen beim Deutschen Fußballbund (DFB) ein bundesweit wirksames Stadionverbot für drei Jahre beantragt. Da die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind, ist damit zu rechnen, dass noch weitere Personen vorgeschlagen werden. Der DFB entscheidet dann nach Anhörung der Betroffenen über die Wirksamkeit und die Dauer der beantragten Stadionverbote.

Nach den Sicherheitsrichtlinien des DFB ist in diesem Fall für die Stadionverbote nicht der FC Bayern München zuständig, da sich die Störung nicht am Spielort sondern auf dem Reiseweg ereignete. Die Bundespolizei prüft zudem, ob gegen diese 37 Personen bei der Bahn AG Beförderungsverbote erwirkt werden können.

Kurz nach dem Vorfall hatte sich auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu Wort gemeldet und drastische Strafen für die Randalierer gefordert.

Bilder von der Säbener Straße

foto

tz

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