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Sydney Lohmann: „Wir können uns nur selbst stoppen“

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Von: Jonas Austermann

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Sydney Lohamnn spricht über die aktuelle Saison.
Sydney Lohamnn spricht über die aktuelle Saison. © Wagner / Michael Merk

Die FCB Frauen sind aktuell Tabellenerster in der Bundesliga. Sydney Lohmann spricht im Interview über die Ziele, ihre Karriere und den FC Bayern München.

Die FCB Frauen sind aktuell Tabellenerster in der Bundesliga und haben fünf Punkte Vorsprung.Sydney Lohmann erzielte bereits neun Tore in dieser Saison.Lohmann: Ich liebe diesen Verein und die Mannschaft.

München – Die Fußball-Frauen des FC Bayern starten ihre Titeljagd. Auftakt ist am Samstag (15 Uhr, Magenta) im Pokal-Achtelfinale beim Hamburger Regionalligisten Walddörfer SV. Vorab spricht Senkrechtstarterin Sydney Lohmann (20) im Interview mit unserer Zeitung über den Meister-Traum und ihre sagenhafte Hinrunde.

Lohmann: Unser Ziel ist es Titel zu gewinnen

Frau Lohmann, wie gut tat die Pause?

Ich freue mich jedes Jahr sehr auf die Winterpause und darauf, heim zur Familie zu fahren. Gerade 2020 war die Auszeit durch die verlängerte Saison und die vielen Spiele in kurzer Zeit bitter nötig. Jetzt freue ich mich aber drauf, dass es wieder losgeht.

Wie hoch haben Sie im Team die Ziele gesteckt?

Unser Ziel ist es auf jeden Fall, Titel zu gewinnen. In der Meisterschaft stehen wir sehr gut da, es wird aber noch mal eine harte Rückrunde mit zehn Spielen. Im Pokal sind es relativ wenig Spiele bis zum Finale – und das wollen wir auf jeden Fall erreichen. Dann ist alles möglich. In der Champions League wissen wir noch nicht, wer unser nächster Gegner ist. Aber wir wissen um unsere Qualitäten und auch, dass wir gegen jeden Gegner mitspielen können.

Der FC Bayern liegt in der Liga fünf Punkte vor Wolfsburg. Was soll Sie noch stoppen auf dem Weg zur ersten Meisterschaft seit 2016?

Wenn uns etwas stoppen kann, dann wir selbst. Wir haben es in der Hand, aber wir dürfen gar nicht anfangen, jetzt schon ans Saisonende und den Titel zu denken. Wenn wir unser Ding durchziehen, liegt es nur an uns.

Wächst der Druck, wenn es etwas zu verspielen gibt?

Ein Fünf-Punkte-Vorsprung hat zwei Seiten: Zum einen gibt er einem Ruhe, aber man weiß auch, dass jeder Gegner einem ein Bein stellen will. Wolfsburg ist in der Position, dass sie nichts mehr zu verlieren haben. Und wir müssen den ersten Platz verteidigen. 

Lohmann: „Fußball ist mein Hobby“

Sie haben in elf Liga-Spielen neun Tore erzielt und vier vorgelegt. Hatten Sie in der Pause Zeit, das letzte Halbjahr sacken zu lassen?

Ja, damit habe ich absolut nicht gerechnet. Ich habe in der Saison zuvor gar nicht getroffen und das hat mich geärgert. Also habe ich mir vorgenommen, torgefährlicher zu werden. Es ist jetzt schon ziemlich gut gelaufen. (lacht) Die Mitspielerinnen unterstützen mich, ich stand oft richtig – und das Momentum hat einfach gepasst.

Trainer Jens Scheuer sagt, Sie werden „definitiv eine Spielerin von Weltklasse“. Was macht das mit Ihnen?

Natürlich freut es mich, so etwas vom Trainer zu hören. Andererseits möchte ich solche Aussagen gar nicht groß an mich ran lassen. Fakt ist: Noch bin ich keine Weltklasse-Spielerin. Für mich ist es aber ein großer Ansporn, dass mir die Personen beim FC Bayern so sehr vertrauen und mich auf dem Weg unterstützen.

Es heißt, Sie würden nicht zweifeln. Wie kommt’s?

Ich kann nicht genau sagen, woher das kommt. Aber meine Eltern waren früher nicht die, die bei jedem Spiel am Rand standen und mich angefeuert haben. Sie haben gesagt, dass ich so lange Fußball spielen soll, wie ich möchte. Fußball war mein Hobby, ich hatte Leidenschaft dafür. So ist es heute noch. Ich bin der Überzeugung, dass der Kopf eine große Rolle spielt. Ich sage mir immer: Es bringt nichts, an mir oder der Mannschaft zu zweifeln. Lass die Dinge kommen und mach das Beste draus. Sie haben bis 2024 verlängert.

Können Sie sich vorstellen, in Ihrer Karriere nur für einen Club zu spielen?

Ich bin 20 Jahre alt, deshalb kann ich das heute schwer beantworten. Ich fühle mich jeden Tag wohler beim FC Bayern. Ich liebe den Verein und die Mannschaft. Für mich passt es perfekt – auch bis 2024. Ich sehe hier in München die Perspektive, etwas aufzubauen und Titel zu gewinnen.


Interview: Jonas Austermann

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