Flick mit hartem Urteil nach Mainz-Spiel

Weltmeister Pavard beim FC Bayern in der Krise: Bleibt Kämpfernatur Kimmich jetzt Rechtsverteidiger?

Joshua Kimmich läuft sich warm, hinter ihm folgen Benjamin Pavard und Alphonso Davies.
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Joshua Kimmich (vorne) hat Benjamin Pavard vorerst den Rang als Rechtsverteidiger abgelaufen.

Joshua Kimmich war der FC-Bayern-Motor beim Sieg gegen Mainz 05. Trainer Hansi Flick deutet an, dass der Nationalspieler vorerst Rechtsverteidiger bleiben könnte.

  • Joshua Kimmich führt den FC Bayern als Rechtsverteidiger zum Sieg gegen Mainz 05.
  • Hansi Flick watscht die eigentliche Stammkraft - Weltmeister Benjamin Pavard - ab.
  • Bleibt Kimmich in der Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach Teil der Viererkette?

München - Joshua Kimmich breitete die Arme vorwurfsvoll aus, blickte grimmig in Richtung Schiedsrichter Markus Schmidt und schüttelte ungläubig den Kopf. Wer den nimmermüden Antreiber des FC Bayern in der Nachspielzeit gegen Mainz so sah, wäre nicht darauf gekommen, dass der 25-Jährige seine Mannschaft zuvor wachgeküsst und zu einem spektakulären 5:2-Sieg gegen den Vorletzten geführt hatte. Aber Kimmich wollte in der Nachspielzeit eben noch einen Elfmeter haben - ein Sinnbild für die pure Willenskraft, mit der der FC Bayern derzeit seine Spiele gewinnt.

FC Bayern: Erst eine Umstellung von Hansi Flick bringt die Wende

Nach der schwachen ersten Halbzeit samt 0:2-Rückstand sei „jeder an der Ehre gepackt“ gewesen, erklärte Kimmich später. „Es ist wichtig, dass wir eine Reaktion gezeigt haben. Die Mentalität stimmt.“ Die Einstellung war freilich nur eine Stellschraube, an der Hansi Flick in der Halbzeitpause hatte nachjustieren müssen. Viel sichtbarer war der Einfluss des Münchner Cheftrainers durch eine Umstellung auf der Rechtsverteidiger-Position geworden. Der erneut schwache Benjamin Pavard musste weichen, Kimmich rückte vom defensiven Mittelfeld auf den Flügel - und avancierte dort zum Motor der Aufholjagd.

Erst traf Kimmich selbst zum 1:2, dann legte er Leroy Sané den Ausgleich auf, und schließlich drosch Niklas Süle den Ball nach einer Kimmich-Ecke zum 3:2 ins Mainzer Tor. „Joshua hat in der zweiten Halbzeit gezeigt, wie man die Außenverteidiger-Position interpretiert“, sagte Flick und strafte Pavard, die eigentliche Stammkraft, auch noch ganz direkt ab. „Wir haben über die Außen - gerade über die rechte Seite - in der ersten Halbzeit nicht allzu viele Situationen gehabt, mit denen wir zufrieden waren“, meinte der Bayern-Coach.

FC Bayern München: Kehrte Pavard im Sommer nach Verletzung zu früh zurück?

Bei Pavard ging tatsächlich nichts nach vorne: kein Torschuss, keine Torschussvorlage. Der 24-Jährige befindet sich aktuell in seiner ersten Krise beim Rekordmeister. Nach dem Wechsel vom VfB Stuttgart an die Säbener Straße schaffte der Weltmeister gleich den Sprung in die erste Elf, blieb auch nach dem Trainerwechsel von Niko Kovac zu Flick gesetzt. Pavard verstand es, offensiv in Erscheinung zu glänzen (vier Tore, sieben Vorlagen) und defensiv wenig zuzulassen.

Joshua hat in der zweiten Halbzeit gezeigt, wie man die Außenverteidiger-Position interpretiert.

Hansi Flick

Eine Bandverletzung an der linken Fußwurzel aber warf Pavard vor dem Endrundenturnier der Champions League zurück. Der Franzose kämpfte sich schnell wieder heran, um wenigstens wieder auf der Bank sitzen zu können. Kam er zu schnell zurück? Fest steht: Pavard ist seit dieser Verletzung noch nicht wieder der Alte, kommt bisher nur auf eine Torvorlage. Schon vor den letzten beiden Spielen im Jahr 2020 hatte Flick den Franzosen abserviert, stattdessen auf Süle als Rechtsverteidiger gesetzt. Gegen Mainz bekam Pavard wieder die Chance, nach 45 schwachen Minuten war sie verstrichen.

FC Bayern: Startelf gegen Borussia Mönchengladbach steht wohl schon

Und wie geht’s hinten rechts weiter? „Wir wissen, dass Joshua in der Sechs seine Lieblingsposition hat“, meinte Flick. Dort aber habe Leon Goretzka in der zweiten Halbzeit gegen Mainz „sehr gut“ gespielt. Das Duo - sonst im Münchner Mittelfeld vereint - habe sich „in den Dienst der Mannschaft gestellt. Das war genau so, wie man sich das vorstellt“, erklärte der Trainer. Fortsetzung am Freitag (20.30 Uhr) gegen Borussia Mönchengladbach? Bestens vorstellbar!

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