Lücken im Kader

FC-Bayern-Bosse planen ohne Alaba und Boateng - Hoeneß-Liebling auch weg?

Hasan Salihamidzic (M) sitzt während PK anlässlich seiner Vorstellung als neuer Sportdirektor beim FCB zwischen Uli Hoeneß (r) und Karl-Heinz Rummenige (l). (Archivbild)
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Wie geht es bei den Bayern weiter? Karl-Heinz Rummenigge, Hasan Salihamidzic und Uli Hoeneß (von links, Archivbild)

Es herrscht Handlungsbedarf beim FC Bayern München. Corona verursacht hohe Verluste. Intern ist der Kurs klar: Spieler müssen verkauft werden.

München - Erst nachdem sich das Winter-Transferfenster* Anfang Februar geschlossen hat, wird sich die „Arbeitsgruppe Sport“ um Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, Sportvorstand Hasan Salihamidzic, Vorstandsmitglied Oliver Kahn und Trainer Hansi Flick* detailliert mit dem Kader* für die Saison 2021/2022 auseinandersetzen. Die entscheidende Frage dabei: Wie stopft Bayern das Transferloch während der Corona-Krise, die auch beim deutschen Rekordmeister* Verluste im dreistelligen (!) Millionenbereich nach sich zieht?

Die Münchner* Macher setzen bei ihrer Einkaufspolitik auf mehrere Säulen: Spieler-Verkäufe, die eigene Jugendabteilung und eventuelle Stadion-Einnahmen ab Frühling sollen helfen, den erneut schwierigen Transfer-Spagat zu meistern. Ein Blick auf die mögliche Bayern-Aufstellung der neuen Saison zeigt: Es herrscht vor allem in der Innenverteidigung und im Mittelfeld-Zentrum Handlungsbedarf. David Alaba (28) wird den Verein im Sommer ablösefrei verlassen, gleiches gilt für Jerome Boateng (32). Auch wenn Vorstandsboss Rummenigge jüngst bei Bild live vom Routinier schwärmte: „Jerome spielt wieder eine gute Rolle. Der Trainer ist mit ihm zufrieden. Dementsprechend wird man sich dieser Frage stellen müssen in einem Gespräch mit ihm.“

FC-Bayern-Transfer: Upamecano bald im Team mit Hernandez, Nianzou und Süle?

Vereinsintern gilt nach tz-Informationen folgende Richtlinie: Um in neue Stars wie Dayot Upamecano (22) von RB Leipzig und den Gladbacher Florian Neuhaus (23) – die festgeschriebene Ausstiegsklausel beider liegt bei knapp 45 Millionen Euro – investieren zu können, müssen Spieler verkauft werden. Das hat nicht nur mit den Einnahmen durch Ablösesummen, sondern auch mit Einspar-Potenzial bei den Spieler-Gehältern zu tun.

Letzteres spricht bei Boateng für einen Abgang im Sommer. Zumal Rummenigge das Interesse an Upamecano bestätigte: „Wir werden uns natürlich damit befassen, nicht nur mit dieser Personalie, sondern grundsätzlich, auf welchen Positionen wir was machen wollen und machen müssen. Es sei bekannt, dass Upamecano für den Sommer eine Ausstiegsklausel in seinem bis 2023 laufenden Vertrag besitze, ergänzte er. Der Noch-Leipziger würde zumindest ein Loch in der Innenverteidigung stopfen und gemeinsam mit Lucas Her­nandez (24), Youngster Tanguy Nianzou (18) und Niklas Süle (25) um den Stammplatz im Abwehrzentrum kämpfen.

Wechsel beim FC Bayern München: Hoeneß schwärmt intern von bestimmtem Spieler

Mit Omar Richards (22) vom englischen Zweitligisten FC Reading sollen die Gespräche bereits weit fortgeschritten sein. Der Engländer würde ablösefrei als Linksverteidiger-Backup für Alphonso Davies (20) nach München stoßen. Auf der rechten Abwehrseite besteht kein Handlungsbedarf. Mit Benjamin Pavard (24), Bouna Sarr (28) und Chris Richards (20) ist diese Position dreifach besetzt. Im Mittelfeld-Zentrum kann man von so einer Auswahl nur träumen.

Mit Joshua Kimmich (25), Leon Goretzka (25) und Marc Roca (24) werden aller Voraussicht nach nur drei zentrale Mittelfeldspieler im Kader der nächsten Saison stehen. Denn: Zwar schwärmt Ehrenpräsident Uli Hoeneß intern häufig von Corentin Tolisso (26), doch der Durchbruch beim FCB* wird dem Franzosen nicht mehr zugetraut. Mit einem Verkauf im Sommer würde der deutsche Rekordmeister die Einnahmen erzielen, die er anschließend in einen Spieler mit Format eines Florian Neuhaus reinvestieren könnte.

FC Bayern München nach Corona: Wieder Zuschauer in der kommenden Saison?

Sollte Olympique Marseille die 18-Millionen-Kaufoption für Bayern-Leihgabe Michael Cuisance ziehen, würde das auch einen nicht unerheblichen Betrag in die Bayern-Kasse spülen. Mit der Perspektive, dass in der kommenden Saison wieder Zuschauer zugelassen werden, könnten Transfer-Ausgaben bereits in diesem Sommer mit gutem Gewissen getätigt werden.

Sollten dann noch Lücken im Kader vorhanden sein, wollen sich die Profi-Verantwortlichen aus der Nachwuchsabteilung bedienen. Nicht umsonst steht Jamal Musiala (17) unmittelbar vor seinem ersten Profi-Vertrag. Und auch Oliver Batista-Meier (19) könnte dann wieder eine Rolle bei den Bayern-Profis spielen. Aktuell ist der Offensivspieler an den holländischen Erstligisten SC Heerenveen verliehen.

Die dortigen Verantwortlichen sind mit der Entwicklung ihrer Leihgabe hochzufrieden. Es wäre kein Wunder, wenn der FCB ihn nach Ende des Leihgeschäfts wieder zurück haben möchte. Bisher fanden noch keine Gespräche über seine Zukunft statt. *tz.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

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