"Da vergeht noch etwas Zeit"

FCB-Talente zu den Profis? Das sagt Amateur-Coach Vogel

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Heiko Vogel bittet bei der Nachwuchsförderung noch um etwas Geduld.

München - Heiko Vogel, Peter Wenninger und Timon Pauls sind die drei Alphatiere des FCB junior teams. In einem Interview sprechen sie über die Nachwuchsarbeit an der Säbener Straße, Identifikationsfiguren wie Thomas Müller und die Notwendigkeit eines Drittliga-Aufstiegs der kleinen Bayern.

Heiko Vogel verantwortet als Sportlicher Leiter die Geschicke von der U16 bis zur U23 und ist außerdem Coach der kleinen Bayern. Peter Wenninger ist sein Pendant für die Teams von der U9 bis zur U15 und steht bei der U15 an der Seitenlinie. Timon Pauls arbeitet als Jugend-Chefscout an der Säbener Straße. In einem großen Interview auf der vereinseigenen Website sprechen die drei Macher über die Arbeit und Probleme in der Nachwuchförderung beim Rekordmeisters. 

"Man kann im Umfeld in den handelnden Personen noch so gut aufgestellt sein: Wenn die Nachwuchsspieler nicht die nötige Qualität mitbringen, wird's schwierig", sagt Heiko Vogel. Für den 41-Jährigen ist mit Blick auf die Beförderung eines Talents ins Profi-Team vor allem auch die extreme Leistungsdichte ein große Hürde. "Unsere erste Mannschaft hat eine unfassbare Qualität. Entsprechend müssen wir Spieler hervorbringen, die das Qualitätsmerkmal Weltklasse haben, und das schon mit 18 Jahren." 

"Ein Thomas Müller ist DIE Identifikationsfigur"

Mit hoffnungsvollen ausländischen Youngstern hatte der FC Bayern - mit Ausnahme von David Alaba und Owen Hargreaves - in der Vergangenheit nicht allzu viel Glück. Der Brasilianer Breno, der Paraguayaner Roque Santa Cruz und der Peruaner Paolo Guerrero warteten in München vergeblich auf den großen Durchbruch. Daraus hat der FC Bayern gelernt, denn Karl-Heinz Rummenigge verkündete im Oktober, in Zukunft bei Nachwuchsspielern nach dem Motto "Rosenheim statt Rio" zu verfahren. 

Für Wenninger eine logische Konsequenz: "Ich glaube, dass es die Spieler am weitesten geschafft haben, die aus der Region kommen, wie Lahm, Schweinsteiger, Müller Badstuber oder auch Hummels", sagt der 41-Jährige. "Diese Spieler wollen wir wieder hervorbringen."

Jugend-Chefsout Timon Pauls siedelt heimische Talente ebenfalls weit oben an. "Ich glaube, dass der Wert dieser Spieler aus der Region nicht mit Geld aufzuwiegen ist. Ein Thomas Müller ist die Identifikations-Figur für unsere Fans, so wie es Basti Schweinsteiger zuvor war. Und Philipp Lahm ist Kapitän einer der besten Mannschaften der Welt." 

Spieler und Berater wägen Chancen beim FCB ab

Diese drei Spieler haben sich nicht nur beim FC Bayern, sondern auch im Nationalteam durchgesetzt und sind zu Weltstars gereift. In den vergangenen Jahren hat der Rekordmeister einen Luxuskader aufgebaut, der aufstrebende Youngster auch abschreckt. Vogel räumt zwar ein, dass der FC Bayern "nach wie vor im auch im Jugendbereich eine große Strahlkraft" habe, aber die Durchlässigkeit nach oben in den vergangenen Jahren eben enorm gesunken ist. "Da wird von den Spielern, den Eltern und Betreuern abgewogen, ob man hier den Sprung zu ersten Mannschaft schaffen kann." 

Auch deshalb will er sich nicht auf eine Jahreszahl festlegen, wann endlich wieder ein Roter aus der eigenen Jugend den Sprung zu den Profis schafft. "Es ist unser großes Bestreben und unser Ziel, wieder Spieler nach oben zu bringen, aber wir brauchen noch etwas Geduld", sagt der ehemalige Chefcoach des FC Basel. Der eingeschlagene Weg sei zwar der richtige, aber "bis wir von unserer jetzigen Arbeit profitieren werden, da vergeht noch etwas Zeit." 

Ziel der kleinen Bayern bleibt die 3. Liga

Ein Grund mehr für den Rekordmeister, den lange ersehnten Aufstieg in die 3. Liga in der kommenden Saison erneut in Angriff zu nehmen. "Sicherlich brauchen die absoluten Top-Talente nicht den Weg über über die Amateure zu den Profis, aber grundsätzlich ist es wichtig für uns, wieder aufzusteigen. In der 3. Liga werden die Jungs physisch und auch mental ganz anders gefordert", ist Vogel überzeugt. 

Wenninger sieht es ähnlich und verweist bei seiner Analyse auf die beiden Top-Partien der laufenden Saison gegen die SpVgg Unterhaching: "Da hat deine Mannschaft die besten Saisonleistungen gezeigt, weil es eben ein gegen einen spielstarken Gegner ging", sagt der U15-Coach zu seinem Kollegen. "Solche Spiele brauchen wir für die zweite Mannschaft nicht nur als Highlight, sondern Woche für Woche." 

Quelle: fussball-vorort.de

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