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Baut van Gaal auf die Schlossallee?

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Franck Ribéry im Gespräch mit Louis van Gaal. © dpa

München -  Franck Ribéry und kein Ende. Auch an Tag 1 der neuen Bayern-Ära unter Trainer Louis van Gaal war der Franzose eines der bestimmenden Themen rund um den Rekordmeister.

Als Beifahrer seines besten Kumpels Daniel van Buyten war der 26-Jährige am Morgen an die Säbener Straße gekommen. Die Augen versteckt hinter einer dunklen Sonnenbrille, ohne Interesse an einem (die Wechselgerüchte aufklärenden?) Gespräch mit den wartenden Journalisten.

Während der ersten Trainingseinheit zeigte sich Ribéry meist im Hintergrund. Seine manchmal etwas divenhafte Art, die ihn sicher auch so besonders macht, hat der Franzose aber auch in der Sommerpause nicht abgelegt.

Tag 1 der Ära van Gaal

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Während seine Teamkollegen längst den Anweisungen van Gaals folgten und sich zu verschiedenen Übungen aufstellten, da hielt Ribéry noch ein paar Mal den Ball hoch und gesellte sich erst kurz darauf zu den anderen. Diese Mäzchen wird sich Ribéry aber wohl abgewöhnen müssen, wenn er tatsächlich bei den Bayern bleiben sollte.

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Der neue Bayern-Coach ermahnte den Franzosen, nachdem sich dieser ungefragt von der Trainingsgruppe entfernt hatte. © dpa

Einmal nämlich, da überspannte der Superstar den Bogen. Ribéry wollte die Schuhe wechseln und entfernte sich, ohne den Trainer vorher um Erlaubnis zu fragen, von der Gruppe. Doch da hatte der Franzose die Rechnung ohne van Gaal gemacht. Hastig zog der neue Boss seinen Spieler beiseite und mahnte in einem kurzen Vier-Augen-Gespräch,  solche Aktionen künftig zu unterlassen.

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Eine Situation, die nur wenige Sekunden dauerte und doch aufzeigt, dass der autoritäre und nur auf das Kollektiv fixierte van Gaal keinerlei Sonderstatus duldet - auch nicht für seinen besten Spieler.

Ribéry wird sich aller Voraussicht nach daran gewöhnen müssen, denn mehr und mehr spricht dafür, dass der FC Bayern allen Wechselspekulationen um den Franzosen trotzt und er noch mindestens eine Saison für den Rekordmeister spielen wird.

Van Gaal über Transfers, Training, Bratwurst & Co.

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Manager Uli Hoeneß bemühte dazu auf der Pressekonferenz einen bildlichen Vergleich, wie er schöner kaum hätte sein können. "Es gab die eine oder andere Anfrage von Real Madrid von höchster Stelle. Die rechte Hand von Perez hat das eine oder andere Mal angerufen. Da habe ich ihn gefragt, ob er das Spiel Monopoly kennt. Da hab ich es ihm erklärt und gesagt, dass der FC Bayern vor zwei Jahren die Schlossallee gekauft hat. Und vier Hotels darauf gebaut hat. Diese Schlossallee gibt man nur her, wenn man in Not ist oder nicht mehr weiter weiß. Und wenn sich jemand da hinwürfelt, wird es teuer."

Patsch, das saß! Real Madrid - gehen Sie ins Gefängnis und begeben Sie sich direkt dorthin. Gehen Sie nicht über Los und ziehen Sie nicht Ribéry ein!

Ein deutlicheres Statement zur Causa Ribéry hatte man von Hoeneß bisher nicht gehört. Der Manager legte noch nach. "Wir haben alle Fragen der Madrilenen, nach München zu kommen, abgelehnt. Sie wollten das Spiel Monopoly nach ihren Regeln spielen. Aber es gibt die Aussage, dass wir Ribery in München halten wollen„, sagte Hoeneß. Und ergänzte dann das, was er bereits vor Wochen erklärt hatte: “Nur wenn jemand ganz verrückte Dinge machen würde, würden wir überlegen."

Ribéry soll also nach Möglichkeit bleiben. Vorausgesetzt natürlich, die Zusammenarbeit mit Trainer Louis van Gaal verläuft harmonisch. Die Frage nach der Zukunft seiner Nummer 7 beantwortete der Niederländer doppeldeutig. „Ich will als Trainer immer die besten Spieler behalten“, so van Gaal. Aber: „Das ganzheitliche Prinzip einer Mannschaft ist keine aus aus der Luft gegriffene Erfindung. “

Die Transferbörse der Bayern

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Heißt im Klartext: Es zählt einzig und allein die Mannschaft. Platz für Extrawürste jedwelcher Art gibt es nicht.

Zur Erinnerung: In seiner ersten Zeit beim FC Barcelona schmiss van Gaal Hristo Stoitschkov raus. Der war damals der Superstar der Mannschaft und lebte das auch exzessiv aus.

Für den Fall, dass sich das Verhältnis zwischen van Gaal und Ribéry nicht harmonisch entwickeln sollte, zieht Real Madrid im Monopoly ja vielleicht doch die Karte auf der steht: „Rücke vor bis zur Schlossallee.“

Gregory Straub

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