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„450 Morddrohungen auf Instagram“: Bayern-Trainer Nagelsmann erhält abscheuliche Botschaften

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Von: Alexander Kaindl

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Julian Nagelsmann FC Bayern München Instagram
Julian Nagelsmann ist fassungslos über die Anfeindungen auf Instagram. © Screenshot PK

Der FC Bayern München muss am Wochenende gegen Arminia Bielefeld ran. Julian Nagelsmann sprach vorab auf der Pressekonferenz - unter anderem über Morddrohungen.

Update vom 15. April, 13.59 Uhr: Das war‘s mit der PK - und schon jetzt weiß man: Diese Runde wird man so schnell nicht vergessen. Sie macht betroffen, sprachlos. Was war passiert? Julian Nagelsmann erklärte im Pressegespräch am Freitag, dass er über die sozialen Netzwerke häufig Morddrohungen erhält. Vor allem in den Tagen nach dem Champions-League-Aus häuften sich die grässlichen Botschaften. Die wichtigsten Aussagen aus der PK zum Nachlesen:

Julian Nagelsmann (Trainer des FC Bayern München) vor dem Bielefeld-Spiel über ...

... das CL-Aus und die Bayern-Zukunft: „Man plant das Halbfinale nicht immer ein. Es ist ein erstrebenswertes Ziel und der Anspruch eines großen Vereins. Aber da sind wir nicht die einzigen. Ich mache die Kaderplanung nicht öffentlich. Wir haben sicherlich ein paar Baustellen, haben einen Kader, der schon lange zusammenspielt. Das ist auf der einen Seite gut, die Spieler kennen sich sehr gut. Aber: Wenn man sehr erfolgreich war, wird es irgendwann Zeit, etwas neues zu machen, frisches Blut reinzubringen. Das ist auch in der freien Wirtschaft so. Wir sind ein bisschen gehemmt von der Pandemie, haben nicht den Spielraum, die ganz großen Schritte zu gehen. Das ist ein Prozess. Es gibt Vertragssituationen, die nicht ganz so einfach sind. Da sind wir dran, aber das bleibt intern, zumindest von meiner Seite.“

... das Personal gegen Bielefeld: „Lucas und King sind angeschlagen, ich gehe nicht davon aus, dass sie dabei sein können. Sie haben muskuläre Probleme, Lucas wurde deshalb auch ausgewechselt. Nochmal für alle: Er war verletzt und wollte nicht mehr weiterspielen. Morgen gegen 12 werden wir entscheiden, ob sie mitfliegen oder nicht. Bei Lucas gibt es etwas mehr Hoffnung. Niki ist noch nicht wieder an Bord, Coco auch nicht. Bouna trainiert wieder, das werden wir sehen.“

... die Stimmung: „Es ist schon ein bisschen Tristesse. Man hat erst wieder in einem Jahr die Gelegenheit auf solche Spiele. Man hat ein Jahr lang Zeit, darüber nachzudenken. Wir haben jetzt einen Auftrag: Idealerweise die nächsten zwei Spiele gewinnen, um Meister zu werden. Man muss diese Tristesse in Elan umwandeln.“

... seinen Barfuß-Spaziergang nach dem Training: „Ich laufe ungern barfuß, ich habe empfindliche Fußsohlen. Der Psychologe hat aber gesagt, ich soll barfuß über den Platz laufen, um die verschiedenen Untergründe zu spüren und die Rübe freizukriegen. Es hat sich ganz gut angefühlt.“

... das Training: „Das Training war gut, wir hatten ein kleines Turnier. Die Jungs sollen Spielfreude haben. Klar sind sie noch gefrustet, trotzdem haben sie es heute gut gemacht.“

Bayern-PK JETZT live: Nagelsmann spricht über „450 Morddrohungen auf Instagram“

... die Kritik von Rummenigge: „Mir ist bewusst, dass man sich Kritik von allen Seiten gefallen lassen muss. Das ist normal, gehört dazu. Die Kritik von Karl-Heinz Rummenigge ist schon zu verkraften für mich. Damit komme ich klar. Mit den 450 Morddrohungen auf Instagram vielleicht nicht ganz so gut. Aber die lese ich nicht alle, klar ist das ein bisschen unsachlich. Wenn man in zwei von drei Wettbewerben ausscheidet, wird natürlich auch ein Trainer kritisiert. Aber ich halte das aus und arbeite weiter.“

... den Austausch mit den Bossen: „Wir saßen am Mittwoch zwei Stunden zusammen, haben über das Spiel gesprochen. Ich habe die wichtigsten Dinge nochmal rausgesucht, aber nochmal: Das Spiel von uns war gut. Wir haben es im Hinspiel verloren. Ich hatte gestern mit Oliver Kahn ein langes Telefonat, auch über den Kader und meine Ideen. Er möchte ein Bild haben, was der Trainer denkt. Der Austausch war bis dato also sehr gut. In der Planung sind wir sehr gut, die Umsetzung ist aber nicht so einfach. Es ändert sich an der Kaderplanung täglich etwas, man malt sich etwas aus, stellt sich etwas vor. Zwei Tage später sieht es ganz anders aus. Da kommt die Schnelllebigkeit des Geschäftes schnell zum tragen.“

Julian Nagelsmann: Sogar seine Mutter wird bedroht

... nochmal über die Morddrohungen: „Die kriege ich nach jedem Spiel, egal, ob wir gewinnen oder verlieren. Ich sehe immer nur die erste Zeile und lösche sie dann alle auf einmal. Sie schießen sogar gegen meine eigene Mutter, die mit Fußball so gar nichts am Hut hat. Das ist schon ein bisschen wild. Natürlich kann man das anzeigen, aber da werde ich nicht mehr fertig. Es gibt mehr Morddrohungen, wenn wir Dreierkette spielen. Wie gehe ich damit um? Das ist mir scheißegal. Ich kann es nicht nachvollziehen. Sobald man den Fernseher ausschaltet, vergessen die Leute ihren Anstand. Aber das bringt ja alles nichts. Die denken, dass sie im Recht sind, das ist ja das skurrile. Ich glaube nicht, dass der Verein die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Man bewegt sich ja auch als Privatperson. Ich will jetzt keinen provozieren. Es stand noch keiner vor meiner Haustür.“

... Lewandowski: „Ich würde ihn natürlich gerne behalten, er ist ein wichtiger Torjäger. Er hat einen Vertrag. Es gibt Gespräche. Ich habe nie den Eindruck, dass er weg will. Wir sprechen viel über Taktik, er beteiligt sich sehr viel. Das impliziert für mich, dass er bleiben will, es geht ihm nicht am Arsch vorbei. Aber es ist auch normal, sich über seine Zukunft Gedanken zu machen. Ich glaube, dass das mit Barcelona eine Ente war.“

... seine Zukunft: „Ich möchte mir selber beweisen, dass ich die Dinge umsetzen kann, die ich möchte. Ich plane viel, mache mir viele Gedanken. Wir versuchen, etwas sehr gutes zusammenzubauen.“

... Sané und Gnabry: „Leroy hat es gut gemacht, ich war zufrieden mit ihm. Man muss die Spieler vielleicht selber fragen, ich bin grundsätzlich mit beiden zufrieden. Leroy hat eine sehr gute Hinrunde gespielt, hatte dann ein Loch, hat sich wieder rausgekämpft. Serge hat auch viele gute Spiele gemacht, hat gute Momente. Er hat auch eine Vertragssituation, da macht man sich Gedanken, das ist normal. Serge ist ein Spieler, der viel darüber nachdenkt, einer, der ein helles Köpfchen ist. Sie werden wieder ihre maximale PS-Zahl auf den Platz bringen.“

... die fehlenden Einnahmen: „Das ist immer ein Teufelskreis. Der Kader verändert sich, du verlierst Stammspieler, auf der anderen Seite fehlen die Einnahmen, weil du nicht so weit kommst. Natürlich fehlt uns das Geld, das wir durch das Halbfinale eingenommen hätten. Man muss entscheiden: Geht man in ein Risiko, wie viel investiert man? Wenn man nicht ins Risiko geht, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, ein Halbfinale zu erreichen, dann fehlt wieder das Geld. Man muss schauen, dass man deckungsgleich ist, das ist immer eine Gratwanderung. Das ist in der freien Wirtschaft auch so.“

13.25 Uhr: Jeden Moment geht es hier los mit Julian Nagelsmann.

Update vom 15. April, 13.06 Uhr: In gut 20 Minuten geht es hier los mit dem Pressegespräch des FC Bayern. Wir sind schon gespannt, was Trainer Julian Nagelsmann zu sagen hat.

Erstmeldung vom 15. April, 11.19 Uhr: München - Nach dem bitteren Aus in der Champions League warten auf den FC Bayern München nun die Alltagsaufgaben in der Bundesliga. Am 30. Spieltag sind die Roten bei Arminia Bielefeld gefordert, die Marschroute ist klar: Wiedergutmachung ist angesagt.

Der Rekordmeister musste nach dem Ausscheiden schon eine Menge Kritik einstecken, Lothar Matthäus und Didi Hamann richteten deutliche Worte an ihren ehemaligen Verein.

FC Bayern München: Pressekonferenz im Live-Ticker - Was sagt Nagelsmann zum Champions-League-Aus?

Wenn die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann am Ostersonntag (ab 15.30 Uhr) auf der Alm zu Gast ist, wird das dramatische Scheitern in der Königsklasse natürlich noch ein Thema sein. Bei der anstehenden Spieltags-Pressekonferenz sowieso: Was sagt der Coach zum 1:1 gegen Villarreal? Welche Schlüsse zieht er, welche Fehler hat man schon analysiert? Darüber wird Nagelsmann am Karfreitag ab 13.30 Uhr Auskunft geben.

In der Bundesliga sind die Rollen klar verteilt, Bayern kann die zehnte Meisterschaft in Folge schon am 31. Spieltag klarmachen - ausgerechnet im Heimspiel gegen den großen Rivalen aus Dortmund. Eine Woche zuvor reisen die Münchner ihrerseits in den Westen der Republik. Für Bielefeld geht es ums blanke Überleben, aus den letzten fünf Spielen gab es nur einen Punkt. Dementsprechend sind die Arminen auf Platz 16 abgerutscht. (akl)

Der Schock beim FC Bayern über das Ausscheiden in der Champions League sitzt tief. Wie präsentiert sich die Nagelsmann-Elf in Bielefeld? Der Liveticker.

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