Hoeneß: „Die Konkurrenz weiß jetzt, wo wir stehen“ / Zoff wegen Ribéry-Elfmeter

Philipp Lahm: "Und das war erst der Anfang…"

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Philipp Lahm findet deutliche Worte in Richtung Bayern-Konkurrenz.

Stuttgart - Mannomann, war der angefressen! Stuttgart-Manager Horst Heldt kochte schon in der Halbzeit.

Da lag sein VfB gegen die Bayern bereits mit 0:3 in Rückstand. Und Heldt sagte Dinge, die er in aufgeräumtem Gefühlszustand schön für sich behalten hätte. Zum Beispiel: „Das war fahrlässig, ohne Mumm. Respekt ist ja gut, aber Angst ist fehl am Platze!“

VfB-FCB: Die Bayern in der Einzelkritik und weitere Bilder vom Spiel

VfB-FCB: Die Bayern in der Einzelkritik und weitere Bilder vom Spiel © 
Der Schock steht ihm ins Gesicht geschrieben: VfB-Trainer Markus Babbel. © dpa
Ribéry trifft zum 2:0 für die Bayern. © dpa
Während der Franzose zum Jubeln aufbricht, fuchtelt Jens Lehmann wild mit den Armen. © dpa
Klares Signal in die Stuttgarter Kurve. © dpa
Schließlich noch die Glückwünsche von Schweini abholen. © dpa
Schneller als Khedira: Franck Ribéry. © dpa
Luca Toni erzielt das 3:0 und schraubt... © dpa
... und schraubt und schraubt. © dpa
Schließlich darf Ribéry gratulieren. © dpa
Jens Lehmann motzte und lamentierte. Allein, es half nichts. Der Ex-Nationalkeeper kassierte satte fünf Buden. © dpa
Was Ribéry misslang, schafft Schweini: Er verwandelt den zweiten Bayern-Elfmeter zum 4:0 sicher. © dpa
Franck Ribéry sogar am Boden noch schneller am Ball als Jan Simak. © dpa
Luca Toni obenauf, Serdar Tasci down. © dpa
Die VfB-Spieler wie begossene Pudel... © dpa
Jens Lehmann ... © sampics
... ist bedient. © sampics
Den Bayern-Verantwortlichen hingegen ... © sampics
... ist das Erstaunen über die Höhe des Siegs ins Gesicht geschrieben. © sampics
... die Bayern dagegen ließen sich zurecht von ihren Fans feiern. © dpa
Eine eindrucksvolle Vorstellung. © dpa
Hoch sollen wir leben! © sampics
Was ist denn das bitte für ein spitzbübisches Lächeln? Uli Hoeneß und der DFB-Pokal... © dpa
Die Einzelkritik: Michael Rensing: In der ersten Halbzeit nicht ein einziges Mal gefordert. Auch ohne Keeper hätte der VfB das Bayern-Tor nicht getroffen. In der zweiten Häfte fing er sich dann doch noch eins. Der Rest? Eine Weltklasse-Parade und viel Ruhe. Note: 2 © dpa
Christian Lell: Verrichtete auf Rechts seinen Part solide. Allerdings: Gegen die offensiv nicht existenten Stuttgarter konnte er naturgemäß nicht sonderlich auffallen. Note: 3 © fishing4
Lucio: Gute Darbietung. Wenn’s hart auf hart kommt, ist er sich für nichts zu schade. Scherenschläge in der Luft oder Kopfballduelle mit Migräne-Gefahr? Egal. Lucio ist dabei. Note: 3 © dpa
Martin Demichelis: Machte mit Lucio den Laden dicht. Wirklich viel musste er dafür nicht leisten, denn die Stuttgarter strahlten überhaupt keine Torgefahr aus. Dafür hätte aber Demichelis um ein Haar eingeköpft. Egal, er muss ja nur Tore verhindern, und das tat er gut. Note 3. © fishing4
Philipp Lahm: Wie immer. Fehlerlos, ballsicher, eifrig, intelligent. Permanent im Vorwärtsgang, ohne jemals die Defensive zu vernachlässigen. Mann, ist der gut. Note: 2 © dpa
Bastian Schweinsteiger: Maßvorlage auf Demichelis, die nicht verwertet wurde, dann kurz darauf das 1:0. Schweini nutzte einen kapitalen Fehler von Boka und netzte souverän ein. Per Elfer traf er auch zum 4:0. Note: 1 © dpa
Ab der 58. Hamit Altintop: Gab sofort Gas, beackerte die rechte Seite wie gewohnt laufstark. Er will ins Team, das merkt man. Aber nach dieser Schweini-Leistung wird’s nichts leichter. Note: 3 © dpa
Mark van Bommel: Bleibt er? Geht er? Seine Entscheidung steht an. Bis dahin spielt er allerdings verdammt gut. Ruhig, souverän und dominant. Vor allem defensiv eine abgezockte und wertvolle Darbietung des Holländers. Note: 3 © Sampics
ab der 46. Minute: Ottl. Reihte sich mühelos in die Bayern-Maschinerie ein. Note 3. © Sampics
Zé Roberto: Elfer rausgeholt, Tor vorbereitet und selber eingenetzt. Glänzend vom 34-Jährigen. Jede Aktion hatte Hand und Fuß. Ruhig und überlegt machte Zé wie so oft alles richtig. Note: 1 © dpa
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Franck Ribéry: Zwischen Genie und Wahnsinn. Leitete das 2:0 ein und vollendete eiskalt. Mit vielen Zauberpässen, aber auch mit viel Arroganz. Versuchte wieder mal einen Panenka-Elfer per Lupfer. Doch Lehmann blieb stehen. Insgesamt eine ziemlich starke Leistung von Ribéry. Note: 2 © dpa
Miroslav Klose: Eine gute Chance versiebte er, weil er zu lange mit dem Abschluss zögerte. Dem ersten Elfer ging sein Schuss voraus. Kapital konnte bekanntlich nicht daraus geschlagen werden. Mannschaftsdienlich wie immer. Note: 3 © dpa
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Luca Toni: Die Stuttgarter deckten ihn konsequent, aber nicht überhart. Zu selten konnte er sich von den Schwaben befreien. Einmal reichte es dann aber doch – und der Ohrschrauber begrüßte die Stuttgarter Kurve. Nach Traumvorlage von Ribéry lupfte Toni lässig an Lehmann vorbei. Ein weiteres Tor bereitete er mustergültig vor. Note: 2 © dpa
Ab der 68. Landon Donovan: ohne Bewertung. © fishing4

Angst. In der Tat: Danach sah es aus. Stuttgart hatte gegen die Bayern ziemlich genau nullkommanull Chance. Premiere-Experte und Ex-Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld staunte über diesen VfB, der sich kein bisschen wehrte. Der General sagte: „Das sollte doch eigentlich ein Pokal-Fight sein. Fight: Das heißt, dass man versucht, die Zweikämpfe anzunehmen. Aber die Stuttgarter haben sich von den Bayern einlullen lassen. Die Bayern haben ja nicht schnell gespielt, sie waren nur ballsicher.“

Ballsicher – und dazu auch höchst unterhaltsam. Bayern-Manager Uli Hoeneß freute sich: „Das war Fußball, wie man ihn sich vorstellt. „Ich bin total begeistert.“ Vor allem deswegen, weil die Bayern in der kompletten Breite überzeugten. Hoeneß: „Es gab kaum einen Unterschied zwischen links und rechts.“

Trotzdem war der Manager nicht hundertprozentig zufrieden. Schuld war ausgerechnet Franck Ribéry – und zwar wegen seines überheblichen Elfers. Hoeneß: „Das hat mir gar nicht gefallen, das war Cirque du soleil. Franck muss sich so etwas abgewöhnen.“

Das war dann aber auch schon genug der Kritik. Insgesamt sind die Bayern glücklich. Denn, so Hoeneß: „Die Konkurrenz weiß jetzt, wo der FC Bayern steht. Wenn wir so spielen wie heute, wird es recht schwer für den Rest.“

Oder sogar peinlich. So wie eben für Stuttgart. Beim Angsthasen-Auftritt des VfB schaute auch noch der denkbar höchste Besuch zu. Denn: Bundestrainer Joachim Löw saß auf der Tribüne. Er sagte über die Bayern: „Sie spielen schnell und präzise nach vorne. Sie haben mit Ribéry, Zé Roberto und Schweinsteiger ein klares Übergewicht.“

Als Löw diese Worte sagte, ging gerade die Halbzeitpause zu Ende. Heldt war zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht fertig mit dem Kopfschütteln. Er sagte: „Mir fällt gar nichts mehr ein, was ich jetzt schön reden könnte.“

Zum Beispiel auch nicht den ersten Elfmeter. In einem normalen Spiel hätte man da ja lang diskutieren können. Aber in so einer Partie? Da sagte Heldt bloß: „Ob das jetzt ein Elfer war oder nicht, ist mir auch schon wurscht.“ Ganz und gar nicht wurscht war dem VfB-Manager dagegen die Einstellung seiner Truppe. Insbesondere im Vergleich mit Bayern-Superstar Ribéry. Heldt schimpfte: „Der macht da 18 Übersteiger. Unsere Spieler schauen zu, wie schön er das macht und lassen sich beeindrucken.“

Auch Löw hatte eine Vorstellung vom Innenleben der Stuttgarter Spieler. Sie seien wohl „moralisch etwas geknickt“. Und die Bayern schwelgten derweil… Verteidiger Philipp Lahm lächelte: „So einfach kann Fußball sein, wenn man aggressiv und gut organisiert ist.“ Und genau so soll’s bleiben. Lahm: „Das war erst der Beginn der Rückrunde. Jetzt hoffen wir, dass es so weitergeht. Wir haben die beste Qualität der Liga. Das wird man in der Rückrunde sehen.“

Quelle: tz

Quelle: tz

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