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Schweini II: Im Schatten des Bruders

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Tobias Schweinsteiger. © Getty

Unterhaching - Raus aus dem Schatten, rein in die Schlagzeilen: Tobias Schweinsteiger ist mit seinen 27 Jahren zwar der ältere Bruder des FC-Bayern-Profis Bastian Schweinsteiger, stürmt aber nur in der 3. Liga.

Nun möchte er für die Schlagzeilen innerhalb der Familie sorgen und mit seinen Toren die SpVgg Unterhaching nach drei Jahren wieder in die 2. Liga zurückführen. “Für uns ist einiges drin. Wir können bis zum Ende oben mitspielen“, sagt der Polizeivollzugsbeamte, dessen Club nur vier Punkte Rückstand auf einen Aufstiegsplatz aufweist.

Da sein zwei Jahre jüngerer Bruder mit dem Rekordmeister Bayern München in der Eliteklasse schwächelt, ist ein Erfolgs-Vakuum bei den “Schweinis“ entstanden, die vieles verbindet. Auf dem Platz die ähnliche Körpersprache und die überraschenden Aktionen. Und außerhalb des Spielfelds findet sich bei ihren Freundinnen eine auffällige Gemeinsamkeit: Beide heißen Sarah. Doch das sei “reiner Zufall“, sagt Tobias Schweinsteiger und lacht. Auf Initiative des Vaters besitzen beide außerdem eine eigene Homepage. Die Seite von “Schweini I“ laufe aber besser, gesteht sein Bruder.

Das ist Bastians Sarah

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In der internen Torschützenliste liegt Tobias mit zehn Toren klar vor Bastian (ein Tor) und zudem auf Rang vier in der Drittliga- Torjägerliste. Und dabei spielt er seine wohl beste Saison. “Wir haben keinen Quertreiber in der Mannschaft. Ich genieße das volle Vertrauen des Trainers und wir spielen offensiv“, beschreibt der ehemalige Profi des VfB Lübeck und FC Ismaning das förderliche Vereinsklima. “Tobi hat momentan die Kraft und das Selbstvertrauen, das er für sein Spiel braucht“, meint Ralph Hasenhüttl, der seit Sommer 2008 Unterhaching trainiert.

Aus fußballerischer Sicht hat “Schweini II“ vier Jahre verloren. Von 1998 bis 2002 konzentrierte sich der Oberaudorfer nur auf seine Wintersport-Karriere und wurde dreimal deutscher Junioren-Vizemeister im Ski alpin. “Diese Zeit hat mir menschlich viel gebracht“, sagt Schweinsteiger. Die Versäumnisse im Fußball seien aber “bedauerlich“. Dennoch hofft der 27-Jährige, der mit seinem Bruder früher auf denselben Wiesen gebolzt hat, im hochklassigen Fußball auf Erfolg - private Tiefen hat er längst erlebt.

Im September 2006, “Schweini II“ ist bei Eintracht Braunschweig aktiv, überfährt er an einer Kreuzung ein Mädchen. Die 13-Jährige lief bei Rot über die Straße, wurde von seinem Auto erfasst und starb am nächsten Tag. “Ich habe das ganz gut aufgearbeitet“, meint Schweinsteiger. Früher habe er jeden Tag an das Mädchen gedacht.

dpa

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