Dieser Ballcomputer kann bald Bayern-Keeper Rensing Beine machen

Wunderwaffe mit Schweini-Effet

Erst mit Bällen füttern, dann kommen die Flanken und Schüsse: der Kickomat

Wangen - Okay, Michael Rensing hat im Training genug um die Ohren, wenn Franck Ribéry & Co. auf ihn losgelassen werden.

Aber bald könnte es noch wilder werden für ihn – wenn der Kickomat auf ihn schießt…

Richtig gelesen – diese Maschine beschleunigt die Bälle computergesteuert auf bis zu 120 km/h. „Das ist eine optimale Ergänzung für den Trainingsalltag“, lautet das Urteil von Ex-Bundesligatrainer Martin Andermatt bei der Vorstellung des Geräts in Wangen im Allgäu.

Zwar gebe es noch eine andere Ballschussmaschine auf dem Markt, die bisher auch der FC Bayern benutzt. „Aber die hat kein Ballmagazin, muss per Hand geladen und justiert werden, und jeder Ball ist schon nach ein paar Schüssen zerfetzt“, erklärt Andreas Kauder-Wald, der den Kickomat-Vertrieb organisiert. Angeblich sind schon mehrere Bundesligisten und europäische Topklubs am Kickomat interessiert – darunter der FC Bayern.

VfB-FCB: Die Bayern in der Einzelkritik und weitere Bilder vom Spiel

VfB-FCB: Die Bayern in der Einzelkritik und weitere Bilder vom Spiel © 
Der Schock steht ihm ins Gesicht geschrieben: VfB-Trainer Markus Babbel. © dpa
Ribéry trifft zum 2:0 für die Bayern. © dpa
Während der Franzose zum Jubeln aufbricht, fuchtelt Jens Lehmann wild mit den Armen. © dpa
Klares Signal in die Stuttgarter Kurve. © dpa
Schließlich noch die Glückwünsche von Schweini abholen. © dpa
Schneller als Khedira: Franck Ribéry. © dpa
Luca Toni erzielt das 3:0 und schraubt... © dpa
... und schraubt und schraubt. © dpa
Schließlich darf Ribéry gratulieren. © dpa
Jens Lehmann motzte und lamentierte. Allein, es half nichts. Der Ex-Nationalkeeper kassierte satte fünf Buden. © dpa
Was Ribéry misslang, schafft Schweini: Er verwandelt den zweiten Bayern-Elfmeter zum 4:0 sicher. © dpa
Franck Ribéry sogar am Boden noch schneller am Ball als Jan Simak. © dpa
Luca Toni obenauf, Serdar Tasci down. © dpa
Die VfB-Spieler wie begossene Pudel... © dpa
Jens Lehmann ... © sampics
... ist bedient. © sampics
Den Bayern-Verantwortlichen hingegen ... © sampics
... ist das Erstaunen über die Höhe des Siegs ins Gesicht geschrieben. © sampics
... die Bayern dagegen ließen sich zurecht von ihren Fans feiern. © dpa
Eine eindrucksvolle Vorstellung. © dpa
Hoch sollen wir leben! © sampics
Was ist denn das bitte für ein spitzbübisches Lächeln? Uli Hoeneß und der DFB-Pokal... © dpa
Die Einzelkritik: Michael Rensing: In der ersten Halbzeit nicht ein einziges Mal gefordert. Auch ohne Keeper hätte der VfB das Bayern-Tor nicht getroffen. In der zweiten Häfte fing er sich dann doch noch eins. Der Rest? Eine Weltklasse-Parade und viel Ruhe. Note: 2 © dpa
Christian Lell: Verrichtete auf Rechts seinen Part solide. Allerdings: Gegen die offensiv nicht existenten Stuttgarter konnte er naturgemäß nicht sonderlich auffallen. Note: 3 © fishing4
Lucio: Gute Darbietung. Wenn’s hart auf hart kommt, ist er sich für nichts zu schade. Scherenschläge in der Luft oder Kopfballduelle mit Migräne-Gefahr? Egal. Lucio ist dabei. Note: 3 © dpa
Martin Demichelis: Machte mit Lucio den Laden dicht. Wirklich viel musste er dafür nicht leisten, denn die Stuttgarter strahlten überhaupt keine Torgefahr aus. Dafür hätte aber Demichelis um ein Haar eingeköpft. Egal, er muss ja nur Tore verhindern, und das tat er gut. Note 3. © fishing4
Philipp Lahm: Wie immer. Fehlerlos, ballsicher, eifrig, intelligent. Permanent im Vorwärtsgang, ohne jemals die Defensive zu vernachlässigen. Mann, ist der gut. Note: 2 © dpa
Bastian Schweinsteiger: Maßvorlage auf Demichelis, die nicht verwertet wurde, dann kurz darauf das 1:0. Schweini nutzte einen kapitalen Fehler von Boka und netzte souverän ein. Per Elfer traf er auch zum 4:0. Note: 1 © dpa
Ab der 58. Hamit Altintop: Gab sofort Gas, beackerte die rechte Seite wie gewohnt laufstark. Er will ins Team, das merkt man. Aber nach dieser Schweini-Leistung wird’s nichts leichter. Note: 3 © dpa
Mark van Bommel: Bleibt er? Geht er? Seine Entscheidung steht an. Bis dahin spielt er allerdings verdammt gut. Ruhig, souverän und dominant. Vor allem defensiv eine abgezockte und wertvolle Darbietung des Holländers. Note: 3 © Sampics
ab der 46. Minute: Ottl. Reihte sich mühelos in die Bayern-Maschinerie ein. Note 3. © Sampics
Zé Roberto: Elfer rausgeholt, Tor vorbereitet und selber eingenetzt. Glänzend vom 34-Jährigen. Jede Aktion hatte Hand und Fuß. Ruhig und überlegt machte Zé wie so oft alles richtig. Note: 1 © dpa
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Franck Ribéry: Zwischen Genie und Wahnsinn. Leitete das 2:0 ein und vollendete eiskalt. Mit vielen Zauberpässen, aber auch mit viel Arroganz. Versuchte wieder mal einen Panenka-Elfer per Lupfer. Doch Lehmann blieb stehen. Insgesamt eine ziemlich starke Leistung von Ribéry. Note: 2 © dpa
Miroslav Klose: Eine gute Chance versiebte er, weil er zu lange mit dem Abschluss zögerte. Dem ersten Elfer ging sein Schuss voraus. Kapital konnte bekanntlich nicht daraus geschlagen werden. Mannschaftsdienlich wie immer. Note: 3 © dpa
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Luca Toni: Die Stuttgarter deckten ihn konsequent, aber nicht überhart. Zu selten konnte er sich von den Schwaben befreien. Einmal reichte es dann aber doch – und der Ohrschrauber begrüßte die Stuttgarter Kurve. Nach Traumvorlage von Ribéry lupfte Toni lässig an Lehmann vorbei. Ein weiteres Tor bereitete er mustergültig vor. Note: 2 © dpa
Ab der 68. Landon Donovan: ohne Bewertung. © fishing4

Erfinder der Maschine ist Franz Ranstl, ein Maschinenbauingenieur aus Salzburg. „Das Ganze hat mit einer Diskussion am Stammtisch begonnen“, erzählt Ranstl, bis zur Jugend selbst aktiver Fußballer. „Es ging darum, wie man dem österreichischen Fußball weiterhelfen kann“, fügt Ranstl mit einem Schmunzeln hinzu. Ziel sei es gewesen, ein Gerät zu entwickeln, das die Trainer bei ihrer Arbeit unterstütze. Nach dreieinhalb Jahren Entwicklung ist der Kickomat dabei herausgekommen. Der 25.000 Euro teure Kasten auf vier Rädern kann mit einer Präzision flanken und schießen, dass selbst Ribéry und Lahm neidisch werden. „Damit lassen sich beispielsweise für die Stürmer, Verteidiger und Torhüter wunderbar Standardsituationen trainieren“, erklärt Ranstl. „Man füllt das Magazin mit Bällen und gibt über die Fernbedienung Schussstärke sowie den Winkel und das Zeitintervall ein – das ist alles.“ Bis zu 15 Bälle in der Minute spuckt die Maschine aus – falls gewünscht auch mit Schweinsteiger-Effet.

Wie das in der Praxis funktioniert, zeigen die A-Jugendspieler des FC Wangen anschließend bei einer Demonstration auf dem schneebedeckten Kunstrasen. Ein kurzes Surren, dann ein Plopp und schon fliegt die Flankenbälle exakt Richtung Elfmeterpunkt. Nur an deren Verwertung hapert es noch. Aber das dürfte bei den Bayern anders sein…

Roland Wiedemann

Quelle: tz

Quelle: tz

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