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Petteri Koponen im Interview: Über Euroleague, Finnland und Weihnachten

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Von: Lena Meyer

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Basketball Euroleague : FC Bayern -Anadolu Istanbul
Petteri Koponen © Christina Pahnke / sampics

Er ist der Exot im Team der FCB-Baskets. Zumindest, was seine Herkunft angeht. Petteri Koponen stammt aus Finnland. Im Interview spricht der Dreier-Spezialist über Traditionen, das Team und seine Heimat.

München - Petteri Koponen gilt als Dreier-Spezialist und stand bereits für Spitzenteams wie den FC Barcelona und Khimki Moskau auf dem Parkett. Seit dieser Saison geht er für den FC Bayern Basketball auf Körbejagd, will Donnerstag Abend daheim gegen Darussafaka Istanbul (20.00 Uhr) den insgesamt dritten Sieg einfahren. Ursprünglich stammt der 30-Jährige aus Finnland. Im Interview spricht der Aufbauspieler über seine Heimat, finnische Traditionen und verrät, was in der Bayern-Kabine für ordentlich Gesprächsstoff sorgt.

Herr Koponen, Sie sind mittlerweile seit über zwei Monaten in München. Haben Sie sich eingelebt?

Koponen

: Absolut. Obwohl ich gestehen muss, dass ich noch nicht viel von München gesehen habe. Wir hatten eine sehr intensive Pre-Season und haben viel Zeit in der Halle verbracht. Und auch jetzt sind wir ja aufgrund der Euroleague viel unterwegs.

Wie beurteilen Sie, als Euroleague-erfahrener Spieler, den Start in die Saison?

Koponen:

Ich denke, wir können wirklich zufrieden sein. Es ist uns bisher gelungen, uns von Spiel zu Spiel zu steigern. Bei Top-Teams wie Fenerbahce Istanbul waren wir auf Augenhöhe. Vielleicht ist es auch ein kleiner Vorteil, dass uns – als Euroleague-Neuling – niemand so richtig einschätzen kann. Wir können überraschen und das wollen wir auch. Wer weiß, dann ist vielleicht auch ein Einzug in die Playoff-Phase möglich...

Sie haben in Barcelona und Moskau gespielt, kommen ursprünglich aus Finnland. Vermissen Sie Ihre Heimat?

Koponen:

Hin und wieder schon. Finnland ist mein Heimatland und ich bin in Helsinki aufgewachsen. Natürlich habe ich mich mittlerweile daran gewöhnt, lange Zeit von meiner Familie und meinen Freunden getrennt zu sein. Aber sie sind das, was ich am meisten vermisse. Ich bin froh, dass meine Frau Linda und meine beiden Söhne (drei Jahre und sechs Monate, die Redaktion) mit mir in München sein können. Sie fühlen sich hier sehr wohl.

War es leichter, sich in Deutschland einzugewöhnen als beispielsweise in Spanien?

Koponen (lacht):

Das war es wirklich! Deutschland ist Finnland sehr viel ähnlicher. In Spanien nimmt man es beispielsweise mit der Pünktlichkeit nicht so genau, ist in dieser Hinsicht einfach sehr entspannt. In Deutschland ist es wie in Finnland: Wenn man etwas für heute ausmacht, wird es in der Regel auch heute erledigt.

Mussten Sie gerade Ihren US-amerikanischen Teamkollegen erklären, wo genau Ihr Heimatland liegt?

Koponen:

Oh ja (lacht)! Der ein oder andere hat schon nachgefragt. Es ist ja nicht unbedingt ein Land, in das man als erstes reist, wenn man nach Europa kommt. Wir haben intern sogar eine kleine Diskussion...

Worüber?

Koponen:

In Finnland sagt man, dass der Weihnachtsmann nicht am Nordpol, sondern im finnischen Lappland wohnt. Und zwar in einem Berg, der Korvatunturi heißt. Das sehen die US-Amerikaner natürlich anders. Devin Booker versucht mir sogar immer zu erklären, dass der Santa Clause dunkelhäutig ist (lacht).

Und wie wird Weihnachten bei Ihnen gefeiert?

Koponen:

Es ist auch ein absolutes Familienfest. Am 24. Dezember kommen meistens alle zusammen, es gibt Geschenke und ein großes Abendessen. Eigentlich wie in Deutschland.

Für Sie stehen auch über die Feiertage einige Spiele an. Wie kommt die Mannschaft aus Ihrer Sicht mit der Doppelbelastung zurecht?

Koponen:

Bisher sehr gut. Es ist wichtig, dass wir auch in der BBL eine konstante Leistung abliefern. Und das hat ja bisher funktioniert. Wir haben auch gezeigt, dass wir Ausfälle kompensieren können. Wir müssen einfach weiterhin hart an uns arbeiten und beide Ligen sehr ernst nehmen.

Wo trifft man Sie, wenn es einmal nicht um Basketball geht?

Koponen:

Auf dem Golfplatz. Das ist es, was ich in meiner Freizeit wirklich gern mache. Und dann würde ich gern mal wieder Skifahren. Aber das ist während der Saison natürlich viel zu gefährlich (lacht).

Interview: Lena Meyer

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