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Der Chef der Startruppe: ZSKA-Coach Dimitris Itoudis im Interview

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Von: Lena Meyer

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CSKA Moscow vs FC Barcelona Lassa
Dimitris Itoudis © picture alliance / Sergei Ilnits

ZSKA Moskau ist einer der Favoriten auf den Euroleague-Titel. Am Freitag gastiert die Startruppe aus Russland in München. Die tz hat vorab mit Cheftrainer Dimitris Itoudis gesprochen.

München - Freitag Abend (20.30 Uhr) gastiert mit dem ZSKA Moskau einer der Topfavoriten auf den Euroleague-Titel im Audi Dome. Es heißt, dass sich der Etat der Mannschaft auf über 45 Millionen Euro beläuft (drei Mal so viel wie bei den Bayern). Die FCB-Basketballer wollen gegen das russische Spitzenteam trotzdem für eine Überraschung sorgen. In der 

tz

spricht Dimitris Itoudis, seit 2014 Trainer in Moskau, über seine Philosophie, die Bayern und die Entwicklung des europäischen Basketballs.

Herr Itoudis, Ihr Team ist neben Real Madrid als einzige Mannschaft bisher ungeschlagen. Haben Sie mit diesem Start gerechnet?

Itoudis:

Ich zähle die Siege nicht. Mir geht es nicht darum, ungeschlagen zu sein. Was deutlich wichtiger ist, ist, dass die Mannschaft einen guten Basketball spielt und sich kontinuierlich steigert. Wir haben noch längst nicht unser gesamtes Potenzial ausgeschöpft. Und das ist gut, denn es ist erst Mitte November.

Freitag treffen Sie auf den FC Bayern München. Wie schätzen Sie die Mannschaft derzeit ein?

Itoudis:

Uns erwartet in München eine große Herausforderung. Bayern hat in den vergangenen Wochen bewiesen, dass sie mit Teams wie Fenerbahce Istanbul oder auch dem FC Barcelona mithalten können. Zudem haben sie sich bei Heimspielen häufig sehr stark präsentiert, zuletzt in der vergangenen Woche gegen Darussafaka Istanbul. Die Mannschaft ist sehr komplett und tief besetzt. Auf jeder Position haben sie zwei bis drei starke Spieler. Insofern werden wir das Spiel auf keinen Fall unterschätzen.

Haben die Bayern eine Chance auf die nächste Runde?

Itoudis:

Die Ziele müssen andere formulieren. Wir nehmen München in jedem Fall sehr ernst. Ich denke, es ist alles möglich.

Sie trainieren seit 2014 ZSKA und haben immer das Final Four erreicht. Was macht Sie so stark?

Itoudis:

Unsere Philosophie ist es, den erfolgreichen Kern der Mannschaft möglichst zusammenzuhalten und gezielt zu verbessern, indem wir weitere Qualität hinzufügen. Das ist uns auch in diesem Sommer gelungen. Zudem geht es uns darum, die eigenen Nachwuchsspieler zu fördern und weiter aufzubauen. Ein Beispiel hierfür ist Mikhail Kulagin.

Es heißt, Sie können bei der Kaderplanung auf einen der höchsten Etats Europas zurückgreifen.

Itoudis:

Man sollte keine Zahlen glauben, die man nicht mit seinen eigenen Augen gesehen hat. Moskau ist eine sehr schöne, lebenswerte Stadt. Ich empfehle jedem, der noch nicht da war, es sich einmal anzuschauen. Hinzu kommt, dass der Verein sehr professionell arbeitet. Wir haben große Unterstützung des Präsidenten Andrey Vatutin. All das bildet einen großen Anreiz für die Spieler.

Sie sind seit 1990 Trainer. Wie sehen Sie die Entwicklung des europäischen Basketballs?

Itoudis:

Eine gute Frage, deren Antwort sehr vielschichtig ist. Zunächst einmal muss man sagen, dass es schade ist, dass es diese Unstimmigkeiten zwischen den Verbänden – der FIBA und der Euroleague – gibt. Es wäre der Entwicklung des europäischen Basketballs zuträglich, wenn diese aus der Welt geschafft werden könnten. Außerdem muss man sehen, dass es natürlich Unterschiede zwischen den Regularien der NBA, den einzelnen nationalen Ligen und der Euroleague gibt. Hier wäre Einheitlichkeit sicherlich förderlich.

Welche Rolle spielt China?

Itoudis:

Die Konkurrenz aus den chinesischen Ligen ist groß. Spieler haben dort die Möglichkeit, viel Geld zu verdienen. Auch das muss man bei der Beurteilung des europäischen Basketballs miteinbeziehen. Alles in allem kann man aber sagen, dass es in den vergangenen Jahren immer weiter voranging.

Interview: Lena Meyer

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